Kühlschrank, Ofen, Durchlauferhitzer: Gerade, was kühlt oder erwärmt frisst richtig viel Strom. Und auch der vorliegende Artikel wird das nicht bestreiten.
Allerdings: Wer Strom sparen will, muss sich nicht nur auf die größten Posten konzentrieren, die im Austausch in der Regel auch mit hohen Kosten verbunden sind. Auch kleinere Geräte summieren sich auf – und das in erster Linie mit völlig unnötigem Verbrauch.
Wir haben drei potenziell überraschende Stromfresser für euch zusammengefasst.
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1. WLAN-Router
Der WLAN-Router gehört zu den Geräten, die dann reibungslos funktionieren, wenn man ihre Existenz beinahe vergisst. Solange er stabiles WLAN bringt, ist seine Aufgabe erfüllt. Allerdings: Der 24/7-Betrieb des Geräts in vielen Haushalten macht ihn durchaus zu einem relevanten Stromfresser.
- Ein durchschnittlicher WLAN-Router verbraucht laut Blitzrechner.de zwischen 5 und 20 Watt (W) Strom.
- Bei einem Wert von 10 W kommen so jährlich rund 88 Kilowattstunden (kWh) zusammen, der ADAC gibt für einen WLAN-Router sogar 135 kWh an.
- Bei einem Peis von 40 Cent pro kWh können im Dauerbetrieb so jährlich rund 35 - 54 Euro zustande kommen.
- Wer den WLAN-Router etwa täglich zwischen 12 Uhr nachts und 6 Uhr morgens ausschaltet, kann so über das Jahr gerechnet rund 14 Euro sparen.
Das klingt erst einmal nicht nach besonders viel, allerdings ist das, was man hier sparen kann – je nach Lebensführung – völlig sinnlos verbrauchter Strom. Hinzu kommt: Bei vielen Routern könnt ihr eine Zeitschaltung aktivieren, etwa bei einer FRITZ!Box über WLAN
→ Zeitschaltung
.
Insofern unser genereller Tipp: Vergesst den WLAN-Router nicht, auch der verbraucht Strom – und das ohne weitere Einstellung 24 Stunden am Tag.
2. TVs und ihre Peripherie
Der TV und seine Zusatzgeräte mit eigenem Netzteil: Im Gegensatz zum WLAN-Router ist ein Fernseher in den meisten Haushalten nicht im Dauerbetrieb. Allerdings droht hier ein anderes Stromfresser-Potenzial: Der Standby-Modus.
Der dient in erster Linie dazu, dass eure Geräte schnell startbereit sind – verbraucht aber auch Strom, besonders wenn man auch die mit angeschlossene Peripherie betrachtet:
- Der Energieversorger ENTEGA gibt für einen LCD-Fernseher im Standby-Modus einen Verbrauch von 14 Watt an, für einen DVB-T-Receiver 10 Watt.
- Bei einem Preis von 40 Cent pro kWh ergeben sich so für einen alten LCD-Fernseher mit Receiver im Dauerbetrieb 84 Euro zusammen.
- Der Kumulationseffekt: Durch die Kette aus Fernseher, Receiver, Soundbar und Streaming-Box kann sich der Standby-Verbrauch schnell zu einem großen Posten summieren.
- Das Vergleichsportal Verivox berechnet, das ein Drei-Personen-Haushalt. der konsequent in der gesamten Unterhaltungselektronik auf den Standby-Modus verzichtet, bis zu 150 Euro im Jahr einsparen kann.
Viele der oben genannten Geräte haben oft gar keinen Ausschaltknopf. Wien Energie empfiehlt hier das Steckerziehen und das Verwenden von Steckdosenleisten mit Kippschalter.
Aber Achtung: OLED-TVs solltet ihr nicht leichtfertig vom Stecker nehmen. Denn die Fernseher führen im Standby-Modus automatische Reinigungsprogramme (Pixel Refresher) durch, um das Einbrennen zu verhindern. Wird dieser Prozess unterbrochen, kann das Panel auf Dauer Schaden nehmen.
3. Spielekonsolen
Auch bei Spielekonsolen droht die Standby-Falle. Allerdings ist deren Standby-Modus noch einmal unauffälliger als der eures Fernsehers. Und: Je nach Konsole und nachdem, was im Ruhemodus noch so im Hintergrund passiert, ist der Stromverbrauch recht unterschiedlich.
Verivox gibt für die PS5 etwa folgende Zahlen aus:
- Ruhemodus ohne weitere Aktivität: 0.3 -0.4 Watt
- Ruhemodus mit aktiver Internetverbindung: 1.2 Watt
- Ruhemodus mit Stromversorgung der USB-Ports: 3.1 - 4 Watt
- Ruhemodus mit aktiver Internetverbindung und USB-Ports: 3 - 4 Watt
Besonders hellhörig sollten nun die Besitzer einer Xbox Series X sein, denn für die gibt Verivox im Standby-Modus einen gut dreimal höheren Verbrauch von 13 Watt im Ruhemodus an. Bei einem Preis von 40 Cent pro kWh können im Dauer-Standby-Betrieb (angenommen 22 Stunden pro Tag) so jährlich rund 42 Euro zustande kommen. Deutlich günstiger kommt da der Energiesparmodus mit 0.5 Watt.
Auf Nummer sicher geht ihr hier auch mit einer Steckdosenleiste mit Kippschalter.
Fazit: Beim Stromsparen geht es viel um Gewohnheiten
Gerade bei den überraschenden Stromfressern geht es zuerst einmal weniger darum, alte Geräte durch energieeffizientere zu ersetzen, wie etwa bei Kühlschränken.
Vielmehr geht es darum, sich individuell bewusst zu machen, was im eigenen Haushalt meist permanent an der Steckdose hängt und unbemerkt Strom frisst. Dabei hilft ein Strommessgerät, das schon für rund 10 Euro dabei hilft, die eigenen Stromfresser auszumachen – und unter Umständen zu eliminieren.
Wer die ganze Nacht durch YouTube-Videos zum Schlafen hört, der braucht den WLAN-Router nachts nicht ausschalten. Wer aber tatsächlich in der Regel ab einer bestimmten Uhrzeit schläft, der kann mit ein paar wenigen Einstellungen am Router automatisch sparen.
Gerade bei den überraschenden Stromfressern geht es um unnötigen Stromverbrauch, der euch persönlich schlicht nichts bringt. Wenn ihr hier etwas sparen könnt, dann schont das vor allem über die Jahre euren Geldbeutel – und die Umwelt.


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