Junge Menschen haben teilweise Angst vor dem Telefonieren.
Es klingt verwunderlich, dass gerade die Generation Smartphone
Angst vor ihrem ständigen Begleiter haben soll. Das legen allerdings immer wieder Umfragen und wissenschaftliche Studien nahe.
Junge Menschen haben Angst vor Telefonanrufen
Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 unter 2.000 jungen Briten zwischen 18 und 34 hat ergeben, dass viele von ihnen eine Abneigung gegen Telefonanrufe habe. Dabei geben sie folgende Gründe an:
- 23 Prozent geben an, bei Telefonanrufe überhaupt nicht anzunehmen.
- 56 Prozent gaben an, dass sie bei plötzlichen Anrufen von Freunden und Verwandten schlechte Nachrichten erwarten.
- 24 Prozent sind einfach zu beschäftigt, um Anrufe entgegenzunehmen.
- 23 Prozent möchten nicht unterbrochen werden.
Die jüngere Generation zieht dem Telefonieren andere Kommunikationsformen vor:
- 48 Prozent der jüngeren Befragten bevorzugen soziale Medien.
Dem gegenüber schätzen nur 11 Prozent der über 55-Jährigen Social Media mehr als das Telefon. - 37 Prozent mögen Sprachnachrichten lieber als Telefonanrufe.
Das behauptet im Gegensatz dazu nur 1 Prozent der 35 - 54-Jährigen von sich.
Auch wenn es sich hierbei nur um eine Umfrage handelt, zeigt auch die JIM-Studie 2018 über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen, dass es fast jeder Fünfte zwischen 12 und 19 Jahren vermeidet, Anrufe zu tätigen.
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Das könnt ihr tun, wenn ihr Angst vor dem Telefonieren habt
Telephobie, Telefonphobie oder Telefonangst sind keine klinische Diagnose. Die Psychiaterin Dr. Nadine Wolf erklärt National Geographic gegenüber, dass Telefonangst im Kontext der sozialen Phobien auftreten kann.
Bei einer sozialen Phobie fürchtet man die prüfende Betrachtung oder Bewertung durch andere
. Die Psychologin Sophie Bischoff erklärt im Spiegel, dass es ratsam ist, sich zuerst zu überlegen, wovor man eigentlich Angst hat.
Welche Befürchtung steht dahinter? Dass man stottern, sich verhaspeln könnte und die Angerufenen dann schlecht von einem denken?
Es sei menschlich, Situationen, die Angst verursachen, zu vermeiden. Und das lässt sich – wie in der oben gezeigten Umfrage – bei Telefonanrufen recht leicht anstellen. Man geht einfach nicht ran.
Wenn ihr also das Gefühl habt, unter Telefonangst zu leiden, solltet ihr zuerst überprüfen, ob es nur um das Telefonieren geht. Wolf erklärt hierzu:
Wenn es nur isoliert darum geht, dass jemand Angst hat, zu telefonieren und diese Situation vermeidet, wäre die Strategie zu sagen: Ich vermeide die Situation nicht mehr, sondern fordere sie heraus und übe das Telefonieren.
Wenn das nicht hilft und die Vermutung besteht, dass eine generelle Angst vor sozialer Interaktion besteht, solltet ihr ärztlichen Rat einholen.
Bischoff erklärt, dass eine soziale Phobie eine häufige Angsterkrankung ist und es Studien gibt, die darauf hindeuten, dass junge Menschen häufiger betroffen sind.
Die Kommunikationswege sind vielfältiger geworden
Die meisten, die Telefonieren lieber vermeiden, dürften aber nicht unter einer Angsterkrankung leiden. Die Abneigung gegen ein Kommunikationsmittel hängt wohl am ehesten mit der technischen Entwicklung zusammen. Und die hat den Menschen vor allem eine Vielzahl an Kommunikationswegen gebracht:
- Das Telefon gibt es seit 1876.
- Etwa seit den 1970er Jahren gehört es zur Grundausstattung eines Haushalts.
- In den 1990er Jahren kamen SMS und E-Mails hinzu.
- Messenger-Dienste wie WhatsApp gibt es seit den frühen 2010er-Jahren.
Die Diversifizierung der Fernkommunikationsmittel macht das Telefon also in erster Linie weniger vertraut für jüngere Menschen, einfach weil sie schon mit verschiedenen Möglichkeiten aufgewachsen sind.
Überhaupt hat das Schreiben über Messenger und auch das Versenden von Sprachnachrichten den großen Vorteil, dass man zeitlich unabhängig vom Gesprächspartner kommunizieren kann. Das kann zumindest den Eindruck erwecken, dass die Kommunikation über soziale Medien Zeit spart.
Und auch wenn ältere Generationen vielleicht geneigt sind, die Telefonangst zu belächeln, deutet die Umfrage an, dass auch sie mit der technischen Entwicklung bestimmte Vorlieben und Abneigungen entwickelt haben.
In den 1990er Jahren kamen Telefone mit Display auf. Vorher wusste man beim Klingeln des Telefons grundsätzlich nicht, wer anruft. Das konnte die Freundin genauso sein wie das Finanzamt.
Und genau hier macht die britische Umfrage keine Unterscheidung zwischen den Generationen: 50 Prozent der Befragten bevorzugen es, vorher zu wissen, wer anruft.
Wie geht es euch damit? Könnt ihr eine Angst oder zumindest gewisse Abneigung dem Telefonieren gegenüber verstehen? Und wenn ja, was sind eure Strategien? Schreibt es uns in die Kommentare!





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