Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Thermomix TM7 technisch betrachtet ein einwandfreies Küchengerät ist. Alle Funktionen sind brauchbar, die Ergebnisse qualitativ astrein und es hat bis auf zwei Display-Freeze nie Zicken gemacht.
Cookidoo hingegen bräuchte inhaltlich noch ein wenig Nachhilfe. Rezepte sind nicht optimal oder ich hatte das Gefühl, es mit meiner eigenen Erfahrung besser machen zu können.
Wem kann ich den Thermomix empfehlen?
Diese Frage ließe sich einfach beantworten, indem ich sage: eigentlich alle. Im Grunde stimmt das, aber um das klarzumachen, muss ich ausholen.
Wenn ich vor meinem Test mit Leuten über den Thermomix gesprochen habe, dann reichten die Antworten von »benutze ich täglich« zu »is’ nur ein glorifizierter Mixer« – genau das reflektieren auch die Kommentare unter meiner Kolumne zum einwöchigen Fazit.
Ich habe festgestellt, dass ein Thermomix für viele Zielgruppen geeignet ist. Das macht ihn so wahnsinnig schwer zu empfehlen, weil es hier noch viel mehr um die eigene Erwartungshaltung geht.
- Kochanfänger erfreuen sich vor allem am Cookidoo, das sie bei der Hand nimmt. Das ist wahnsinnig wertvoll, weil das sonst kein anderes Gerät bietet.
- Fortgeschrittene Hobbyköche wie ich brauchen Cookidoo nicht, weil sie Rezepte aus dem Internet einfach am Gerät nachspielen können und so viel mehr Freiheiten (und die nötige Erfahrung) haben, um sie zu modifizieren.
- Profiköche nutzen den Thermomix als reines Küchengerät, da sie bereits genau wissen, was sie tun wollen oder müssen.
Budget spielt hier vermutlich die wichtigste Rolle. 1.550 Euro sind ein Brett und es ist ja nicht so, als gäbe es etwa mit dem Monsieur Cuisine nicht eine Alternative, die mit 500 Euro nur ein Drittel kostet. Ohne ihn getestet zu haben, kann ich allerdings nicht sagen, wie gut oder schlecht das Gerät ist.
Ob man am Ende also ein so teures Küchengerät braucht, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Wenn es um die reine Nutzung geht, dann ist der Thermomix durch die Bank weg grundsätzlich erst mal für so gut wie alle gedacht.
Bevor ich zu meinem Fazit komme, treibt mich noch eine Frage um, die mir niemand beantworten kann.
Wie schlägt sich der Thermomix im Alltag?
Ich habe den TM7 vier Wochen lang wirklich intensiv getestet.
- Gedämpfter Fisch
- Kuchen
- Soßen
- Ragouts
- Brotaufstriche
- Ganze Gerichte
Das große Problem: Ich habe das Gerät genutzt, weil ich nur einen begrenzten Testzeitraum zur Verfügung hatte. Rein technisch betrachtet habe ich nichts auszusetzen.
Was ich mich wirklich frage, ist, wie sehr ich den Thermomix im Alltag tatsächlich nutzen würde. Die Bolognese würde ich in der Pfanne machen, jeden Kuchen oder jedes Gebäck aber auf jeden Fall im Thermomix. Ich habe Reis darin gekocht (der okay war), würde ganze Gerichte sogar in meinen Wochenturnus aufnehmen, aber Käsesoße mache ich dann doch lieber selbst.
Ich hoffe, dass ich die Chance erhalte, einen Thermomix (oder ein ähnliches Gerät) für längere Zeit zu nutzen, vielleicht sogar ein Jahr lang. Nur dann kann ich wirklich sagen, ob sich das Geld lohnt oder das Gerät doch nur im Eck verstaubt.
Fazit zum Thermomix TM7 nach 4 Wochen
Der Thermomix macht rein technisch gesehen alles richtig. Als reines Küchengerät würde ich in Anbetracht der vielen Modi sogar vom Rande der Perfektion sprechen, denn der TM7 ist ein (fast) Alleskönner.
✅ Kann ganze Gerichte herstellen
✅ Bedienung ist super easy
✅ Software ist übersichtlich und intuitiv
✅ Sehr viele Funktionen, von denen keine ein Alibi-Feature ist
✅ (Technisch) Qualitativ astreine Ergebnisse
✅ Als Backgerät einwandfrei
Auf der Minusseite habe ich nicht viel stehen:
❌ Vergesst bloß nicht den Hebel!
❌ Kein richtiger Ausguss am Topf
❌ Rezepte in Cookidoo stehen und fallen mit dem eigenen Common Sense
Würde ich mir den Thermomix TM7 kaufen: Nein – mit einem dicken, fetten Aber. Ich weiß nicht, wie gut sich das Gerät in meinem Alltag integrieren würde. Es ist ein verdammt gutes Küchengerät, aber auch ein teures. Vorher würde ich mir erst mal günstige Alternativen wie Monsieur Cuisine anschauen.
Am Ende steht und fällt das Gerät mit euren Erwartungen. Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch einen Thermomix anzuschaffen, seid euch im Klaren darüber, was er kann und für was ihr ihn nutzen möchtet.
- Für ein Schnitzel mit Pommes müsst ihr immer noch selbst die Pfanne schwingen oder ins Restaurant gehen.
- Wollt ihr tiefer ins Kochen einsteigen, greift euch Cookidoo kräftig unter die Arme. Das kann ein sehr guter Einstieg sein.
- Braucht ihr ein Allround-Küchengerät, das viele andere Geräte ersetzt? Dann seid ihr beim TM7 definitiv an der richtigen Adresse.
Zum Abschluss noch ein Beispiel, wie sehr die Meinungen über den Gebrauch des Thermomix auseinandergehen.
- Meine Frau würde sich den Thermomix ausschließlich mit Cookidoo holen, weil ihr das Durchspielen von Rezepten Spaß macht und es sie motiviert, mehr selbst zu kochen.
- Meine Mutter sagte mir, dass wenn ihr TM5 in die Binsen geht, sie sich wieder einen kaufen wird, weil sie quasi alles mit ihrem Thermomix macht und im Grunde fast nur noch von selbstgekochten Mahlzeiten lebt.
- Ich würde mir den Thermomix gönnen, weil er viele Geräte ersetzt und mir das tägliche Kochen je nachdem sehr vereinfacht – auch wenn ich dadurch nicht weniger Geschirr zum Saubermachen habe. Dieser Kelch geht an niemandem vorüber.
Zum Schluss wie versprochen noch meine liebsten Rezepte aus den vergangenen vier Wochen Kochzeit. Alle stammen aus Cookdioo, sodass ihr sie gegebenenfalls nachkochen könnt, wenn ihr Thermomix zuhause habt.
- Koriander-Lachs mit Pak Choi auf Wasabipüree (allerdings mit Petersilie statt Koriander, denn das ist Teufelskraut!)
- Schokoladenkuchen mit Frischkäse-Karamell-Topping
- Möhren-Frischkäse-Aufstrich
Ich hoffe, dass ihr am Ende dieser beiden riesigen Erfahrungsberichte ein wenig mehr Einblick in die Thermomix-Welt mitgenommen habt. Für mich war sie anfangs genauso fremd, verstehe jetzt aber besser, warum das Gerät so einen Hype entfacht hat.
Wenn ihr noch Fragen habt, dann schreibt sie in die Kommentare. Ich beantworte sie gerne.
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