Was die reine Qualität des Thermomix TM7 angeht, habe ich im Grunde nichts auszusetzen.
- Die Feature-Vielfalt ist echt; es gibt keine Alibi-Funktionen.
- Rein technisch ist der TM7 ohne Tadel.
- Die Ergebnisse sind qualitativ einwandfrei.
Cookidoo steht und fällt mit dem eigenen Anspruch
Im Zuge meines vierwöchigen Testzeitraumes durfte ich auch das optionale Cookidoo testen, das es beim Kauf für drei Monate kostenlos gibt. Ein Abo der Software mit ihren unzähligen Rezepten kostet 60 Euro im Jahr.
Die gute Nachricht zuerst: Ihr braucht Cookidoo nicht, um den Thermomix nutzen zu können. Das ist rein optional.
- Ich habe sehr leckere Rezepte im Cookidoo-Verzeichnis gefunden, wovon eines definitiv ein Evergreen bleiben wird.
- Das Durchspielen der Rezepte ist nicht nur kinderleicht, es macht auch Spaß.
- Die Suchfunktion ist super, sodass ich immer wieder auf Rezepte gestoßen bin, die ich ausprobieren will.
Es ist nicht alles eine aufmontierte Rinderjus, was glänzt. Ich habe mit Cookidoo so meine Probleme.
Cookidoo: Das hat mir nicht gefallen
Wie gut die Rezepte sind, variiert stark
Ich hatte Rezepte, die waren ungelogen saulecker. Und ich hatte Rezepte, die waren gelinde gesagt nichts. Klar, Geschmack ist immer ein subjektiver Faktor, den würde ich aber kurz gerne außen vor lassen.
Rezepte in Cookidoo haben eine Gelinggarantie – und die wird auf technischer Seite auch erfüllt. Alles, was bei den über 16.000 Rezepten am Ende herauskommt, ist essbar und im besten Fall auch lecker, nur nicht immer so gut, wie es sein könnte.
Eine der wichtigsten Indikatoren ist die Bewertung. Hat ein Rezept viele und eine hohe Bewertung (über 4,5 Sterne), dann ist es ein No-Brainer. Alles darunter ist ein Glücksspiel. Die Bolognese etwa, die am Ende mehr einem Fleischbrei glich, hatte »nur« 3,8 Sterne bei 1.900 Bewertungen und das aus gutem Grund.
Zeiten in den Rezepten sind nicht optimal
Ich habe es weiter oben schon angedeutet: Die Angaben in den Cookidoo-Rezepten, wie lange man etwas zerkleinern, kochen oder dämpfen soll, decken sich oftmals nicht mit dem, was im Rezept steht.
Anscheinend ist das aber normal und Erfahrungssache. Im Gespräch mit meiner Mutter, die einen TM5 seit über 11 Jahren hat, schreibt sie sich immer »ihre« Einstellung zusätzlich auf.
Klar, das hängt auch immer vom eigenen Anspruch ab, aber wenn ich bei gekochtem, zerkleinertem Gemüse noch Karottenscheiben habe, dann läuft irgendwas nicht rund.
Immerhin kann man recht einfach den letzten Kochschritt im Cookidoo mit einem Fingertipp wiederholen.
Ich weiß es oft besser
Und hier kommt schließlich meine langjährige Kocherfahrung ins Spiel. Bevor ich ein Cookidoo-Rezept ausprobiere, schaue ich mir die Zutatenliste und die Zubereitungsschritte an.
Dabei fiel mir immer wieder auf, dass Rezepte für mich manchmal schon auf dem Papier suboptimal sind, wenn ich sie nach meinen Standards bewerte.
- Bei einer Käsesoße zum Beispiel sollte ich 30 g Mehl zu den Zutaten geben und alles 8 Minuten kochen lassen. Ich weiß aus Erfahrung, dass es 15 bis 20 Minuten braucht, um den Mehlgeschmack »herauszukochen«.
- Die besagte Bolognese hat mir von vornherein den Vibe von Fleischbrei gegeben, weil ich das Gefühl hatte, das Hackfleisch 13 Minuten auf Stufe 2 zu rühren, würde es zu krümelig machen – und ich hatte recht.
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Thermomix TM7: So laut ist das Gerät
Eine Wahrheit ist, dass ich Rezepte manchmal modifizieren muss, was ich nur tun kann, wenn ich die nötige Erfahrung habe.
Eine zweite Wahrheit ist, dass ich vielleicht auch andere Ansprüche an meine Gerichte habe als andere. Meine Mutter macht ihre Bolo zum Beispiel nur noch mit dem Thermomix (und mit einem anderen Rezept, natürlich).
Cookidoo ist definitiv ein tolles Begleitprogramm, das nicht ohne Fehler ist. Schlussendlich bringt mich das zur sehr schwierigen Frage, wem ich so ein Küchengerät für 1.550 Euro empfehlen kann. Ich will versuchen, sie zu beantworten.
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