Erst vor wenigen Tagen ist mein Test zum Lenovo ThinkBook Rollable erschienen. Als ich das Notebook vor dem Test zum ersten Mal in der Hand hatte, wurde ich von dem innovativen ausfahrbaren Display regelrecht überwältigt.
Wenn sich auf Knopfdruck plötzlich das Display nach oben hin ausdehnt, hat das schon etwas Unwirkliches und ja, es ist auch irgendwie verdammt cool und nerdig.
Mittlerweile befindet sich das Testmuster wieder auf dem Weg zurück zu Lenovo, aber so ganz aus dem Kopf geht mir das ThinkBook Rollable nach wie vor nicht. Der Grund dafür ist, dass ich mich nach der Zeit, die ich intensiv mit diesem Laptop verbringen konnte, frage, wer genau das jetzt eigentlich wirklich braucht?
Versteht mich nicht falsch, ich finde das Konzept nach wie vor fantastisch und wie ich bereits in einem anderen Artikel angemerkt hatte, sieht so für mich die Zukunft mobiler Rechner aus. Aber ein vertikal ausfahrbares Display mit einer Auflösung von 2000 x 2350 Pixel eignet sich in der Praxis nicht wirklich für viele Anwendungsfälle.
Cooles Feature für eine überschaubare Zielgruppe
Die Vorteile machen sich zumindest meiner persönlichen Meinung nach nur bei der Bearbeitung von großen Tabellen wirklich bemerkbar. Einige meiner Kollegen bei GameStar nutzen ihre Displays gerne hochkant beim Schreiben, das wäre dann die zweite sinnvolle Einsatzmöglichkeit. Ebenfalls nützlich könnte das Format auch noch für Programmierer sein.
Aber sonst? Bildbearbeitung könnt ihr damit knicken, jedenfalls mir bringt das langgezogene Bild hier keinen Vorteil, ist aber wohl auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
Filme gucken? Nicht wirklich, es sei denn, ihr steht auf ein kleines Bild mit riesigen schwarzen Rändern drumherum. Filme dürften mit dem Rollable nur Spaß machen, wenn man das Gerät auf die Seite legt und den Bildschirm dann im Querformat nutzt (das war jetzt natürlich ironisch gemeint).
Das Rollable ist zwar kein Gaming-Notebook, aber ich sehe jetzt auch kein Spiel, welches von einem langgezogenen, aber relativ schmalen Bild profitieren würde.
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Die Zukunft ist horizontal
Ich kann verstehen, dass Lenovo sich beim ersten Gerät mit ausrollbarem Display für den vertikalen Weg entschieden hat. Das dürfte bei der Umsetzung vermutlich deutlich einfacher gewesen sein, als ein Panel, das horizontal ausfährt.
Denn dann müsste die Technik komplett hinter dem Display versteckt werden, was einerseits komplex werden und auf der anderen Seite auch den kompletten Deckel erheblich dicker machen dürfte.
Daher habe ich großen Respekt davor, dass Lenovo sich getraut hat, ein solches Gerät überhaupt auf den Markt zu bringen. Mit Kompromissen war bei einem solchen Erstlingswerk also zu rechnen.
Ich glaube an das Konzept der ausrollbaren Bildschirme, aber damit möglichst viele Anwender einen wirklichen Nutzen davon haben, müssen die Displays sich horizontal ausweiten können. Dann am besten auch gleich zu beiden Seiten.
Nur dann entsteht eine vergrößerte Bildfläche, die vielfältig nutzbar ist. Mir gefällt der Gedanke, dass wir irgendwann ein 16-Zoll-Notebook kaufen, dessen Monitor sich auf Knopfdruck vielleicht auf 20 Zoll erweitern lässt.
Aber wie schon erwähnt, die Umsetzung wird sicher nicht einfach. Hinter dem Display müssten dann gleich zwei Rollen liegen, auf die das Panel zusammengerollt wird. Dazu kommen die Motoren, die das alles aufschieben müssen. Das dürfte eine echte Herausforderung werden.
Selbst wenn es funktioniert, hätte ein großes horizontal erweiterbares Display auch diverse Nachteile. Die Akkulaufzeit würde mit Sicherheit unter dem großen Bildschirm leiden. Das Gewicht dürfte ebenfalls ansteigen und besonders dünn kann ein solcher Laptop auch nicht werden.
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