Viele Laptops besitzen heute zumindest einen Thunderbolt-Port. Der schnelle Anschluss ist vielseitig nutzbar, kann man ihn doch nicht nur für den Anschluss externer Datenträger verwenden, sondern auch externe Grafikkarten oder hochauflösende Displays daran anschließen. Es gibt da aber noch eine Funktion, die viele von euch vermutlich nicht kennen, die Rede ist von Thunderbolt Share.
Was ist Thunderbolt Share?
Vereinfacht gesagt ist Thunderbolt Share eine Software-Lösung, welche die hohe Bandbreite von Thunderbolt-Kabeln nutzt, um zwei Windows-PCs direkt miteinander zu koppeln. Anstatt Daten mühsam über eine Cloud, einen USB-Stick oder ein langsames WLAN-Netzwerk zu schieben, verbindet man beide Geräte mit einem einzigen Kabel.
Einmal verbunden, verhalten sich die beiden Rechner fast wie ein gemeinsames System: Ihr könnt den Desktop des zweiten PCs in einem Fenster auf eurem Hauptbildschirm steuern, Dateien per Drag-and-drop verschieben oder ganze Ordner synchronisieren. Besonders für Nutzer, die parallel mit einem leistungsstarken Desktop-PC und einem mobilen Laptop arbeiten, kann das sehr praktisch sein.
Vor- und Nachteile
Der größte Vorteil ist zweifellos die Geschwindigkeit und die extrem geringe Latenz. Da die Kommunikation direkt über die Hardware-Schnittstelle erfolgt, fühlt sich die Fernsteuerung des zweiten PCs fast so an, als säße man direkt davor, ohne das typische Ruckeln klassischer Screen-Sharing-Tools.
Zudem ist die Verbindung sehr sicher, da die Daten den physischen Kabelweg nie verlassen. Ein Nachteil ist jedoch die Hardware-Bindung: Die Funktion ist kein allgemeiner Windows-Standard, sondern erfordert eine spezielle Lizenzierung. Zudem ist Thunderbolt Share derzeit nur unter Windows einsetzbar, eine Verbindung zu macOS-Geräten ist momentan nicht vorgesehen.
Voraussetzungen für die Nutzung
Damit die Verbindung zustande kommt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Beide Computer benötigen zwingend einen Thunderbolt 4 oder Thunderbolt 5 Anschluss sowie das passende Kabel.
Die entscheidende Hürde ist die Lizenz: Mindestens eines der beteiligten Geräte, sei es einer der PCs, eine Dockingstation oder ein Monitor, muss vom Hersteller offiziell für Thunderbolt Share lizenziert sein. Achtet also beim Kauf neuer Hardware auf das entsprechende Logo, falls ich Thunderbolt Share verwenden möchtet. Auf beiden Systemen muss zudem die zugehörige Software von Intel installiert sein.
Welche Alternativen gibt es?
Wer keine Thunderbolt-Hardware besitzt, muss nicht verzweifeln. Für den reinen Dateiaustausch sind Cloud-Dienste wie OneDrive oder Dropbox der Standard, wenngleich sie vom Internet-Upload abhängig sind.
Wer zwei PCs mit einer Maus und Tastatur steuern möchte, kann auf Software-Lösungen wie Mouse without Borders von Microsoft zurückgreifen. Wenn beide Rechner über einen RJ45-LAN-Port verfügen, ist auch eine direkte Verbindung zweier PCs mit einem sogenannten Crossover-Kabel möglich.
Für die reine Bildschirmübertragung bieten Tools wie TeamViewer oder AnyDesk ähnliche Funktionen, erreichen aber systembedingt selten die Verzögerungsfreiheit und Bildqualität einer direkten Thunderbolt-Verbindung.
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