Spielerinnen und Spielern sind FPS wichtig – sogar bei Titeln wie Anno 117. Das Bild soll so geschmeidig über das Display laufen wie möglich; ein Monitor mit hoher Hertzzahl ist daher wichtig.
Dank immer besser werdender Konsolen spielt letzteres bei TVs auch eine tragende Rolle. Selbst Nintendos Switch 2 packt vereinzelte Spiele in 120 FPS.
Was? Ihr spielt nicht? Warum ihr trotzdem einen TV mit 120Hz-Display kaufen solltet, verrate ich euch jetzt.
Was machen 120Hz überhaupt?
Bevor ich euch erkläre, wieso ausgerechnet 120Hz der Sweet Spot sind, müsst ihr wissen, was dieser Wert bedeutet.
Die einfache Erklärung: Die Bildwiederholrate ist ein Maß dafür, wie oft ein Display die Anzeige auf dem Bildschirm in einer Sekunde vollständig neu darstellen kann.
- Ein 60Hz-Bildschirm kann 60 vollständige Bildwiederholungen in einer Sekunde durchführen.
- Ein 120-Hz-Bildschirm kann 120 vollständige Bildwiederholungen in einer Sekunde durchführen, also doppelt so viele.
Lasst euch aber nicht veräppeln, wenn ihr einen neuen Fernseher kauft.
Achtet darauf, dass das Modell tatsächlich ein 120Hz-Display besitzt und diese auch nativ darstellen kann. Bewegungsinterpolation (oft auch »Motion Smoothing« oder ähnlich genannt) nutzt Zwischenbilder, um mehr FPS zu suggerieren. Dadurch entsteht der Seifenopern-Effekt.
Frames vs. Bildwiederholrate
Diese beiden Werte stehen in Relation zueinander. Lasst sie euch zuerst erklären.
- Die Bildwiederholrate bestimmt die maximale Anzahl von Bildern (Frames), die der Fernseher pro Sekunde anzeigen kann. Als Frame bezeichnet man ein einzelnes Bild aus einem Video.
- Die Bildfrequenz bezeichnet die Anzahl an einzelnen Bildern, die eine Kamera während der Aufnahme macht oder die ein Spielsystem während des Spielens rendert.
Im Optimalfall passen Bildfrequenz und Bildwiederholrate zusammen, beispielsweise 60 FPS auf einem 60Hz-Display. Kein Problem ist, wenn die Hertzzahl ein Vielfaches der Bilder pro Sekunde ist. Bei Inhalten mit 30 FPS werden Frames einfach zweimal dargestellt, um bequem auf die Bildwiederholrate zu passen. Easy.
Leider ist das selten der Fall.
51:20
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Filme und Serien werden in aller Regel mit 24 Bildern pro Sekunde geschossen – und das kollidiert mit einem 60Hz-Display (und mit einem 100Hz-Display übrigens auch).
24 FPS passen nicht in eine Bildwiederholrate von 60Hz. 60 durch 24 ergibt einen Wert von 2,5, also muss der Fernseher einschreiten und das Ergebnis »glattziehen«.
Die vermeintliche Lösung: Pulldown
Genauer gesagt spricht man von einem 3:2-Pulldown. Dabei passiert Folgendes:
- Bei einem Film mit 24 Bildern pro Sekunde wird jedes Bild abwechselnd für 3 und 2 Frames angezeigt.
- Dadurch wird ein Framewechsel in der Mitte des ungeraden Frames verhindert.
- Screen Tearing, also das Zerreißen des Bildes, wird zwar verhindert, aber es kommt zu einem ungleichen Frame-Pacing.
Man spricht in dem Fall von »Judder«, also einem Ruckeln. Und das sieht so aus:
Link zum YouTube-Inhalt
Das Bild »vibriert«. Manchmal sind es nur kleine Zuckungen, wie im Video oben, manchmal springen Objekte regelrecht, wenn die Kamera sich bewegt.
120 ist die magische Zahl
Ich sprach vorher vom sogenannten Sweet Spot – und der liegt bei 120 Hertz. Alle Framerates, auf die man beim Filme- oder Serienschauen stößt, passen in die Bildwiederholfrequenz.
- 24 (Filme und Serien)
- 30 (Sport)
- 60 (Spiele)
Dadurch wird Judder automatisch verhindert, weil so kein 3:2-Pulldown zum Einsatz kommen muss. Haltet also nach TVs mit 120Hz-Display Ausschau, auch, wenn ihr nicht plant, Videospiele darauf zu spielen.
Wichtig zu wissen: Manche Fernsehermodelle haben eine Art Judderentferner. Der passt die Bildwiederholrate automatisch an die FPS an (sofern möglich).
Schaut Filme und Serien via Disk, dann kann euch auch der Zuspieler in die Suppe spucken. Wenn der Videoausgang eines Zuspielers auf 60Hz eingestellt ist, seht ihr möglicherweise Judder.
Immerhin: Auf vielen Blu-rays ist die Filmspur mit 24 FPS hinterlegt, dadurch kann der TV das einfach in 24 Hertz anzeigen – sofern der Blu-ray-Player es so weitergibt und keine Bilder hinzurechnet.

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