Ich wünschte, TVs könnten per Knopfdruck ihre Größe ändern – und vielleicht könnte das mit OLED bald wahr werden

Micro-LED begeistert mich vor allem, weil man die Displays modular vergrößern kann. OLEDs könnten irgendwann genauso flexibel werden.

Hat hier jemand dehnbare OLEDs gesagt? Da wäre ich so was von am Start! (Bildquelle: Maxe S., GameStar) Hat hier jemand dehnbare OLEDs gesagt? Da wäre ich so was von am Start! (Bildquelle: Maxe S., GameStar)

Ich habe eine Vorliebe für große TVs. Dementsprechend hat mich die CES 2026 mit gemischten Gefühlen zurückgelassen.

Micro-LED-Displays lassen sich mit Einzelteilen erweitern. Dadurch könnte jeder die TV-Größe haben, die er oder sie möchte – oder die eben ins Wohnzimmer passt.

Ein Durchbruch bei OLEDs könnte sich des Problems der statischen Größen annehmen – und ich bin begeistert!

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist seit 2016 Tech-Redakteur und Fernseher waren schon immer sein Fachgebiet. LED, OLED, Mini-LED, Micro-LED: Völlig egal, er interessiert sich für alle Displays. Mit TVs kennt er sich also bestens aus.

Dehnbare OLEDs: Wie soll das gehen?

Aufrollbare TVs sind mittlerweile ein alter Hut. Ja, klar, das sieht cool aus und lässt den TV verschwinden, aber das vergrößert ihn nicht.

Den Bildschirm dehnen, das würde mehr Bildschirmfläche bedeuten – und genau das haben Forscher jetzt getan (via Drexel University).

  • In einer Zusammenarbeit zwischen der Drexel University und der Seoul National University hat ein Forschungsteam ein dehnbares OLED-Panel entwickelt.
  • Es verdoppelt seine Größe, ohne dabei an Helligkeit oder Effizienz zu verlieren.
  • Das verwendete Material nennt sich MXenes: ultradünne, hochleitfähige Folien, die die mechanische Widerstandsfähigkeit von Metallen mit der Flexibilität von Polymeren verbinden.

Anstatt zu brechen, biegen und gleiten die geschichteten Karbide und Nitride, wodurch sie dehnbar werden. (Bildquelle: Drexel University) Anstatt zu brechen, biegen und gleiten die geschichteten Karbide und Nitride, wodurch sie dehnbar werden. (Bildquelle: Drexel University)

In Verbindung mit OLED übertrumpfen sie den Branchenstandard. OLED-Panels sind teilweise dehnbar; diese Eigenschaft kommt Foldable-Handys zugute. Doch auch im Hinblick auf Helligkeit übertrifft MXene das branchenübliche Standardmaterial Indiumzinnoxid (ITO).

Wollt ihr noch mehr technische Details? Für Interessierte habe ich die in den Kasten zum Aufklappen gepackt. Interessieren die euch nicht, lest ihr ab der nächsten Überschrift meine Gedanken zum dehnbaren OLED.

Funktionsweise von OLED
Klicken zum Aufklappen

Herkömmliche OLEDs basieren auf einer sandwichartigen Struktur aus leitfähigen und organischen Schichten, die Licht emittieren, wenn positive und negative Ladungen aufeinandertreffen. 

Die ITO-Folie dient seit Jahrzehnten als stabile, transparente Anode – bis jetzt. Obwohl ITO auf ebenen Oberflächen effektiv ist, bricht es unter Belastung. Das schränkt seine Verwendung ein, besonders, wenn Bewegungen oder Verformungen wie Biegen ins Spiel kommen. 

MXene löst dieses Problem, indem der Stoff aus dünnen, flexiblen Folien mit einer Dicke von nur 10 Nanometern besteht, deren Leitfähigkeit auch bei Dehnung beibehalten wird.

Ferner wurden zwei neue organische Schichten in die OLED-Struktur integriert. Eine leitet den positiven Ladungsfluss effizient zum lichtemittierenden Bereich, während die andere Energie recycelt, die sonst als Wärme verloren gehen würde. Das sorgt für Stabilität und hohe Helligkeit, selbst unter Belastung.

Dehnbare OLED-TVs im Wohnzimmer? Ja, bitte!

Ich bin Micro-LED-Fan, vor allem wegen seiner Modularität. Kurz gesagt: Durch Module ließe sich die Größe eines Micro-LED-TVs spielend verändern.

Das kann kein anderes Panel.

Ja, es gibt ausrollbare Panels bei Laptops, die das Display auf Knopfdruck vergrößern. Allerdings müsste sich ein Fernseher nicht nur auf X-, sondern auch auf der Y-Achse erweitern, um das Seitenverhältnis zu wahren. Abgesehen von IMAX-Filmen würde ein breiterer TV nicht so viel bringen.

Video starten 0:54 Lenovo zeigt auf der CES 2026 das Legion Pro Rollable Concept

Ein dehnbarer OLED könnte einem modularen Konzept am nächsten kommen. Würden die Fernseher mit einem Motor ausgestattet sein, wodurch sich das Bild dehnen lässt, könnte das so aussehen:

  • Das Display würde sich in alle Richtungen ziehen und dehnen lassen.
  • Das Vergrößern liefe vermutlich stufenlos. Sprich, man wäre nicht mit einer festen Größe verheiratet.
  • Ist mir der TV doch zu groß, könnte ich den Bildschirm wieder verkleinern (etwa, wenn er aus ist).

Im Endeffekt würde das mehr Flexibilität bedeuten – und für die Möglichkeit, alles nach dem eigenen Gusto anpassen zu können, bin ich immer zu haben.

Denken wir dehnbare OLEDs weiter, könnte das auch in einem anderen Bereich große Vorteile haben. Ich bin Besitzer eines Foldables. Was heute noch ein Unikum bei Handys ist, könnte mit dem Durchbruch der Forschenden weit verbreitete Realität werden.

Ich weiß nicht, ob sich berührungssensitive Displays mit dem dehnbaren Material in die Quere kommen. Doch wie cool wären bitte dehnbare Handys, die sich auf Wunsch stufenlos einstellen lassen? Von ganz klein zu ganz groß. DAS wäre eine Handy-Revolution, hinter der ich stünde!

So oder so gilt: Ich blicke sehr gespannt in die Zukunft der neu vorstellten OLED-Technik.

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