Schluss mit dem Chaos bei Google Notizen: ich habe endlich ein E-Ink-Tablet ausprobiert und bin begeistert

Und plötzlich schreibe ich 2026 wieder von Hand und lese wieder Mangas.

Ein E-Ink-Tablet hat nicht nur meinen Arbeitstag verbessert. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ein E-Ink-Tablet hat nicht nur meinen Arbeitstag verbessert. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Also eigentlich hatte ich gar nicht vor, so ein Notetaking-Tablet zu testen. 

Meine Notizen für die Arbeit landen alle in einem geordneten Chaos bei Google Notizen oder in meinem handschriftlichen Notizbuch. Es ist wirklich nicht die effizienteste Art und Weise, schnell Dinge festzuhalten, aber es funktioniert für mich; besser geht es trotzdem immer.

Als ich beim Unternehmen Viwoods ein Testgerät für einen kleinen E-Reader angefragt habe, wurde mir freundlich entgegengekommen – aber zunächst irrtümlicherweise ein Notetaking-Tablet zugesendet: das Viwoods AiPaper.

Ich bin diesem kleinen Missgeschick sehr dankbar, denn ich durfte es dennoch ausprobieren – und was habe ich all die Jahre verpasst? So ein E-Ink-Tablet ist fantastisch und hilft mir dabei, Google Notizen hinter mir zu lassen – obendrein hat es meine Liebe für Mangas neu entfacht.

Duy Linh Dinh
Duy Linh Dinh

Schon als Kind hatte Technik und Videospiele eine besondere Anziehungskraft auf Linh. Seine erste Konsole war die NES, das Nintendo Entertainment System. Er erinnert sich noch gut daran, wie er in die Mario-Kasette gepustet hat, damit das Spiel ordentlich startet. Sein erster PC war ein Rechner mit Windows 95, auf dem er Moorhuhn gespielt hat. Diese Leidenschaft trägt er bis heute und so kam er bei Gamestar Tech an. Wenn Linh gerade nicht mit Technik beschäftigt ist, widmet er sich seinen anderen Leidenschaften: Breakdance, Tricking, Fotografie, Fighting Games und Lesen.

Das ist das Viwoods AiPaper

Die Kalender-App nutze ich jeden Tag. Ich weiß, ich hätte hier auch radieren können! (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Kalender-App nutze ich jeden Tag. Ich weiß, ich hätte hier auch radieren können! (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Das AiPaper ist ein 10,65-Zoll-Tablet mit E-Ink-Display (Carta 1300). Dank der hohen Auflösung von 2.660 x 1.920 Pixeln ist es außerdem gestochen scharf und stellt Inhalte mit 300 ppi dar. 

Das Design des Gehäuses hat mich nicht schlecht staunen lassen. Der Metallrahmen ist gerade einmal 4,5 Millimeter dünn und fühlt sich sehr hochwertig an. Die Rückseite besteht zwar aus Kunststoff, wirkt aber keineswegs billig. 

Im Lieferumfang befindet sich ein sehr schönes Case, das das Gerät im geschlossenen Zustand wie ein Notizbuch aussehen lässt; selbst damit ist es nur etwa acht Millimeter dick.

Das ist das dünnste Tablet, das ich je verwendet habe. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das ist das dünnste Tablet, das ich je verwendet habe. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Auf dem Gerät läuft Android 13, aber mit einem Twist: Standardmäßig sind die Google-Dienste deaktiviert, was nicht unbedingt ein Nachteil ist. Ihr profitiert vom Android-Betriebssystem, ganz ohne Anbindung an Google. 

Die Google-Play-Dienste können trotzdem jederzeit über die Einstellungen aktiviert werden, aber das bleibt euch überlassen. Wer will, kann das Gerät vollständig offline und ohne einen einzigen Account, weder bei Viwoods noch bei Google, verwenden.

Standardmäßig ist ein eigener Launcher von Viwoods installiert, der schnellen Zugriff auf die wichtigsten Features von diesem Tablet bietet, wie Kalender, To-Do-Listen, E-Reader,  Notizen und Apps. 

Der Stylus: Der Stylus kommt ganz ohne Akku aus und liegt richtig gut in der Hand. Die Spitzen sind austauschbar und im Lieferumfang sind drei weitere enthalten. Eine breite Taste erlaubt schnelles Radieren, man kann aber auch den Stift umdrehen und das mit der Rückseite machen. 

Der Stylus kann magnetisch an das Tablet angedockt oder in den Stifthalter der Hülle gesteckt werden. 


Viwoods AiPaper als digitales Notizbuch und Planer

Meine kleine Schwester war bei mir zu Besuch und wollte ihre Mathe-Hausaufgaben auf dem E-Ink-Tablet machen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Meine kleine Schwester war bei mir zu Besuch und wollte ihre Mathe-Hausaufgaben auf dem E-Ink-Tablet machen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Zuerst habe ich das Tablet als handschriftliches Notizbuch für meine Arbeitsnotizen und To-Dos verwendet. Auf dem Gerät ist eine praktische Planer-App installiert, in die ich meine täglichen Aufgaben und Notizen eintrage. Sie ist meine meistgenutzte App auf dem Gerät. 

Das Schreibgefühl ist beeindruckend und überraschend nah am echten Schreiben auf Papier. Die Spitze des Stiftes und die matte Oberfläche vom Bildschirm sorgen zusammen für eine ähnliche Reibung und Klang, den man auch von Bleistiften auf Papier kennt, nur geringfügig glatter.

Der Bildschirm hat laut Hersteller eine Parallaxe von unter 750 μm; Schrift sieht aus wie aufgedruckt und beim Schreiben habe ich keinen Versatz bemerkt. Druckstufen werden meiner Einschätzung nach sehr gut erkannt, aber ich bin kein Zeichner oder Maler, die das eventuell besser beurteilen könnten.

Meine Schwester benutzt normalerweise ein iPad Air. Sie hat das Viwoods AiPaper kurz für eine Zeichnung ausprobiert und es hat ihr gefallen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Meine Schwester benutzt normalerweise ein iPad Air. Sie hat das Viwoods AiPaper kurz für eine Zeichnung ausprobiert und es hat ihr gefallen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Beim Schreiben gibt es eine sehr geringe Verzögerung, wenn ich den Modus mit der besten Bildqualität wähle. Über das Schnellmenü lässt sich der »Schnell-Modus« oder gar »Ultra-Schnell-Modus« einschalten. 

Dann sind nahezu keine Verzögerungen bemerkbar, aber Inhalte von vorigen Seiten und Notizen können selbst nach dem Radieren leicht sichtbar bleiben.

Ich liebe es, mit der Rückseite des Stiftes radieren zu können. Das ist nicht nur sehr intuitiv, es fühlt und hört sich sogar an wie echtes Radieren. 

Was mir hingegen nicht gefällt, sind die drei kapazitiven Tasten an der Unterseite des Gerätes. Gelegentlich betätige ich sie beim Schreiben mit dem Unterarm und lande dann auf dem Home-Bildschirm oder sonst wo. Vielleicht hatten die Entwickler und Entwicklerinnen dieses Problem auch, denn man kann alle drei Buttons über das Schnellmenü deaktivieren. 

Alles in allem setze ich das Viwoods AiPaper inzwischen sehr gerne als Notizbuch und Planer ein. Das Schreiben macht richtig Spaß und es vereint die praktischen Vorteile digitaler mit dem Schreibgefühl von handschriftlichen Notizen.

Die KI-Taste: Unten rechts befindet sich eine dedizierte AI-Taste, die ein Chatfenster öffnet. Dann kann ich mit einer großzügigen Auswahl an Chatbots interagieren:

  • GPT-4o
  • GPT-4o-mini
  • GPT-5
  • Gemini-2.5-flash
  • Gemini-2.5-pro
  • Gemini-3-pro
  • DeepSeek-R1
  • DeepSeek-V3
  • Qwen-Max
  • Qwen-Plus

Was mich wundert: Das ist komplett kostenlos und ohne Account möglich. Es funktioniert einfach. Ich denke, Viwoods zahlt hier aus eigener Tasche, aber das kann ich euch nicht sicher sagen. Es ist trotzdem anzweifelbar, was diese Funktion überhaupt auf einem Notetaking-Tablet zu suchen hat, aber sie steht euch eben ohne jegliche Kosten zur Verfügung. 

Wer hohen Wert auf Datenschutz legt, sollte bei der KI-Taste vorsichtig sein, da die Notizen zur Verarbeitung wahrscheinlich über die Server des Herstellers wandern.

Nutzlos ist die Funktion allerdings nicht. Ihr könnt die KI auffordern, eure Notizen zusammenzufassen, anders zu formatieren, Texte zu übersetzen oder euch bei Aufgaben und Hausaufgaben zu helfen. Bis zu fünf Prompts sind als Vorlage speicherbar, sodass ihr sie nicht immer aufs Neue eingeben müsst. 


Eine unerwartete Überraschung: das Tablet ist ein exzellenter E-Reader

Mangas sehen auf dem AiPaper fantastisch aus. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Mangas sehen auf dem AiPaper fantastisch aus. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Eine weitere Überraschung wartete auf mich, als ich das AiPaper als E-Reader ausprobierte. Das Tablet hat eine E-Reader-App mit dem Namen »Learning« vorinstalliert, über die ich E-Books und PDFs lese. 

Dank der hohen Auflösung werden Inhalte knackscharf dargestellt. Besonders das Lesen von Mangas hat mich beeindruckt. Die typisch monochromen Seiten und der Text werden gestochen scharf dargestellt, selbst wenn dieser besonders klein sein sollte. Das Viwoods AiPaper ist ein hervorragender Manga-Reader.

Dank der hohen Pixeldichte sind selbst kleine Details sichtbar und scharf. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dank der hohen Pixeldichte sind selbst kleine Details sichtbar und scharf. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Auch klassische E-Books sehen fantastisch auf dem Gerät aus. Durch das große Display passt außerdem mehr Text auf eine einzige Seite. Allerdings ist die Größe auch ein Nachteil für mobiles Lesen. Das Gerät ist sehr viel größer als klassischer E-Reader, die meistens Displaygrößen zwischen sechs und sieben Zoll haben. 

Zum Lesen auf dem Sofa: Yay. Lesen im Bett oder unterwegs: eher Nay. Der Hersteller hat kleinere Geräte im Sortiment, die sich besser für unterwegs oder fürs Bett eignen.


Als klassisches Android-Tablet: möglich, aber eingeschränkt

Solltet ihr lediglich einen Webbrowser benötigen, könnte euch schon der vorinstallierte Firefox ausreichen. Wollt ihr mehr Apps nutzen und das AiPaper wie ein klassisches Android-Tablet verwenden, müsst ihr die Google-Play-Dienste über die Einstellungen aktivieren. 

Anschließend stehen euch jegliche Android-Apps zur Verfügung, solange sie mit Android 13 kompatibel sind – Updates auf neuere Android-Versionen wird es, wie bei vielen anderen E-Ink-Android-Geräten, nämlich keine geben. Dafür liefert Viwoods regelmäßig eigene proprietäre Updates. In meinem Testzeitraum von etwa zwei Wochen sind zwei Updates eingetrudelt. 

Als klassisches Tablet seid ihr mit einigen Herausforderungen konfrontiert:

  • Es sind keine Lautsprecher verbaut. Audio kann nur über Bluetooth-Geräte ausgegeben werden.
  • Es gibt keinen Gyro-Sensor, der automatisch die Ausrichtung ändert. 
  • Das Scrollen durch Webseiten ist aufgrund des E-Ink-Displays deutlich langsamer als auf klassischen Tablets – selbst im »Ultra-Schnell«-Modus.
  • Für Videos ist das AiPaper natürlich ungeeignet.
  • Das System ist mit 4 GB RAM und dem nicht näher genannten Octa-Core-Prozessor mit 2,0 GHz nicht besonders schnell. Das Bedienen der Apps erfordert mehr Geduld.

Es ist außerdem keine Hintergrundbeleuchtung verbaut. Dank des matten E-Ink-Displays ist es auch meistens nicht notwendig, aber gerade beim Lesen und Arbeiten in den Abendstunden fehlt es mir doch sehr. In diesem Fall muss man wie in alten Zeiten auf eine Lese- oder Tischlampe setzen.

Es gibt zudem keine gewöhnlichen Android-Sicherheitsupdates, sondern eben nur jene, die Viwoods selbst liefert. Ich würde euch also nicht dazu raten, euer Online-Banking auf dem Gerät zu erledigen – warum auch immer man das auf so einem Tablet machen sollte.

Es ist zwar praktisch, dass das Viwoods AiPaper auch auf diese Art und Weise verwendet werden kann, aber dafür gibt es deutlich bessere Optionen. 


Hervorragende Akkulaufzeit

Wie es mit E-Ink-Geräten typisch ist, ist der Energieverbrauch ein großes Plus gegenüber konventionellen Bildschirmen.

Bei E-Ink-Displays wird für die Darstellung eines statischen Inhaltes kein Strom verbraucht, sondern nur beim Wechsel oder eben bei Animationen. Das ist mitunter ein Grund, warum sie sich so gut für das Lesen von E-Books eignen. 

Das Viwoods AiPaper besitzt einen 4.100-mAh-Akku, was für ein Tablet dieser Größe relativ klein ist; das dünne Gehäuse fordert seinen Tribut – oder?

In der Praxis hält der Akku trotzdem eine Ewigkeit. In den zwei Wochen, in denen ich es täglich als Notizbuch für meine Arbeit verwendet habe, habe ich das AiPaper nur einmal aufgeladen. 

Die Laufzeit wird sehr stark von eurem Nutzungsverhalten abhängig sein, aber ihr könnt beruhigt sein, dass dieses Gerät keine Akku-Nervosität auslösen wird.


Fazit: 2026 schreibe ich wieder von Hand und lese Mangas

Hoffentlich könnt ihr das Lesen. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Hoffentlich könnt ihr das Lesen. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Wie es der Zufall so will, hatte ich die Gelegenheit, dieses Tablet auszuprobieren, gerade als ich das Schreiben von Hand wieder für mich entdeckt hatte.

Vor einigen Wochen habe ich mich in einem örtlichen Schreibwarenladen für den Kauf eines Tintenfüllers beraten lassen. Ich habe mir dort einen gekauft, den ich hoffentlich noch viele Jahre verwenden werde. Seitdem journale ich ausschließlich handschriftlich und habe sogar einen Brief von Hand geschrieben. 

Das Viwoods AiPaper vereint das schöne Gefühl vom handschriftlichen Schreiben mit den Vorteilen digitaler Notizen.

Inzwischen schreibe ich täglich etwas von Hand – sei es Notizen auf diesem Tablet oder mit dem Füller in meinem Journal. Das Gerät motiviert mich dazu, wie eine schöne Kamera zum Fotografieren. 

Die Darstellung von Mangas ist so gut, dass ich wieder Lust bekommen habe, abermals in diese Welten einzutauchen. Das letzte Mal ist aber schon eine ganze Weile her, also wenn ihr Empfehlungen habt, dann schreibt sie mir gerne in die Kommentare! Meine Favoriten waren Claymore, Gantz, Attack on Titan und alles, was Junji Ito macht. 

Der Preis von knapp 554 Euro ist im Vergleich zur direkten Konkurrenz fair. Das Remarkable 2 kostet 470 und Remarkable Paper Pro 650 Euro. Der neueste Kindle Scribe startet bei 520 Euro.

Der Hersteller hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eine Aktion auf seiner Webseite, bei der das Viwoods AiPaper für einen Preis von 534 Euro erhältlich ist.

Wer ein augenschonendes Tablet sucht, das nicht nur als digitales Notizbuch herhalten kann, sondern auch als E-Reader und Gelegenheits-Android-Tablet, bekommt mit dem ViWoods AiPaper ein solides Gerät.

Dass ihr es vollkommen offline, ohne Konten und Google-Dienste verwenden könnt, ist ein schöner Bonus.

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