2019 hat VW eine neue Touch-Bedienung am Lenkrad eingeführt - jetzt werden sie genau deshalb verklagt

VW steht wegen seiner berührungsempfindlichen Touchfelder am Lenkrad des ID.4 vor Gericht.

Eine Klage in den USA kann zu enorm hohen Schadensersatzzahlungen führen. (BIld: VW) Eine Klage in den USA kann zu enorm hohen Schadensersatzzahlungen führen. (BIld: VW)

Der deutsche Automobil-Hersteller Volkswagen wird in den USA verklagt. Grund für die Klage sind die berührungsempfindlichen Touchfelder am Lenkrad einiger Modelle des VW ID.4. Diese sollen Unfälle begünstigen und auch schon verursacht haben.

VW wird wegen Lenkrädern verklagt

VW hatte diese Touchflächen ab 2019 bei verschiedenen Modellen eingeführt. Sie sollten klassische Bedienfelder ersetzen und so mehr Einstellungsmöglichkeiten direkt am Lenkrad bieten. Besonders gut sind diese allerdings weder bei Testern noch bei Kunden angekommen. Seit 2024 setzt VW daher wieder verstärkt auf »richtige« Tasten.

Video starten 27:36 VW ID.3: Fazit nach zwei Jahren - Tech like Vera über ihr E-Auto und was danach kommt

Vergeben und vergessen ist diese Fehlentwicklung damit aber offenbar noch nicht. Wie etwa Carscoops berichtet, haben zwei Kunden aus den USA schon am 10. Juni 2025 in New Jersey wegen den Touchfeldern des VW ID.4 eine Sammelklage gegen die Volkswagen Group of America Inc. eingereicht.

Diese Touchflächen seien übermäßig berührungsempfindlich und könnten so Unfälle verursachen. Über die Touchfelder wird beispielsweise auch der Tempomat kontrolliert. Wenn also aus Versehen die falsche Fläche berührt wird, kann das Auto von alleine beschleunigen.

Die beiden Kläger berichten, dass genau das mehrfach beim Einparken passiert sei. Neben dem Fahrzeug wurden dabei etwa auch ein Garagentor und ein Baum beschädigt. Zudem gab es leichte Verletzungen. Der Klageschrift zufolge soll es aber auch schon Unfälle mit tödlichem Ausgang gegeben haben. Dies konnte jedoch nicht unabhängig bestätigt werden.

VW soll unter anderem durch Kundenbeschwerden von der Problematik gewusst und trotzdem nichts unternommen haben. Reparaturen oder gar ein Rückruf der betroffenen Fahrzeuge wäre demnach die richtige und angemessene Reaktion gewesen.

Nun wird der Konzern wegen Betrugs durch Unterlassung nach dem Gewohnheitsrecht, der Verletzung ausdrücklicher und stillschweigender Gewährleistungspflichten und ungerechtfertigter Bereicherung auf Schadensersatz in ungenannter Höhe verklagt.

VW selbst hat schon vor einigen Jahren bestätigt, dass die Touchflächen keine besonders gute Idee waren und arbeitet seitdem daran, diese wieder durch »klassische« Bedienfelder zu ersetzen. Bis wirklich alle Modelle mit Touchsteuerung vom Markt sind, wird es aber noch dauern.

zu den Kommentaren (1)

Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.