Der Imperiale Palast auf Terra gilt als die unbezwingbare Festung der Menschheit in Warhammer 40.000. Doch während oben in den goldenen Hallen das Licht des Gottimperators strahlt, verbirgt sich tief darunter eine unvorstellbare Dunkelheit.
Lasst uns gemeinsam hinabsteigen. Vorbei an den prunkvollen Thronsälen, immer tiefer in die eiskalten, lichtlosen Eingeweide der Thronwelt. Dort unten liegt das bestgehütete Geheimnis des Imperiums: die Dunklen Zellen.
Ein Ort, der Wesen und Artefakte beherbergt, die so schrecklich sind, dass sie oft nicht einmal getötet oder zerstört werden können.
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Warhammer 40.000 - Die Rückkehr eines der berüchtigsten Kriegsschauplätze des Imperiums ist 170 Sekunden pure Gänsehaut
Ein Labyrinth, das die Realität verbiegt
Wenn ihr euch ein Gefängnis vorstellt, denkt ihr wahrscheinlich an Gitterstäbe, dicke Betonmauern und schwere Sicherheitstüren. Doch die Dunklen Zellen von Warhammer 40.000 können über solch primitive Konzepte nur lachen.
Tief in das Grundgestein von Terra gefräst und direkt nach dem Vereinigungskrieg vom Imperator höchstpersönlich fertiggestellt, ist dieser Ort vielmehr eine architektonische Anomalie.
Stellt euch vor, ihr lauft einen endlosen Korridor entlang. Mit dem nächsten Schritt verwandelt sich die Luft vor euch in massiven Stein. Die Schwerkraft kehrt sich plötzlich um, Gänge rotieren, Wände werden plötzlich zum Fußboden und die Decke wird zum Abgrund. Wer hier nicht jeden Bruchteil einer Sekunde und jede anstehende Raumverschiebung exakt vorausberechnen kann, wird von den Wänden buchstäblich zermalmt.
Dazu kommen automatisierte, versteckte Tötungssysteme, die scheinbar zufällig feuern, sich neu laden und wieder in den Wänden verschwinden. Manchmal lassen die Schattenwächter sogar absichtlich eine der weniger gefährlichen Kreaturen aus ihrer Zelle, nur um zu testen, ob das System noch reibungslos funktioniert. Die Flucht endet für alle Versuchskaninchen ausnahmslos tödlich.
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Doch diese physischen Gefahren sind nur ein Teil des Grauens: Die Dunklen Zellen besitzen eine geradezu bösartige, übernatürliche Aura. Selbst die hellsten Köpfe des Adeptus Mechanicus haben es in zehntausend Jahren nicht geschafft, Lampen zu konstruieren, die die Finsternis der Zellblöcke durchdringen können. Die Schattenwächter sind gezwungen, sich auf flackernde Natrium-Feuerkörbe zu verlassen, deren schwaches Licht kaum mehr als ein paar Meter weit reicht.
Die Schatten an den Wänden scheinen ein Eigenleben zu führen. Normale Geräusche ersticken im Nichts, stattdessen flüstert euch die Dunkelheit pausenlos den puren Wahnsinn in die Ohren.
Je tiefer man hier hinabsteigt, desto dicker werden die Panzertüren. Tore von einem halben Meter Dicke, gesichert mit psionischen Dämpfern, Runen des Bannens und Energiefeldern, halten Entitäten zurück, die so furchtbar sind, dass selbst ihre leeren Zellen für immer von einer dunklen Präsenz verseucht bleiben.
Die absoluten Albträume der Galaxis
Wenn die furchtlosesten Krieger des Imperiums anfangen zu schwitzen, wisst ihr, dass es ernst wird. Hier warten Monster, Maschinen und Relikte, die teilweise älter sind als die Menschheit selbst. Einige sind lebendig, andere mechanisch, manche nur scheinbar leblose Objekte – aber laut der Lore sind sie alle wach.
Die Autoren von Warhammer 40.000 deuten in den Codizes und Romanen (wie Cypher: Lord der Gefallenen) immer wieder an, welch apokalyptisches Potenzial hier schlummert. Zu den konkretesten – und unheimlichsten – Einträgen gehören:
- Der alte Mann: Ein scheinbar unscheinbarer Gefangener. Er benötigt keine Waffen oder psionischen Kräfte im herkömmlichen Sinne. Seine bloß gesprochenen Worte haben die Macht, Milliarden von Menschen in den Tod zu treiben. Wie genau das funktioniert, bleibt ein Geheimnis.
- Der schwarze Würfel: Ein kleines Objekt aus unbekanntem Material. Es ruht einfach dort, hochgradig gesichert. Niemand weiß, was darin ist oder ob der Würfel selbst die Bedrohung darstellt.
- Mythen der Vorzeit: Wesen, die so alt und schrecklich sind, dass sie nur noch in den verbotendsten Legenden der Menschheit namentlich erwähnt werden.
- Verfluchte Relikte & Xenos-Tech: Die Dunklen Zellen dienen auch als Asservatenkammer für extrem gefährliche Artefakte aus dem Dunklen Zeitalter der Technologie und von längst ausgelöschten Alien-Rassen. Hier lagern Gegenstände wie das Klagelied der Unvernunft.
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Cypher, Subjekt 11 und Es, das giert
Richtig spannend wird es für Lore-Fans aber bei den Insassen, über die in der Community seit Jahren wild spekuliert wird:
- Cypher und die Gefallenen Engel: Der mysteriöseste aller Dark Angels saß hier ein. Nachdem Roboute Guilliman nach seiner Wiederauferstehung auf Terra ankam, ließ er Cypher und seine Begleiter ohne zu zögern entwaffnen und einkerkern. Sie landeten in einer der tiefsten, unzerstörbaren Zellen. Cypher konnte von dort nur während eines massiven Energieausfalls fliehen.
- Subjekt 11: Handelt es sich hierbei um den sagenumwobenen und aus den imperialen Geschichtsbüchern gelöschten elften Primarchen? Viele Lore-Experten bezweifeln das. Eine viel grausamere Theorie besagt, dass es sich um den Angel of Destruction handelt. Das war eine frühe, gescheiterte Superwaffe des Imperators (erschaffen noch vor den Space Marines), die das Chaos besiegen sollte. Der Engel war unfassbar mächtig, kam aber zu dem logischen, kalten Schluss, dass man das Chaos nur vernichten könne, indem man einfach jeden einzelnen Menschen in der Galaxis restlos auslöscht. Der Imperator musste sein eigenes Werk in Panik wegsperren.
- Es, das giert (It that craves): Ein ominöser Eintrag aus den Codizes. Klingt stark nach Slaanesh (Sie, die dürstet).
Der Tag, an dem das perfekte Gefängnis versagte
Zehntausend Jahre lang hielten die Dunklen Zellen dicht, kein Insasse entkam. Doch als Abaddon der Vernichter während des 13. Schwarzen Kreuzzugs den Planeten Cadia in Stücke riss und der Große Riss die Galaxis in zwei Hälften spaltete, brach auf Terra das absolute Chaos aus. Das Astronomican erlosch kurzzeitig und Dämonen fluteten den Imperialen Palast.
Zum ersten Mal seit Jahrtausenden mussten die Schattenwächter die Dunklen Zellen verlassen, um an der Oberfläche gegen die Dämonenhorden zu kämpfen. Nur eine Notbesatzung blieb in der Tiefe zurück. Und genau in diesem Moment schlug eine beispiellose Kette von Katastrophen zu.
Während oben die Welt brannte, nutzte ein Einsatztrupp der Dark Angels die Verwirrung, um in die Dunklen Zellen einzudringen. Ihr Ziel: Cypher jagen. Bei dieser verdeckten Operation zerstörten die Space Marines einen essenziellen Hauptgenerator des Gefängnisses.
Normalerweise wäre das kein Problem gewesen. Der Imperator und die Custodes hatten Notstromsysteme für genau solche Fälle installiert. Doch das Backup-System sprang nicht an. Ein einziger, winziger Schalter, der den elektrischen Impuls für die Notstromaggregate senden sollte, versagte seinen Dienst.
Der Grund ist typisch Warhammer 40k: Der Arbeiter, der diesen Schalter vor Jahrtausenden während des Baus konstruiert hatte, starb an seinem Arbeitsplatz, und sein Nachfolger, der das Werk beenden sollte, übersah einen winzigen Fehler. Ein kleiner Pfusch am Bau führte also zehntausend Jahre später dazu, dass die psionischen Dämpfer, Energiefelder und Stasiskammern im denkbar schlechtesten Moment ausfielen.
Die dicken Türen öffneten sich und das absolute Grauen strömte in die Gänge. Die wenigen verbliebenen Schattenwächter im Kerker kämpften verzweifelt gegen die ausbrechenden Albträume, wurden aber schlichtweg überrannt, bis ihr Kommandant an der Oberfläche endlich den Rückzug blies und Verstärkung nach unten schickte.
Eine unbekannte Anzahl dieser Schrecken ist dennoch entkommen. Für die Schattenwächter ist das eine tiefe, persönliche Schande. Zum ersten Mal seit ihrer Gründung müssen sie deshalb nun massenhaft das Sol-System verlassen.
Ausgerüstet mit uralten, eigentlich verbotenen Waffen und ihren Stasis-Oublietten jagen sie die entflohenen Insassen quer durchs Imperium, um sie wieder dorthin zurückzubringen, wo sie hingehören: in den Keller des Imperators.
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