Sie sind lästig, aber ein beinahe ständiger Begleiter in neuen Spielen und generell neuer Software. Die Rede ist von Bugs. Doch warum werden Computerfehler überhaupt so genannt?
So viel vorweg: Die Antwort reicht weiter zurück, als es Computer gibt.
Schauen wir uns zunächst an, was ein Bug wörtlich übersetzt eigentlich ist. Der Begriff stammt wenig überraschend aus dem Englischen und bedeutet etwa Wanze, Käfer, Fliege, Insekt oder Ungeziefer. Aber wie entsteht der Bezug zum PC?
Was Wanzen mit Computern zu tun haben
Um das zu beantworten, müssen wir unseren Blick zunächst auf das 19. Jahrhundert richten. Denn bereits damals waren Bugs Teil des Jargons amerikanischer Ingenieure.
Damit wurden Fehlfunktionen und Konstruktionsfehler bezeichnet. Dem zugrunde lag die Vorstellung, dass kleines Getier, etwa Käfer, sich an den Gerätschaften zu schaffen machen und sie in ihrer Funktionsweise stören.
Als Beleg hierfür gelten zwei Briefe des weltberühmten Erfinders Thomas Edison an den Präsidenten der Telegraphiegesellschaft Western Union und an den Erfinder der Telefonzentrale (via Wikipedia):
Ich fand einen Bug in meinem Apparat, aber nicht am Telefon selbst. Er war von der Gattung Callbellum
.
Sowie:
Der erste Schritt [bei all meinen Erfindungen] ist ein intuitiver Gedanke, der in einem Ausbruch kommt, doch dann tauchen Schwierigkeiten auf – das Ding funktioniert nicht mehr und [es ist] dann so, dass ‚Bugs‘ – wie solche kleinen Fehler und Schwierigkeiten genannt werden – sich zeigen […].
Thomas Edison in einem Brief an Tivadar Puskás, datiert auf den 18. November 1878Dass spätere Computeringenieure den Begriff Bug daher bereits kannten und einfach übernahmen, scheint also nahezuliegen.
Die Geschichte einer Computerpionierin
Dafür spricht ein Logbucheintrag der Harvard University vom 9. September 1947. Im Computersystem Mark II haben sie einen echten Bug
gefunden und das folgendermaßen dokumentiert:
Erster tatsächlicher Fund eines Bugs.
Logbucheintrag - Naval Historical Center Online LibraryIn der Tat fand das Team eine Motte in dem Großrechner, die dafür verantwortlich war, dass der Mark II kontinuierlich Fehler produzierte. Sie hatte die empfindliche Elektronik des Computers gestört (via National Geographic).
Teil des Harvard-Teams war auch die Computerpionierin Grace Hopper. Sie wird zwar oft als diejenige bezeichnet, die die Motte fand und den Logbucheintrag vermerkte (im Bild oben zu sehen), aber das stimmt nicht. Allerdings ist Hopper wohl dafür verantwortlich, die Geschichte verbreitet zu haben.
Darüber hinaus ist Hopper vor allem für ihre Pionierarbeit an mehreren Projekten bekannt, unter anderem dem Mark I, Mark II sowie dem Univac I. Außerdem lieferte sie grundlegende Arbeiten, die zur Entwicklung der Programmiersprache COBOL führten.
Was ist nun wahr?
Vermutlich haben am Ende beide Geschichten ihren Beitrag dazu geleistet, dass Computerfehler heutzutage allgemein als Bugs bezeichnet werden.
Eine weitere spannende Frage aus der Welt der Computer klären wir hier für euch:
Wie sieht es bei euch aus? Wusstet ihr bereits, woher die Bezeichnung Bug bei Computer- respektive Softwarefehlern möglicherweise stammt? Oder ist euch das völlig neu? Und welche Erfahrungen habt ihr schon mit Bugs gemacht? In welchem Spiel hat euch ein Bug die meisten Nerven gekostet? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.