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Der Herr der Ringe: Was wäre, wenn Gandalf den Einen Ring von Frodo angenommen hätte?

»Ich würde ihn einsetzen aus dem Wunsch, Gutes zu bewirken« – so begründet der Zauberer, warum er Saurons Ring nicht selbst verwahren will. Welche Folgen hätte es für Mittelerde gehabt, wenn er sich anders entschieden hätte?

Zu diesem zeitpunkt wäre es Frodo noch leicht gefallen, sich vom Ring zu trennen. Es gibt gute Gründe, dass Gandalf das nicht zulässt. Bild: New Line Cinema Zu diesem zeitpunkt wäre es Frodo noch leicht gefallen, sich vom Ring zu trennen. Es gibt gute Gründe, dass Gandalf das nicht zulässt. Bild: New Line Cinema

Warum hat Gandalf den Einen Ring eigentlich in Frodos Obhut gelassen? Ein kleiner Hobbit ohne Kampferfahrung oder besondere Fähigkeiten ist doch leichte Beute für die Häscher des Dunklen Herrschers Sauron. Wäre es nicht klüger gewesen, wenn Gandalf selbst auf das mächtige Artefakt aufgepasst hätte?

Wer sich mit Tolkiens Werken auskennt, schüttelt gerade so heftig den Kopf, dass die Nackenwirbel knirschen. Denn für Mittelerde hätte das katastrophale Auswirkungen gehabt. Warum? Das erklären wir euch in unserem Gedankenexperiment!

Was genau tut der Eine Ring eigentlich?

In den Filmen von Peter Jackson erfahren wir, dass Saurons böser Wille und ein großer Teil seiner Macht im Einen Ring stecken, und dass er dadurch den Willen anderer korrumpieren kann. Aber was bedeutet das konkret? 

Der Ring lässt Sterbliche nicht einfach stumpf böse werden. Er wirkt viel tückischer: Er verspricht seinen Trägern, was sie am meisten begehren. Und das bedeutet längst nicht immer die klischeehafte absolute Weltherrschaft und Unterdrückung allen Lebens auf der Erde. Der Ring kann einem herzensguten Geist auch zuflüstern »Ich verleihe dir die Macht, die Welt zum Guten zu ändern«.

Das gelingt ihm zum Beispiel bei Boromir, der vorschlägt, die Macht des Ringes gegen Sauron zu verwenden. Selbst bei Sam versucht der Ring es auf diese Art, was im Buch näher beschrieben wird: Er zeigt dem Hobbit, wie sie gemeinsam Mordor in einen riesigen, blühenden Garten verwandeln könnten wie ihn die Welt noch nie gesehen hat.

Der gute Sam erkennt dies als Täuschung und Größenwahnsinn, aber die meisten sterblichen Geister sind äußerst anfällig für diese Verlockungen, die am Ende immer nur den grausamen Plänen Saurons dienen.

Video starten 2:19 Schlacht um Mittelerde: So bildgewaltig begann das Strategie-Epos zu Der Herr der Ringe

Der Ring bringt die dunklen Ansätze, die jeder in der Seele trägt, zum Blühen. Boromirs Verzweiflung, Gollums Gier, Faramirs Ehrgefühl, Frodos Furcht.

Und auch die nicht-sterblichen Bewohner Mittelerdes sind nicht immun. Womit wir zurück zur Frage um Gandalf und den Ring kommen.

Gut gemeint führt doch in den Abgrund

Gandalf sagt es selbst zu Frodo, als dieser ihm den Ring verzweifelt anbietet: »Ich würde ihn einsetzen aus dem Wunsch, Gutes zu tun. Aber durch mich würde der Ring eine zu große und schreckliche Macht erlangen.« Damit liegt er goldrichtig.

Hinter dem Namen und der Gestalt des Grauen Zauberers Gandalf verbirgt sich ein Maia, ein mächtiges Geistwesen, das den Valar diente – sozusagen den Göttern von Mittelerde, wobei wir diese Feinheiten der Lore-Debatte an dieser Stelle nicht aufbrechen wollen. Wir drücken uns hier vereinfacht aus.

Auch Sauron selbst ist ein Maia, allerdings einer, der sich den dunklen Mächten der Schöpfung verschrieben hat. 

Auch Galadriel gibt einen kurzen Einblick, was der Eine Ring aus ihr machen würde. Bild: New Line Cinema Auch Galadriel gibt einen kurzen Einblick, was der Eine Ring aus ihr machen würde. Bild: New Line Cinema

Würde nun Gandalf den Ring einsetzen, könnte er damit zunächst sicher viel Gutes bewirken, ohne sofort Saurons Willen zu verfallen. Vielleicht hätte Gandalf den Ringkrieg beendet, ohne das Werk der Gemeinschaft und ohne dass die freien Völker Mittelerdes derart furchtbar gelitten hätten.

Er hätte die Welt in ein helleres Zeitalter geführt, voller Licht und Feuerwerk, als gütiger Hüter. Vielleicht hätte er gelegentlich in die Geschicke der Völker eingegriffen, aber wirklich nur zu ihrem Guten. Tyrannen gestürzt und die Hobbits vor dem Einfluss der weiten Welt beschützt, damit sich ihre Kultur nicht verändert.

Dabei hätte sich Gandalf natürlich nicht erklären oder rechtfertigen müssen, denn Sterbliche könnten seinen Beweggründen ja ohnehin nicht folgen. Er wusste schon immer am besten, was gut für alle anderen ist. Nun hat er endlich auch die Macht es durchzusetzen, ohne dass sture Könige mit lächerlicher Lebensspanne seinen guten Rat ausschlagen! Er würde niemals etwas Böses tun, denn was er als Maia tut, ist immer gut.

Hobbits haben kleine, friedvolle Träume. Daher sind sie weniger anfällig für die Verlockungen des Rings als die anderen Völker Mittelerdes. Bild: New Line Cinema Hobbits haben kleine, friedvolle Träume. Daher sind sie weniger anfällig für die Verlockungen des Rings als die anderen Völker Mittelerdes. Bild: New Line Cinema

Währenddessen würde der Eine Ring Saurons Essenz am Leben halten, aber das wäre überhaupt kein Problem, Gandalf hat das alles fest im Griff. Solange alle nur befolgen, was er bestimmt! Vielleicht hatte Sauron damals ja doch einen Punkt…

Nach und nach würde sich der freundliche und weise Gandalf über die Jahrhunderte hinweg zu dem entwickeln, was unter Saurons Einfluss auch aus seinem Mentor Saruman wurde: Ein arroganter, von den Belangen simplerer Wesen losgelöster Despot, der sich keinem anderen Gericht als dem eigenen Urteil mehr unterworfen sieht. Bis irgendwann Sauron wieder aus dem Schatten hervortreten und seinen neuen Verbündeten willkommen heißen würde – um ihn schlussendlich des Ringes zu berauben.

Die Botschaft von Tolkiens Werk und der Filmtrilogie ist glasklar: Die Waffen des Feindes können auf Dauer nicht gegen ihn eingesetzt werden. Sie würden immer korrumpieren, wer sie verwendet. Frodo war als Hobbit deshalb der bestmögliche Träger, weil er weder großen Ehrgeiz noch eine verborgene dunkle Seite in sich trug. Weil er weitgehend machtlos war, war es der Eine Ring in seinem Besitz auch. 

Hierin lag auch Saurons Niederlage begründet: Er hätte niemals für möglich gehalten, dass die freien Völker seinen verführerischen Ring vernichten wollen würden, statt ihn einzusetzen. 

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