Dass es Treiber gibt, brauche ich keinem von euch zu erzählen. Immerhin macht das euer Rechner vermutlich schon oft genug: Bitte bringen Sie Ihre Treiber auf den neuesten Stand. Es gab ein Problem mit ihrem Treiber. Ihre Treiber-Software ist aktuell.
Klar, habe verstanden: Diese Treiber sind wichtig. Und wer sich mit Tech und Hardware auskennt, weiß wahrscheinlich auch bereits, warum das so ist. Gleichzeitig dürfte es da draußen aber auch genug Leute geben, die sich der Existenz von Treibern zwar bewusst sind, aber nicht so recht wissen, was diese ominösen Dinger im PC eigentlich machen.
Für euch ist dieser Artikel, der das nötige IT-Grundwissen vermittelt. Am Ende des Textes wisst ihr nicht nur, was so ein Treiber eigentlich macht, sondern in Grundzügen auch, wie er es macht. Und ich verrate euch, woher der Treiber seinen Namen hat. Klingt das nach einem Deal? Na dann, abgemacht!
Was ist ein Treiber?
Wenn ihr die Antwort bereits wisst, springt gerne zur nächsten Überschrift weiter oder findet über den Link unten heraus, warum wir so seltsame Anschlüsse wie USB Typ B nutzen. Für alle, die sich unsicher sind, was denn ein Treiber überhaupt ist, hier die kurze Erklärung:
Ein Treiber, genauer ein Geräte-Treiber, ist eine auf dem Rechner installierte Software. Ihre Aufgabe ist es, Rechner und angesteckte Hardware miteinander kommunizieren zu lassen. Ein Grafiktreiber sorgt also etwa dafür, dass euer PC der verbauten Karte mitteilen kann, was zu tun ist.
Wie macht ein Treiber das?
Um seine Aufgaben zu erfüllen, braucht ein Treiber die nötigen Rechte. Daher werden Treiber oft mit vielen Privilegien innerhalb der Ausführungsumgebung des Betriebssystems (OS) aufgehängt. Das macht sie auch zu einem potenziellen Einfallstor für Fehler und Angreifer, weshalb sie bei der Entwicklung strengen Sicherheitstests unterzogen werden sollten.
Dem Treiber kommen bei seiner Arbeit vor allem zwei wichtige Aufgaben zu. Einerseits leitet er an die Hardware weiter, was das Betriebssystem ihm aufträgt. Das sind meist Anforderungen des Gerätezugriffs oder bestimmte Aktionen, die die Hardware ausführen soll.
Gleichzeitig funktioniert der Treiber aber auch in die andere Richtung. Er schickt Statusmeldungen von der Hardware zurück an das Betriebssystem, um dieses über aktuelle Vorgänge in der Hardware zu informieren.
Um die Mitteilungen an die beiden Parteien weiterzuleiten, nutzt der Treiber dabei die verschiedenen Bus-Systeme des Rechners - also die kabelgebundenen und kabellosen Verbindungen. Klassische Beispiele sind etwa USB oder Bluetooth, über die ein Treiber mit der Hardware kommuniziert.
Warum es dafür überhaupt einen Treiber braucht? Weil der Treiber dem Betriebssystem einerseits vordefiniert, welche Aufgaben er überhaupt an die Hardware stellen kann. Außerdem übersetzt der Treiber diese Aufgaben so, dass die Hardware sie versteht - und umgekehrt, wenn es sich um Meldungen an das Betriebssystem handelt. Ihnen kommt also eine Vermittlerrolle zwischen OS und Hardware zu.
Da Hardware sich oft über die Jahre stark entwickelt und dadurch unterschiedlich kommuniziert, gibt es bei den meisten Produkten spezialisierte, auf das Gerät zugeschnittene Treiber. Sie sorgen dafür, dass das den Computer erreichende Signal für Windows und Co. stets gut verständlich ist - selbst wenn die Geräte bereits mehrere Jahre auf dem Buckel haben.
Das gilt aber nicht für alle Produkte und Treiber. Sogenannte generische Treiber können gleich mit einer ganzen Geräte-Klasse kommunizieren. Beispielsweise wäre hier der Microsoft Basic Display Adapter zu nennen. Dabei handelt es sich um einen Grafik-Treiber, der grundlegende Display-Funktionen erfüllt, solange kein herstellereigener Treiber von Nvidia, AMD und Co. installiert ist. Aber auch kleinere Geräte wie USB-Sticks setzen üblicherweise auf generische Treiber.
Wo kommt der Name Treiber her?
Den Begriff des Treibers gibt es bereits seit längerem. Ursprünglich meinte man damit einen elektrischen Schaltkreis, der andere Schaltkreise oder Komponenten steuerte. In den 1960ern wurde der Begriff dann auch für Software übernommen, mit der sich Computer-Hardware steuern ließ.
Die erste Software, die sich selbst als Treiber bezeichnete, soll der 1970 erschienene Counter Data Source Interface Driver
von Hewlett Packard gewesen sein.
Während es anfangs noch andere Begriffe für die gleich Art von Software gab (beispielsweise Device Routine
), hatte sich der Begriff spätestens in den 70ern durchgesetzt und wurde auch in der IT-Literatur verwendet.
Lust auf noch mehr Computer-Grundwissen? Dann kann ich euch den folgenden Artikel ans Herz legen, der sich mit dem Ursprung der Spam-Mail beschäftigt.
Hättet ihr all das über so eine kleine Software wie Treiber gewusst? Oder war doch noch etwas Neues für euch dabei? Und gibt es noch weitere Hardware-Grundbegriffe, die wir in einem solchen Artikel aufgreifen sollten? Wir freuen uns auf eure Meinung in den Kommentaren!
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