Nach dem durchaus respektablen Erfolg der Meta Quest 3 und 3S waren sich viele VR-Fans sicher, dass 2026 eine Meta Quest 4 auf den Markt kommen wird. Offenbar ein Irrtum: Informationen von Dataleakern zufolge hat sich Meta kurzfristig für eine andere Lösung entschieden.
Anstelle einer eher klobigen VR-Brille mit eher überschaubaren technischen Fortschritten – es gab in den letzten Monaten keine Revolution auf dem Markt für mobile Prozessoren, die bahnbrechende Neuerungen möglich gemacht hätte – soll es eine deutlich handlichere MR-Brille geben.
MR? Das steht für Mixed Reality und wird auch von Meta Quest 3 und Mitbewerbern wie der Pico 4, aber auch von der teuren Apple Vision Pro unterstützt. Dabei geben Kameras ein Umgebungsbild in der VR-Brille wider, das mit computergenerierten Grafiken angereichert werden kann.
Der Unterschied zu AR: Bei Augmented Reality seht ihr die echte Welt durch die Brillengläser, die mit Computergrafik angereichert werden kann. Technisch ist das aber eine größere Herausforderung als eine VR-Brille mit Durchsichtkameras.
»Meta Vision Light« statt Meta Quest 4
Project Puffin soll die MR-Brille von Meta intern heißen und erinnert eher an sehr pummelige Sonnenbrillen als an VR-Headsets. Das wird möglich, weil Meta die Rechenleistung in einen kabelgebundenen Puck auslagert, der auch den Akku enthält. Kennen wir ebenfalls von der Vision Pro. Beim Preis soll Meta weniger stark auftragen, bis zu 1.000 US-Dollar könnte es trotzdem werden.
Damit würde Meta einen Mittelweg aus den noch eher funktionsarmen Meta Ray Ban (oder neuerdings auch Oakley und Prada) Brillen, die keine Displaytechnik, sondern nur Audio-AR nutzen, und den VR-Brillen der Quest-Reihe wählen.
Bei Meta heißt es 2026 daher wohl Meta Vision Light statt Meta Quest 4. Aber eine Gaming-VR-Brille soll es trotzdem geben. Bereits vor einiger Zeit kündigte Meta an, das Betriebssystem der Meta Quest zu lizensieren, sodass Dritthersteller eigene Hardware mit Meta Store-Support bauen können.
Zugegriffen haben mindestens Lenovo, Microsoft und Asus. Während Microsoft daraus eine Special Edition der Meta Quest 3S mit XBox-Controller und angepasster Farbgebung gemacht hat, soll von Asus ein ROG-Modell mit Highendtouch erscheinen.
XR wird wohl erst einmal teurer
Und jetzt kommt der Teil aus der Überschrift, wo es um euren Geldbeutel ging: Während es recht sicher sein dürfte, dass Meta die hauseigene Hardware beim Verkauf kräftig subventioniert, um den Markt zu vergrößern, muss Asus mit dem Verkauf der Hardware Geld verdienen und die Entwicklungskosten einspielen.
Meta hingegen kann sich zurücklehnen und die Einnahmen aus Spieleverkäufen im Horizon Store kassieren, während Dritthersteller den Markt mit neuer Hardware anreichern. Das Geschäftsmodell beim Verkauf der VR-Brillen kann bei Meta daher ein ganz anderes sein als bei Asus.
Bekannt ist, dass Asus das hauseigene Quest-Headset unter dem ROG-Logo startet, was für eine hochwertige Ausstattung und ebensolche Preise steht. Im Gespräch sind beispielsweise Funktionen wie Eyetracking und Displays entweder auf Basis von QD-LED mit Local Dimming oder OLED.
Der Asus-Co-CEO bezeichnete das geplante Gerät als Gaming-Headset der nächsten Generation und natürlich muss er jobbedingt dick auftragen. Zumindest der Preis dürfte aber dem geplanten Next-Gen-Segment angemessen gewählt werden.
Was bedeutet eine Asus ROG Quest für VR-Gamer?
Eine neue autarke und zum gut gefüllten Horizon Store kompatible VR-Brille ist erst einmal keine schlechte Nachricht, auch für PC-Gamer, die weiterhin eine Verbindung per (Steam-)Link oder Virtual Desktop herstellen können werden. Auch wenn Microsoft sich auf flache Übertragungen von Cloudgames konzentriert und die Quest-Hardware nur als Videobrille nutzt, ist Diversifikation keine schlechte Nachricht.
Wer als VR-Gamer aber genau diese Brille der hoffentlich nächsten Generation kaufen will, sollte schon einmal anfangen zu sparen. Angesichts der Bepreisung anderer ROG-Produkte rechnen wir im besten Falle mit einem hohen dreistelligen, eher aber mit einem niedrig-vierstelligen Preis der ROG-VR.
Meta konnte die Quest durch Einnahmen im Store subventionieren
Dabei war ein nicht unwichtiger Erfolgsfaktor der Meta Quest bisher gerade auch der Preis – mit 550 Euro für eine Meta Quest 3 und ab 300 Euro für eine Meta Quest 3S konnte bislang kaum ein Mitbewerber bei gleichem Funktionsumfang mithalten.
Jetzt zeigt sich, warum Meta in der Vergangenheit viele Entwicklerstudios an sich gebunden hat: Die Softwarevielfalt im Horizon Store und PR-Maßnahmen wie ein 10%-Rabattgutschein auf so gut wie jedes Spiel, was zu regem Austausch darüber in Social Media (und Rabattcode-Datenbanken) geführt hat, hat Meta die Marktführerschaft eingebracht. Ungünstig, dass Meta diese Studios jetzt langsam wieder schließt und Projekte wie System Shock 2: 25th Anniversary Remaster VR beendet hat.
Wir müssen jetzt mit diesen Entscheidungen leben und uns wohl vorerst vom Gedanken an Schnäppchen-VR mit einer mindestens einen Preispunkt höher liegenden Ausstattung verabschieden.
Aber wer weiß, vielleicht interessiert euch Project Puffin ja ohnehin sogar viel mehr?
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