Schluss mit Scam-Gruppen und Co.: WhatsApp, der beliebteste Messenger der Welt, ist grundsätzlich sehr sicher. Niemand, auch nicht dessen Mutterkonzern Meta, kann in der Regel eure Nachrichten mitlesen.
Dennoch: Leider lässt die App mit einigen ihrer Standardeinstellungen die Tür für Betrüger und Stalker offen. Mit einigen wenigen Handgriffen schützt ihr euch.
1. Scam-Gruppen auf WhatsApp: So werdet ihr nie wieder hinzugefügt
Vermutlich kennen es die meisten von euch: Plötzlich werdet ihr von einer unbekannten Nummer einer obskuren Gruppe hinzugefügt – meist mit dem Versprechen schnell und einfach Geld zu verdienen.
Die sehen dann beispielsweise so aus:
Unser Kollege Maxe ist extra für euch einmal in so einer Gruppe geblieben und hat dem Treiben zugesehen:
Wie eure Nummer überhaupt in die Hände von Betrügern fällt, ist meistens das Ergebnis systematischer Datensammlung im Internet.
Bevor ihr euch aber damit beschäftigt, gibt es eine einfache WhatsApp-Einstellung, wie ihr Einladungen in solche Gruppen ein für allemal beendet.
Die stellt ihr folgendermaßen ein:
- Öffnet WhatsApp.
- Tippt auf das Drei-Punkte-Menü (⁝) oben rechts.
- Tippt auf
Einstellungen
. - Tippt auf
Datenschutz
. - Tippt auf
Gruppen
. - Stellt
Wer kann mich zu einer Gruppe hinzufügen?
aufMeine Kontakte
.
Nun können euch nur noch eure eigenen Kontakte zu Gruppen hinzufügen. Und Hand auf's Herz? Seid ihr jemals von einem Unbekannten in eine Gruppe eingeladen worden, in der ihr wirklich sein wolltet?
2. IP-Adresse schützen: So verschleiert ihr euren Standort
Über WhatsApp könnt ihr längst nicht nur chatten, sondern auch telefonieren. Um eine möglichst saubere und stabile Verbindung herzustellen, nutzt der Messenger standardmäßig eine sogenannte P2P-Direktverbindung (Peer-to-Peer).
Das Problem: Wie Meta in einem Blogeintrag bestätigt, müssen die Geräte für diesen direkten Datenaustausch gegenseitig ihre IP-Adressen kennen. Das bedeutet: Bei jedem herkömmlichen 1-zu-1-Anruf ist eure IP-Adresse für euer Gegenüber technisch sichtbar.
Ihr könnt euch die IP-Adresse ein bisschen wie eine Postanschrift vorstellen, aus der man euren ungefähren Standort ableiten kann – ein potenzielles Einfallstor für Stalker
Praktischerweise liefert Meta seit 2023 eine Einstellung, mit der ihr verhindert, dass euer Gerät bei einem Anruf eure IP-Adresse an das Gerät des Anrufers weitergibt, und die Anrufe trotzdem sauber bleiben – die müsst ihr aber zuerst vornehmen.
Dafür geht ihr folgendermaßen vor:
- Öffnet WhatsApp.
- Tippt auf das Drei-Punkte-Menü (⁝) oben rechts.
- Tippt auf
Einstellungen
. - Tippt auf
Datenschutz.
- Tippt auf
Erweitert
. - Aktiviert
IP-Adresse in Anrufen schützen
.
Jetzt wird eure IP-Adresse nicht mehr an das Gerät eures Gegenübers weitergeleitet, sondern, wie Meta im Blogeintrag erklärt, an einen eigenen Server weitergeleitet, der den Anruf mit einer gesonderten IP-Adresse versieht.
3. Ping-Schutz: Mit einer Einstellung verhindert ihr unbemerktes Tracking
Ende letzten Jahres haben Forscher der Universität Wien eine beunruhigende Sicherheitslücke beim beliebtesten Messenger der Welt aufgedeckt. Mit unsichtbaren Nachrichten (Pings
) können Unbekannte sensible Bewegungsprofile von euch erstellen – und ihr merkt absolut nichts davon.
Wie einfach das geht, hat der 21-jährige Entwickler Julian Ambrozy Ende 2025 eindrucksvoll bewiesen. Er hat die Lücke in einen funktionierenden Code umgesetzt und uns im Interview erklärt: Da die Technik so niedrigschwellig ist, kann sie fast jeder für Spionage nutzen:
Da ein offizieller Patch von Meta noch auf sich warten lässt, ist eure Eigeninitiative gefragt. Der effektivste Weg: Ihr sorgt dafür, dass fremde Konten euer Handy gar nicht erst anpingen
können.
Dafür geht ihr wie folgt vor:
- Öffnet WhatsApp.
- Tippt auf das Drei-Punkte-Menü (⁝) oben rechts.
- Tippt auf
Einstellungen
. - Tippt auf
Datenschutz.
- Tippt auf
Erweitert
. - Aktiviert
Nachrichten von unbekannten Konten blockieren
.
Damit seid ihr von unbemerktem Tracking zumindest durch Unbekannte geschützt.
Fazit: Mit ein paar Einstellungen bekommt ihr Ruhe und mehr Sicherheit
Mit den drei kleinen Einstellungen habt ihr die wichtigsten Sicherheitslücken geschlossen, die WhatsApp ab Werk offen lässt. Wenn ihr die vornehmt, habt ihr nicht nur endgültig Ruhe vor nervigen Scam-Gruppen, sondern ihr schützt auch euren digitalen Standort vor potenziellen Angreifern und unsichtbaren Trackern.
In wenigen Sekunden wird das Chatten auf WhatsApp dich gleich ein bisschen entspannter.

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