Ich beschäftigte mich seit über 30 Jahren privat mit PCs und seit über 15 Jahren beruflich. Nach all der Zeit kann ich sagen: Der Arbeitsspeicher beziehungsweise der RAM hat mich mit Abstand am meisten Nerven gekostet.
Die Einstellung, um die es in diesem Artikel geht, bezieht sich daher auch auf den RAM. Genauer gesagt meine ich das passende Speicherprofil, das in der Regel nicht von Haus aus eingestellt ist. Bei Intel findet ihr es meist unter dem Begriff XMP
und bei AMD unter dem Begriff EXPO
.
Weil diese Option sehr wichtig ist, überprüfe ich die passende Einstellung bei neuen PCs immer als Erstes. Sie stellt also nicht umsonst auch einen der Punkte dar, die meine Kollegen Felix und Jan im folgenden Video zum optimalen Einstellen eures neuen Rechners ansprechen (ab 10:35):
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Das dürft ihr bei einem neuen Gaming-PC nicht vergessen
Warum die optimale Einstellung des RAM so wichtig ist
- Einfluss auf die Performance: Wie schnell ein PC arbeiten kann, hängt auch davon ab, mit welcher Taktrate und mit welchen Timings der RAM läuft. Vereinfacht ausgedrückt gilt für diese Leistungsdaten: je höher die Taktrate und je niedriger die Timings, desto besser.
- Viele Variablen greifen ineinander: Welche Werte ausgewählt werden sollten (beziehungsweise können), hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen der genaue RAM-Standard (aktuell sind wir bei DDR5 angelangt), das jeweils gekaufte Modul, die verwendete CPU und das Mainboard.
- Der schlechteste und der beste Fall: Macht eine der relevanten Variablen mit bestimmten RAM-Settings Ärger, startet der PC häufig nicht mehr. Ist der Arbeitsspeicher dagegen optimal eingestellt, sorgt er für die bestmögliche Performance des Rechners.
Die gute Nachricht lautet, dass das alles längst nicht mehr so kompliziert ist, wie es klingt. Der Grund: In den meisten Fällen könnt ihr ein bereits optimiertes RAM-Profil im Einstellungsmenü eures PCs auswählen und müsst euch um nichts weiter kümmern.
Die schlechte Nachricht ist, dass das häufig vergessen wird – und dass es durchaus vorkommen kann, dass ein PC mit einem bestimmten Profil nicht (mehr) startet, obwohl alle vorhandenen Komponenten die darin festgelegten Werte unterstützen.
Es lohnt sich daher in doppelter Hinsicht, sich kurz mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Was ihr jetzt tun solltet, wenn ihr es nicht schon getan habt
Stellt euch einfach die folgenden Fragen in der hier aufgeführten Reihenfolge und handelt entsprechend der Anleitung, bis ihr eine davon (beziehungsweise spätestens die letzte) mit Ja
beantwortet.
Ein wichtiger Hinweis vorab: Ihr könnt mit den hier thematisierten Einstellungen nichts an eurem PC kaputt machen. Wenn ihr euch aber unsicher fühlt, etwa aufgrund weniger Erfahrung in diesem Bereich, holt am besten jemanden dazu, der sich gut damit auskennt.
Generell gilt: Es sieht bei PCs oftmals auf den ersten Blick viel komplizierter aus, als es tatsächlich ist – was auch auf diesen Fall hier zutrifft.
1. Bist du dir sicher, dass dein Arbeitsspeicher mit den optimalen Leistungsdaten läuft?
Lautet die Antwort Nein
, steht eine kurze Überprüfung an. Unter diesem Link erfährst du, wie simpel das mit dem Tool CPU-Z funktioniert.
2. Weißt du, wie du den Arbeitsspeicher optimal einstellst?
Wenn du diese Frage mit Nein
beantworten musst, findest du unter diesem Link Hilfestellung dazu, wie du deinen RAM optimal einstellst.
3. Läuft dein PC jetzt reibungslos oder hast du Probleme?
Kommt es nach dem Ändern des RAM-Profils zu Boot-Problemen oder anderen Schwierigkeiten, ist das kein Grund, zu verzagen. Du kannst die Grundeinstellungen leicht wieder zurücksetzen, wie unter diesem Link erklärt.
Wählt anschließend ein anderes RAM-Profil aus oder belasst es bei den Standardeinstellungen, um zu überprüfen, ob die Probleme verschwunden sind.
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Wir ignorieren die Windows-Warnung, den PC nicht auszuschalten und es passieren merkwürdige Dinge
Eine Frage der Garantie
Offiziell stellen übrigens die maximalen Taktraten von vielen Speichermodulen eine Form des Übertaktens dar, weil die CPU-Hersteller hier bewusst eher vorsichtig vorgehen und vergleichsweise niedrige Maximalwerte nennen.
Das kann theoretisch zu Problemen mit der Garantie führen. In der Praxis ist RAM-Overclocking in Maßen und vor allem passend zum jeweils ausgewählten Speichermodul und Mainboard aber kein Problem. Zudem dürfte es schwierig sein, euch nachzuweisen, dass ihr den RAM übertaktet habt.
Meiner Einschätzung nach stellt der Faktor Es ist schnell Overclocking
daher keinen gravierenden Hindernisgrund dar, um sich mit der Auswahl des optimalen RAM-Profils auseinanderzusetzen.
Macht ein PC Ärger, liegt der Hase oft beim RAM im Pfeffer
Abschließend noch ein wichtiger Zusatz: Meiner Erfahrung nach hängen Startprobleme von PCs gefühlt zu 90 Prozent mit Schwierigkeiten in Bezug auf den Arbeitsspeicher zusammen.
Mal ist ein Modul defekt, mal will ein RAM-Slot auf dem Mainboard nicht oder nur mit bestimmten (niedrigeren) Taktraten und mal läuft der Rechner einfach nicht mit dem ausgewählten Speicherprofil, obwohl alle Hardware-Komponenten es unterstützen sollten.
Auch deshalb ist es gut, ein gewisses Basiswissen über den RAM zu haben, damit ihr bei PC-Problemen eine häufige Quelle möglichst schnell und gut überprüfen könnt.

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