Vor zehn Jahren ist Windows 10 erschienen, genauer gesagt am 29. Juli 2025. Es wurde einst von Microsoft als das letzte Windows bezeichnet.
Mittlerweile wissen wir es längst besser.
Doch das Problem besteht nicht darin, dass es Windows 11 gibt und dass der Support von Windows 10 am 14. Oktober 2025 eingestellt wird, zumal sich die beiden Betriebssysteme letztlich sehr ähnlich sind.
Das Problem besteht im entscheidenden Unterschied zwischen Windows 10 und Windows 11: den Systemvoraussetzungen, was unter anderem mein geliebtes Gaming-Notebook betrifft.
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Wir ignorieren die Windows-Warnung, den PC nicht auszuschalten und es passieren merkwürdige Dinge
Ein Modul, sie zu knechten
Viele Aspekte der Mindestanforderungen von Microsofts Betriebssystem haben sich seit Windows 7 kaum geändert und/oder stellen kein Problem für die meisten PCs dar. Das gilt etwa mit Blick auf...
- ...die Taktrate der CPU (1,0 GHz reichen immer noch)
- ...beim RAM (selbst Windows 11 will nur 4,0 GByte)
- ...für den Festplattenspeicher (64 GByte sollen es für Windows 11 sein)
Auch die mit Windows 11 eingeführte Anforderung einer GPU mit Unterstützung von DirectX 12 (vorher DX9) ist vergleichsweise leicht zu erfüllen.
Ein mögliches Problem kann die nicht offizielle Unterstützung von CPU-Reihen sein, die noch allzu alt sind. Dazu zählt beispielsweise die Ryzen-1000-Generation von AMD aus dem Jahr 2017. Doch an anderer Stelle hakt es potenziell noch mehr.
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»Es war ein Fehler«: Wäre es nach Bill Gates gegangen, gäbe es eine berühmte Tastenkombination nicht
Genauer gesagt geht es um das nun geforderte TPM-Modul in der Version 2.0, was die vielleicht strittigste Entscheidung von Microsoft überhaupt sein könnte.
Die Abkürzung steht für Trusted Platform Modul
, das grundsätzlich eine erhöhte Sicherheit ermöglichen soll. Alle Details dazu erfahrt ihr im Artikel Windows 11 und der Datenschutz: Was es mit dem Schreckgespenst TPM auf sich hat
.
Aber was genau ist in diesem Zusammenhang das potenziell große Problem?
Drei Szenarien und viele ausgeschlossene PCs
Die folgenden vier Szenarien sind beim Wechsel zu Windows 11 die wichtigsten:
- Der Rechner unterstützt TPM 2.0 und das entsprechende Modul ist bereits aktiviert.
- Der Rechner unterstützt TPM 2.0, aber das Modul ist noch nicht aktiv.
- Der Rechner unterstützt kein TPM 2.0, aber es gibt die Möglichkeit, ein passendes Modul nachzurüsten.
- Der Rechner unterstützt kein TPM 2.0 und es gibt keine Möglichkeit, es nachzurüsten.
Fall 2. und 3. können bereits für Nutzer mit wenig PC-Kenntnissen zu einer gewissen Hürde werden. Fall 4. ist aber der Schwierigste, weil er dazu führt, dass der entsprechende Rechner bei aktiver Internetverbindung bald nur noch mit einem Sicherheitsrisiko mit Windows genutzt werden kann.
Ein bedachter Umgang mit dem PC senkt dieses Risiko zwar, und es gibt Mittel und Wege, Windows 11 auch ohne ein solches Modul zu installieren und zu nutzen. Davon rät Microsoft aber ab und eine optimale Lösung stellt es nicht dar.
Mein altes Notebook als Beispiel
Um mal ein konkretes Beispiel zu nennen:
- Ich besitze ein Gaming-Notebook, das über zehn Jahre alt ist und bei dem es keine Möglichkeit gibt, TPM 2.0 nachzurüsten.
- Trotz des Alters des Notebooks verwende ich es noch, beispielsweise für weniger anspruchsvolle Titel wie The Bazaar oder im Urlaub, um auf dem recht großen Bildschirm Filme zu schauen.
- Das kann ich zwar weiterhin tun, aber bald entweder mit einem gewissen Risiko, wenn ich bei Windows 10 bleibe. Oder aber mit einem anderen Betriebssystem wie Linux.
Ich kann zwar verstehen, dass derart alte Hardware keine große Rolle mehr für Microsoft spielt.
Aber für mich selbst ist es dennoch ärgerlich, ein Produkt, das grundsätzlich bis heute seinen Zweck für mich erfüllt, bald aussortieren zu müssen (oder das Betriebssystem darauf zu wechseln).
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Privatpersonen sind nur ein Teil des Problems
Für potenzielle Schwierigkeiten in deutlich größerem Maßstab sorgen die Anforderungen von Windows 11 zudem in Arbeitsumfeldern, etwa in Bezug auf Unternehmen oder auch im Gesundheitswesen, wie wir kürzlich berichteten.
Es gibt zwar die Möglichkeit, den Support zu erweitern, was eingeschränkt auch für Privatpersonen gilt. Das verschiebt das Problem aber nur nach hinten, statt es zu lösen.
Damit steht der Wechsel von Windows 10 zu Windows 11 unter völlig anderen Vorzeichen als vor zehn Jahren der von Windows 7 und 8 zu Windows 10, weil Windows 11 eine wichtige (und umstrittene) Änderung bei den Systemvoraussetzungen mit sich bringt.
Abschließend interessieren mich jetzt vor allem zwei Dinge: Wie sieht es bei eurem Haupt-PC oder -Laptop mit der Unterstützung von TPM 2.0 aus? Nehmt dazu gerne an der obigen Umfrage teil.
Was denkt ihr außerdem generell über Microsofts Entscheidung, ein TPM-2.0-Modul zu einer (mehr oder weniger) zwingenden Voraussetzung von Windows 11 zu machen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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