Die größte Hürde vor Windows 11: Was ist eigentlich TPM 2.0 und warum ist es Microsoft so wichtig?

Windows 11 setzt beim Umstieg TPM 2.0 voraus. Microsoft erklärt nun erneut, wofür das gut sein soll.

Wenn ihr auf Windows 11 umsteigen wollt, ist TPM 2.0 Pflicht - doch warum eigentlich? Wenn ihr auf Windows 11 umsteigen wollt, ist TPM 2.0 Pflicht - doch warum eigentlich?

Windows 11 hat seit seinem Release vor rund dreieinhalb Jahren so einige Kontroversen hinter sich. Eine der ersten Diskussionen entstand bereits, da war Windows 11 noch gar nicht marktreif.

Denn Microsoft setzt für den Umstieg auf das neue Betriebssystem ein »Trusted Platform Module«, genauer ein TPM 2.0 voraus. Für euch dürfte es hardwareseitig vermutlich der Hauptgrund sein, warum ihr trotz drohendem Ende von Windows 10 immer noch nicht gewechselt seid.

Warum also kann das Ding dann nicht optional sein? Und was macht es überhaupt so wichtiges, dass Windows 11 das TPM 2.0 zwingend voraussetzt?

Microsofts Argumente für die TPM-Pflicht

Im Kontext von Windows 11 handelt es sich bei TPM um einen speziellen Sicherheitschip, der in der Regel auf Mainboards zu finden ist.

Seine Hauptaufgabe besteht darin, Verschlüsselungsschlüssel, Zertifikate, Passwörter und andere sensible Daten sicher zu verwahren und vor unbefugtem Zugriff zu schützen. TPM führt zudem kryptografische Operationen durch, wie die Erzeugung von Zufallszahlen, Ver- und Entschlüsselung von Daten sowie die Bestätigung digitaler Signaturen.

Kurz: Das Modul soll Windows auf verschiedene Arten sicherer machen.

Im Fall von Windows 11 überprüft TPM 2.0 das System und die Firmware und lässt einen Systemstart nur zu, wenn der Rechner unverändert und intakt geblieben ist. Dienste wie Windows Hello und Bitlocker sind entsprechend auf TPM 2.0 angewiesen.

Steven Hosking, Produktmanager bei Microsoft, bezeichnet TPM 2.0 als »unverhandelbaren Standard« für die Zukunft von Windows 11. Zusammengefasst begründet Microsoft die strikte Haltung mit mehreren Faktoren:

  • Datenschutz: Das TPM schützt sensible Daten vor unbefugtem Zugriff.
  • Softwareintegrität: In Kombination mit Secure Boot wird sichergestellt, dass nur vertrauenswürdige Software ausgeführt werden darf.
  • Physischer Schutz: Das TPM schützt vor physischen Manipulationsversuchen an der Hardware.
  • Zukunftssicherheit: Die Technologie bereitet Systeme auf die Abwehr zukünftiger, fortschrittlicher Bedrohungen vor.

Warum Microsoft aber exakt zu Windows 11 die TPM-2.0-Anforderung einführt, wird bisher nicht vom Unternehmen ausgeführt.

Video starten 0:20 Windows 11 Lautstärkesymbol: Zwei verschiedene Wege, um die Lautstärke anzupassen

Kritik an Microsoft: TPM 2.0 nur ein Vorwand

Allerdings regt sich auch Kritik an der Vorgehensweise des Entwicklers. Denn interessanterweise ist TPM 2.0 zwar erwünscht, aber nicht zwingend Voraussetzung für Windows Server 2025 - erst, wenn Unternehmen etwa BitLocker aktivieren wollen, muss der Chip tatsächlich vorhanden sein.

Kritische Stimmen aus der Community sehen das als Beleg dafür, dass der TPM-Standard entgegen Hoskings Aussagen doch verhandelbar ist und Microsoft neben mehr Sicherheit noch einen weiteren Hintergedanken hegt.

Denn das zwingend vorausgesetzte TPM 2.0 könnte sich für Microsoft finanziell lohnen. Seit vergangenem Jahr schlägt ein offizielles Support-Dokument nämlich vor, einfach neue Hardware zu kaufen, wenn euer aktueller Rechner Windows 11 (aufgrund von TPM 2.0 oder anderweitig) nicht unterstützt.

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Idealerweise ist das natürlich ein Copilot+-Rechner, die sich seit ihrem Erscheinen im vergangenen Sommer eher schlecht als recht verkaufen.

Sollte eine ausreichend große Menge an Personen den von Marktanalysten wie Canalys prognostizierten Hardwaretausch durchführen, türmt sich im Schatten ein weiteres Problem auf.

Denn die mit Windows 11 inkompatiblen Rechner könnten ab dem Support-Ende von Windows 10 zu bis zu 480.000 Tonnen Elektroschrott werden.

Lässt sich Windows 11 auch ohne TPM 2.0 installieren?

Bevor ihr euren Rechner jetzt aufgrund eines fehlenden TPM 2.0 auf den Müll werft, haben wir zum Glück noch Alternativen. Eine Möglichkeit: Ihr macht es wie Matthias und gebt Linux eine Chance.

Oder ihr nutzt eine kostenlose Software wie Rufus, um die Anforderungen von Microsoft zu umgehen. Dazu braucht ihr einen USB-Stick mit mindestens 8 GByte Speicherkapazität.

  • Ladet die aktuelle Windows-11-ISO-Datei in Version 24H2 sowie die Rufus-Software herunter.
  • Steckt den USB-Stick ein und startet das heruntergeladene Rufus-Tool. Wählt unter »Laufwerk« den USB-Stick aus.
  • Klickt auf Auswahl und wählt im neu geöffneten Fenster die zuvor heruntergeladene Windows-11-ISO aus. Bestätigt die Wahl mit »Öffnen«.
  • Klickt in Rufus auf »Start«. Wenn es euch explizit nur um die Aufhebung von TPM 2.0 geht, müsst ihr lediglich den Haken bei »Anforderung für 4 GB+ RAM, Secure Boot und TPM 2.0 entfernen« setzen.
  • Bestätigt eure Auswahl zwei Mal mit dem »Ok«-Button. Sobald der Kopiervorgang fertig ist, könnt ihr auf »Schließen« drücken.
  • Navigiert über das Explorer-Fenster, das sich geöffnet hat, zu eurem USB-Stick. Öffnet hier die Datei »setup.exe«

Jetzt folgt ihr nur noch den Anweisungen auf dem Bildschirm, um Windows 11 zu installieren - ganz ohne TPM 2.0. Solange ihr keine Anticheat-Software auf Kernel-Level wie etwa Riot Games Vanguard verwendet, die TPM 2.0 zwingend voraussetzen, könnt ihr Windows 11 damit ganz gewöhnlich verwenden.

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