Vor dreißig Jahren war die Installation von Windows 95 so schwierig, dass Microsoft einen Weg einschlug, den es nie wiederholen musste

Zu Zeiten von Windows 95 stand Microsoft noch vor ganz anderen Herausforderungen bei der Installations-Routine als heute.

Tech-Autor Nils hat Windows 95 selbst genutzt, an die genauen Abläufe bei der Installation konnte er sich vor der Recherche für die Artikel aber zugegebenermaßen nicht mehr erinnern. Tech-Autor Nils hat Windows 95 selbst genutzt, an die genauen Abläufe bei der Installation konnte er sich vor der Recherche für die Artikel aber zugegebenermaßen nicht mehr erinnern.

Heutzutage ist Windows längst das dominierende Betriebssystem. Doch der große Durchbruch kam erst mit Windows 95 – und das basierte immer noch auf einem 16-Bit-Kern seines Microsoft-Vorgängers DOS.

Erschwerend hinzu kamen die Windows-Versionen, die es zuvor schon gab, und insbesondere Windows 3.1. Erschwerend insofern, als dass Microsoft die beiden Vorgänger bei der Installation von Windows 95 berücksichtigen musste.

Eine besondere Situation, die es so danach nicht mehr gab. Ihr widmete sich Ende 2024 ein interessanter Blog-Eintrag, den wir uns hier näher ansehen.

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Im Detail:

  • Der Blog-Eintrag stammt von Raymond Chen. Er ist Software-Entwickler bei Microsoft und laut eigener Aussage seit mehr als 30 Jahren an der Evolution von Windows beteiligt.
  • Zu dem Eintrag angeregt wurde Chen durch einen Post bei X/Twitter. Darin stellt jemand die Frage, warum die Installation von Windows 95 gleich drei verschiedene Benutzeroberflächen verwendet, einmal DOS, einmal Windows 3.x und einmal Windows 9x.
  • Entscheidend ist dabei laut Chen, dass Windows 95 von drei Startpunkten aus installiert werden konnte: MS-DOS, Windows 3.1 und Windows 95 selbst (letzteres etwa, um eine vorhandene Installation von Windows 95 wieder aufzufrischen oder zu reparieren).

Ein Problem, das sich auf mehreren Wegen lösen ließ. Aus welchen Gründen sich Microsoft für die Variante mit drei verschiedenen Oberflächen gewählt hat, schauen wir uns jetzt an.


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Drei schlechte Installations-Wege für Windows 95

Die wohl naheliegendste Lösung: drei verschiedene Setups von Windows 95 zu erstellen – eines für MS-DOS, eines für Windows 3.1 und eines für Windows 95. Laut Chen wäre das aber keine gute Wahl gewesen:

Das war keine angenehme Option, weil man im Grunde dreimal dieselbe Arbeit gemacht hat, aber getrennt implementiert, sodass man dreimal so viel programmieren musste.

Die erste schlechte Alternative: Alles in einer MS-DOS-Anwendung lösen, mit der auch Windows 3.1 und Windows 95 hätten umgehen können. Dann wäre das Setup aber so wie DOS rein textbasiert gewesen und optisch weit von dem entfernt, was den Nutzer später mit Windows 95 erwartet hat.

Die zweite schlechte Alternative: Alles in einer Windows 95-Umgebung zu lösen, was aber voraussetzen würde, dass das neue Betriebssystem unter MS-DOS und Windows 3.1 zuvor installiert werden müsste, wo sich die Katze in den Schwanz beißt.


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Der beste Installations-Weg für Windows 95

Letztlich hat sich Microsoft für eine Art Hybrid-Lösung entschieden, die folgendermaßen aussah:

  • Schritt #1: Für die Installation von MS-DOS aus gibt es ein erstes Setup mit 16 Bit auf Basis dieses Betriebssystems, das eine Mini-Version von Windows 3.1 installiert, um das Setup fortzuführen.
  • Schritt #2: Das zweite Setup mit 16 Bit läuft entweder in dieser Mini-Version von Windows 3.1 (bei der Installation von MS-DOS aus), in Windows 3.1 selbst (bei der Installation von Windows 3.1 aus) oder unter Windows 95 (bei der Installation von Windows 95 aus). Es erledigt dabei generell die meiste Installations-Arbeit und den größten Teil der Interaktion mit dem Nutzer.
  • Schritt #3: Das dritte Setup mit 32 Bit läuft schließlich unter Windows 95 und kümmert sich um die finalen Schritte wie die Installation von Treibern für den Drucker, um den Prozess abzuschließen.

Chen fasst dieses Vorgehen folgendermaßen zusammen:

Deswegen besteht das Windows 95-Setup eigentlich aus drei aneinander gekoppelten Setup-Programmen. Dadurch kann eine einzige Kopie des Codes für alle drei Installationsszenarien verwendet werden. Jedes Programm bringt Sie einen Schritt näher an das Ziel. Und alles wurde nur einmal implementiert.

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Wie all das in der Praxis aussah, zeigt unter anderem das obige Video des bekannten Tech-Kanals LGR. Die Installation beginnt etwa bei 12:20. Bei 12:50 sieht man, wie das Setup Wechsel zu der Installation über das bereits installierte, vollwertige Windows 3.1 empfiehlt.

Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr euch noch an diesen mehrstufigen Installationsprozess von Windows 95 erinnern konntet und ob ihr ihn je selbst durchlebt habt!

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