Warum ist das Windows-Startmenü ausgerechnet unten links?

Der ikonische Start-Button von Windows befindet sich standardmäßig links unten am Bildschirm. Doch warum ist das überhaupt so?

von Alexander Köpf,
15.04.2022 16:21 Uhr

Der ikonische Schalter für das Startmenü ist kaum mehr wegzudenken. Der ikonische Schalter für das Startmenü ist kaum mehr wegzudenken.

Manche Dinge scheinen so geläufig, dass man gar nicht erst darüber nachdenkt, warum sie sind, wie sie sind. Warum waren Mainboards früher fast immer grün? Um nur ein Beispiel zu nennen. Genauso ist das mit vielen anderen Sachen.

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum das Startmenü von Windows standardmäßig immer links unten am Bildschirm platziert ist? Und ja, Windows 11 sei hier ausgeklammert, weil dort befindet sich der Startknopf nach einer frischen Installation zwar unten am Bildschirm, aber tendenziell eher in der Mitte. Windows 8...aber lassen wir das Thema lieber.

Eines vorweg: Es ist nicht so, dass das Startmenü einfach irgendwo hin musste und sich die Entwickler deshalb ganz spontan für den Platz links unten entschieden haben. Dafür, dass es überhaupt am unteren Bildschirmrand zu finden ist, gibt es einen schlichten technischen Grund.

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Das Startmenü gab es nicht immer

Aber schauen wir uns zunächst einmal an, warum es das Startmenü eigentlich gibt. Denn das war längst nicht Bestandteil jeder Windows-Version, auch wenn es uns so vertraut vorkommt. Erstmals eingeführt wurde es mit Windows 95. Gleichzeitig erschien die Taskleiste. Die gab es zwar in anderer Form bereits in früheren Windows-Versionen, aber eben ohne den ikonischen Startknopf.

In Windows 3.x gab es statt des Startmenüs noch den Programm-Manager als sogenanntes Betriebssystem-Shell, also als Mensch-Maschine-Schnittstelle, um Programme auszuführen. Der war jedoch nicht besonders praktisch. Vor allem ohne dazugehörige Taskleiste, um zu sehen, welche Programme bereits geöffnet sind. So verlor man schnell den Überblick und lief Gefahr, zu viele Instanzen eines Programms auf einmal gestartet zu haben.

Tabs sollten es richten

Microsoft experimentierte daher mit neuen Ideen. So sollten zunächst Tabs, wie wir sie von Webbrowsern her kennen, für Ordnung und mehr Übersicht sorgen. Die wären ganz wie in Google Chrome und Co. oben am Bildschirm angebracht gewesen, schön sortiert von links nach rechts. Das erwies sich jedoch ebenfalls als äußerst unvorteilhaft.

Denn viele Programme waren so geschrieben, dass sie oben links begannen. Das heißt, die Tabs oder eben auch ein Startmenü-Knopf hätten die Programme und eventuell wichtige Informationen überlagert.

Ihr könnt euch das so vorstellen: Der Bildschirm besteht aus Pixeln. Jedes Pixel hat eine Koordinate. Das erste Pixel sitzt links oben, mit der Koordinate 0,0. Das ist für viele Entwickler einfach der logische Ausgangspunkt für die Darstellung eines Programms. Heute ist das anders: Programme interagieren besser mit dem Betriebssystem und der Windows-Desktop weiß mit Anpassungen generell viel besser umzugehen.

Letztlich entschied sich Microsoft jedenfalls dafür, die Taskleiste wieder einzuführen und den Programm-Manager durch das leicht aufzufindende Startmenü zu ersetzen. Und damit es nicht mit gestarteten Programmen in die Quere kommt, befindet es sich unten links. Mehr spannende Fragen beantworten wir euch hier:

Aber warum ist das Startmenü nun links und nicht rechts unten? Hier wird es richtig einfach. Wir lesen nun mal von links nach rechts, weshalb ein derartige Anordnung sinnvoller ist. Bei arabischen Versionen ist es zum Beispiel anders herum, weil dort von rechts nach links gelesen wird.

Wusstet ihr das bereits, oder ist das für euch völlig neu? Interessieren euch solche Fragen generell? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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