Erinnert ihr euch noch an die Zeit, als Phil Spencer mit offenem Portemonnaie durch die Indie-Landschaft zog und sich als Mäzen der Videospielkultur inszenierte? Das Ziel war klar: Der Game Pass brauchte dringend Futter abseits des ewigen Call-of-Duty-Einheitsbreis.
Teams wie Ninja Theory (Hellblade-Reihe), Double Fine (Psychonauts) oder Compulsion Games (We Happy Few) wurden unter das warme Konzerndach gelockt – mit dem Versprechen, dass Microsoft die Burn-Rate (also die laufenden Kosten während der Produktion) deckt und sie einfach ihre Projekte realisieren können. Es war ein wunderschöner, milliardenschwerer Traum, und Microsoft kaufte sich damit kreative Street Credibility.
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Puff und weg
Schnitt ins Jahr 2026. Der Traum ist ausgeträumt. Gerade noch durfte Ninja Theory auf dem Summer Game Fest ein neues Hellblade zeigen – allerdings nicht, um uns glücklich zu machen, sondern um den Marktwert des Studios hochzujubeln und Investoren anzulocken. So spart man sich nämlich eine teure Rückabwicklung: Xbox hat schlicht keine Kohle mehr für Indie-Kram aus beispielsweise Cambridge.
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Das Xbox-Debakel - Jetzt sind nur noch 3 Wahrheiten sicher!
Ninja Theory, Compulsion Games und Double Fine stehen vor dem Aus, die Konzernmilliarden fließen lieber in neue KI-Rechenzentren – ob in Bedburg und Bergheim (NRW) oder in die gigantische Fairwater-Anlage (der Name kann nur Ironie sein) in Wisconsin. Man sieht die Prompts fast schon vor sich: »Generiere mir ein emotionales Action-Adventure mit einer Wikingerfrau!«
Das spart nicht nur die teure Burn-Rate, sondern auch nervige Verhandlungen mit eigensinnig-kreativen Studiochefs wie Tim Schafer. Leute wie er versuchen im Hintergrund gerade verzweifelt, die Reste ihrer Unabhängigkeit zusammenzukratzen – oder besser gesagt: Sie werden in einen Freikauf gedrängt.
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