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Special: Das Schwarze Auge

Fantasy from Germany

Das Schwarze Auge öffnete Millionen deutscher Freizeit-Abenteurer das Tor zur Welt der Rollenspiele. Zeit für einen Blick auf das Original mit seinen Würfeln, auf das Universum sowie auf die Ableger für den Computer.

Von Rüdiger Steidle |

Datum: 12.08.2013


Das Schwarze Auge :

Zum Thema » DSA: Schicksalsklinge HD So schlecht ist das RPG-Remake » Online-Rollenspiele Die Top 10 der MMOs Obwohl Das Schwarze Auge als Klassiker der Fantasy gilt, wird ihm wohl ewig der Ruch der Kopie anhaften. Vom Boom der Pen&Paper-Rollenspiele in den Vereinigten Staaten begeistert, wollte der Schmidt-Verlag Anfang der Achtzigerjahre das erfolgreiche Dungeons & Dragons nach Deutschland holen, schreckte aber vor den hohen Lizenzgebühren zurück. Also engagierte man kurzerhand die Übersetzer der deutschen D&D-Ausgabe, um eine eigene Spielwelt aus dem Boden zu stampfen, komplett mit Regelwerk, Abenteuern und Hintergrundgeschichten. So entstand in Rekordzeit der Kontinent Aventurien. Das Schwarze Auge war geboren - und trotz seiner Vorgeschichte keineswegs als schnöder Klon.

Von einer aufwändigen Werbekampagne begleitet, eroberte das Rollenspiel in Windeseile die heimischen Kinderzimmer, Hobbykeller und Kneipentische. In den bald 30 Jahren seit seiner Entdeckung ist das Abenteuerland zu einem riesigen Fantasy-Kosmos angewachsen, der neben dem Basisspiel Romane und Hörbücher, Zeitschriften und Comics, Kartenspiele und Tabletops sowie eine ganze Reihe von Computerumsetzungen umfasst - wenngleich ihm die jüngste, das verbuggte Schicksalsklinge , sicher keine Ehre macht. Aber es gab ja beispielsweise auch das schöne Drakensang und Satinavs Ketten . Diesen wollen wir im Folgenden Tribut zollen.

Das Schwarze Auge : Das war wohl nichts: Das HD-Remake von Schicksalsklinge kann nicht überzeugen. Das war wohl nichts: Das HD-Remake von Schicksalsklinge kann nicht überzeugen.

Mit Würfel, Stift und Schwert

Das Original gibt es immer noch. Mittlerweile erscheint Das Schwarze Auge zwar nicht mehr bei Schmidt, sondern bei Ulisses, und die dem einen oder anderen Leser sicher noch bekannte Basisbox wurde gegen ein aufgefrischtes Regelbuch ersetzt, die Fantasiewelt hat aber nichts von ihrem Charme verloren und begeistert nach wie vor Tausende Gelegenheitsabenteurer. Reinschnuppern ist denkbar einfach: Ulisses bietet eine Einführungsquest zusammen mit den Grundregeln als PDF kostenlos zum Herunterladen an.

Das Schwarze Auge : Schicksalspfade ist ein Taktik-Ableger des Rollenspiels, der mit Miniaturen auf Hexfeldkarten gespielt wird. Schicksalspfade ist ein Taktik-Ableger des Rollenspiels, der mit Miniaturen auf Hexfeldkarten gespielt wird. Wer mit Drakensang und Am Fluss der Zeit bereits Erfahrung gesammelt hat, kann alternativ mit »Der Kult der Goldenen Masken« für schmale 12 Euro durchstarten, das die Geschichte des Zweiteilers fortführt und Spielmechaniken einfach en passant erläutert. Neben Stiften, Papier und Würfeln (die genretypischen mit 20 Seiten) wird nur eine Handvoll williger Mitstreiter benötigt. Anschluss findet man fast überall, es kann auch nicht schaden, einfach mal einer erfahrenen Spielergruppe bei ihrem Raubzug über die Schulter zu linsen. Soloabenteuer existieren zwar auch, machen aber aber nur halb so viel Spaß. Wen die aventurische Grippe angesteckt hat, der kann sich mit zahllosen Erweiterungen oder Spin-offs wie dem Miniaturen-Strategiespiel »Schicksalspfade« in die Vollen stürzen.

Ratten über Shiva

Wer lieber mit der Maus als mit Bleistift und Radiergummi hantiert, dem steht die Welt des Schwarzen Auges ebenfalls offen. Über die Jahre ist gut ein halbes Dutzend digitaler Ableger erschienen. Die ersten waren die drei Teile der Nordlandtrilogie: Schicksalsklinge, Sternenschweif und Schatten über Riva gelang es nicht nur, Flair und Regelwerk der Vorlage vorbildgetreu auf den Monitor zu übertragen. Obwohl technisch wie spielerisch eher hausbacken, begeisterte das Trio zahlreiche Anhänger und machten die Spieleschmiede Attic aus dem tiefsten Schwaben auch international bekannt. Firmenmitbegründer Guido Henkel sollte später bei den amerikanischen Black Isle Studios anheuern und an Planescape: Torment mitwirken, einem der unbestritten besten Rollenspiele aller Zeiten.

Wer das ursprüngliche DSA-Trio heute genießen möchte, dem sei von der Neuauflage der österreichischen Crafty Studios abgeraten. Sternenschweif HD kommt in vieler Beziehung nicht nur nicht an die Qualität des Originals heran, sondern nervt obendrein mit zahlreichen Fehlern. Die bessere Alternative sind die Heldenedition von 2011 (teilweise noch bei Ebay zu finden) und die GOG-Versionen, die via Dosbox auch unter Windows laufen.

Promotion: Das Schwarze Auge bei Gog.com kaufen

Der Fluss der Zeit

Nach langer Durststrecke durften PC-Abenteurer 2008 mit Drakensang endlich erneut nach Aventurien aufbrechen. Eine epische Geschichte mit gut geschriebenen Dialogen und interessanten Charakteren, spannende Scharmützel, die gekonnt Echtzeit-Ablauf und Runden-Anteile mischen, sowie eine malerische Spielwelt brachten dem Lizenztitel der Berliner Radon Labs nicht nur das Wohlwollen von Fans und Kritikern ein, sondern auch den Deutschen Computerspielepreis 2009 in gleich zwei Kategorien.

Das Schwarze Auge : Drakensang Online trägt nicht mehr das DSA-Siegel. Drakensang Online trägt nicht mehr das DSA-Siegel. Trotz der guten Rezeption und des ebenfalls gelungenen Prequels Am Fluss der Zeit fielen die Verkaufszahlen für das ambitionierte Projekt insbesondere außerhalb des deutschsprachigen Raums zu gering aus - Radon Labs musste 2010 Insolvenz anmelden. Teile des Teams werkeln inzwischen bei Bigpoint am Browserspiel Drakensang Online , das allerdings ohne DSA-Lizenz auskommen muss.

Wer ohne das offizielle Siegel nicht leben mag, wechselt zum ebenfalls kostenlosen Herokon Online , das seit Mitte vergangenen Jahres in der offenen Beta läuft und Spielwelt wie Regelwerk des Schwarzen Auges detailgetreu abbildet. Die beiden ursprünglichen Drakensang-Teile sowie das weniger überzeugende Addon Phileassons Geheimnis sind noch überall im Handel erhältlich und auch heute noch einen Blick wert - längst nicht nur für Fans der Vorlage.

Das Schwarze Auge : Herokon Online bringt die die Welt des Schwarzen Auges als Gratis-Browserspiel groß raus. Herokon Online bringt die die Welt des Schwarzen Auges als Gratis-Browserspiel groß raus.

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Avatar purpurroter pumpernickl
purpurroter pumpernickl
#1 | 12. Aug 2013, 19:03
"moralischer Entscheidungen à la Mass Effect"

Wieso immer der bescheuerte Bezug zu ME wenn es um Entscheidungen geht?
Erstens gabs schon lange bevor es ME überhaupt in den Köpfen der Entwickler gab Spiele mit BESSEREN Entscheidungen (z.b. Deus Ex), selbst die beiden ersten Fallout Teile hatten Konsequenzen mit deutlich größeren Auswirkungen aufs Spiel als sämtliche ME Teile zusammen genommen - die meisten darin waren sowieso nur Pseudo-Entscheidungen ohne relevanten Konsequenzen, ME hat(te) andere Vorzüge...

Also kann man das in Zukunft unterlassen?...
Es reicht wenn man sagt das es geplant ist, Entscheidungen mit Konsquenzen ins Spiel zu interegrieren.
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Cd-Labs: Radon Project
#2 | 12. Aug 2013, 19:19
Zitat von purpurroter pumpernickl:
"moralischer Entscheidungen à la Mass Effect"

Wieso immer der bescheuerte Bezug zu ME wenn es um Entscheidungen geht?
Erstens gabs schon lange bevor es ME überhaupt in den Köpfen der Entwickler gab Spiele mit BESSEREN Entscheidungen (z.b. Deus Ex), selbst die beiden ersten Fallout Teile hatten Konsequenzen mit deutlich größeren Auswirkungen aufs Spiel als sämtliche ME Teile zusammen genommen - die meisten darin waren sowieso nur Pseudo-Entscheidungen ohne relevanten Konsequenzen, ME hat(te) andere Vorzüge...

Also kann man das in Zukunft unterlassen?...
Es reicht wenn man sagt das es geplant ist, Entscheidungen mit Konsquenzen ins Spiel zu interegrieren.

Vor allen Dingen sind ja die REINEN gut/ böse-Entscheidungen aus MassEffect auch alles andere als ein gutes Vorbild:
Planescape: Torment (dort immerhin D&D-typische neun Varianten), The Witcher und andere haben da viel mehr geleistet!

@Topic:
Als bekennender Drakensang-Fan (siehe meinen Nick) finde ich ein solches Special natürlich fantastisch! Freue mich besonders auf Blackguards, die bisherigen Versprechen von Deadalic samt theatralischer Inszenierung und dazu passenden Bühnenbil...ähem...Kampfschauplätzen hören sich in meinen Ohren super an!
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Paxaurea
#3 | 12. Aug 2013, 19:20
Radonlabs hat einen äußerst ungünstigen Zeitpunkt für Drakensang 2 gewählt nach Dragon Age und nahe dem Release von Mass Effect 2, wobei Drakensang 2 im Grunde nur ein schnell aufgelegter Nachfolger des ersten Teils war, der trotz einiger Verbesserung nie an den ersten Teil herankam und das lag nicht nur an den 4 NPCs, die man haben konnte.

"Legenden der Magierkriege" war eigentlich ein RPG von Larian (The Lady, the Mage and the Knight", das Attic unbedingt mit einer DSA-Lizenz schmücken wollte.
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Paxaurea
#4 | 12. Aug 2013, 19:22
Zitat von purpurroter pumpernickl:
"moralischer Entscheidungen à la Mass Effect" Wieso immer der bescheuerte Bezug zu ME wenn es um Entscheidungen geht?


Stimmt, das Dialogsystem von Mass Effect gab es schon bei Kotor und spätestens ab ME 2 hatte man dann auch die körperlichen Missbildungen der dunklen Seite wieder.
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Cd-Labs: Radon Project
#5 | 12. Aug 2013, 19:41
Zitat von Paxaurea:
Radonlabs hat einen äußerst ungünstigen Zeitpunkt für Drakensang 2 gewählt nach Dragon Age und nahe dem Release von Mass Effect 2, wobei Drakensang 2 im Grunde nur ein schnell aufgelegter Nachfolger des ersten Teils war, der trotz einiger Verbesserung nie an den ersten Teil herankam und das lag nicht nur an den 4 NPCs, die man haben konnte.

"Legenden der Magierkriege" war eigentlich ein RPG von Larian (The Lady, the Mage and the Knight", das Attic unbedingt mit einer DSA-Lizenz schmücken wollte.

Das hat auch bei mir dazu geführt, dass ich mich nach wie vor nicht entscheiden kann, ob mir Teil I oder II besser gefällt.
Beide haben halt eben ihre eigenen Stärken, so hatte der erste Teil halt die fantastischen Momente bei den Ermittlungen in den Handelshäusern Neisbeck/Störrebrand und der Inquisition, während Teil II vor allen Dingen durch den deutlich gelungeneren Anthagonisten und die lebendigeren Gruppenmitglieder punktete.

Trotzdem merkt man aber beiden Spielen in meinen Augen an, dass ein großer Teil des Budget in die Weiterentwicklung der NebulaEngine geflossen ist (dabei aber der MultiCoreSupport irgendwie vergessen wurde...) und man sich deshalb halt eben von allem MEHR und das dann auch ausgereifter gewünscht hätte.
Naja, ich gebe immer noch nicht die Hoffnung auf, dass Bigpoint irgendwann versteht, dass Browsergames (in der von ihnen vorrangetrieben Form) dem Untergang geweiht sind und ihnen nen Fettes Budget geben, damit ein fantastischer dritter Teil erscheint.

Wobei Bigpoints Meinung dazu wohl heißen wird:
"Die Hoffnung stirbt zuletzt, denn vorher stirbst du!"
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Bunkerknacker
#6 | 12. Aug 2013, 19:44
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Avatar Ramireza
Ramireza
#7 | 12. Aug 2013, 19:50
Zitat von purpurroter pumpernickl:
"moralischer Entscheidungen à la Mass Effect"

Wieso immer der bescheuerte Bezug zu ME wenn es um Entscheidungen geht?
Erstens gabs schon lange bevor es ME überhaupt in den Köpfen der Entwickler gab Spiele mit BESSEREN Entscheidungen (z.b. Deus Ex), selbst die beiden ersten Fallout Teile hatten Konsequenzen mit deutlich größeren Auswirkungen aufs Spiel als sämtliche ME Teile zusammen genommen - die meisten darin waren sowieso nur Pseudo-Entscheidungen ohne relevanten Konsequenzen, ME hat(te) andere Vorzüge...

Also kann man das in Zukunft unterlassen?...
Es reicht wenn man sagt das es geplant ist, Entscheidungen mit Konsquenzen ins Spiel zu interegrieren.


Vor allem hatten die Entscheidungen in Mass Effect nie wirklich weitreichende Auswirkungen. Keine Ahnung warum ME immer so gerne Speerspitze von "choice and consequences" genannt wird.
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Cd-Labs: Radon Project
#8 | 12. Aug 2013, 19:50
Zitat von Bunkerknacker:


Am Fluß der Zeit war besser inszeniert, das Miteinander der Charaktere hat viel besser funktioniert und eine spürbare, familiäre Stimmung erzeugt, es war abwechslungsreicher, vielfältiger in seinen Möglichkeiten, wie der erste Teil super vertont, die Quests noch interessanter und spaßiger und auch sonst war der zweite Teil einfach das rundere Spiel mit besseer Steuerung und weniger Längen. Im Gegensatz zu vielen heutigen Titeln war der zweite Teil keinesfalls eben mal so hingerotzt, auch dort oder vielleicht gerade darin, steckte unglaublich viel Liebe zum Detail. Denn so ziemlich alles, was der erste Teil nur andeutet, wurde hier behandelt und das auf wunderschöne Art und Weise.
Dass die Masse lieber mit einem Mass Effect Deckungsshooter die Zeit totschlägt, ist schon traurig genug.

Trotzdem hat auch der erste Teil so seine Vorteile: Denn das war halt einfach erheblich länger und hatte deshalb auch einfach mehr Abwechslung von den Handlungsschauplätzen her zu bieten.
Wobei es dafür dann allerdings trotzdem erheblich gestreckter wirkte als Teil II und einige der schlimmsten (im sinne von "Öde") Dungeons in der C-RPG-Geschichte enthielt!
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Avatar Ramireza
Ramireza
#9 | 12. Aug 2013, 19:54
Zitat von Paxaurea:


Stimmt, das Dialogsystem von Mass Effect gab es schon bei Kotor und spätestens ab ME 2 hatte man dann auch die körperlichen Missbildungen der dunklen Seite wieder.


Und Kotor war gegenüber Mass Effect was c&c angeht sogar noch ein Schwergewicht, schließlich konnte man bei Kotor wirklich böse sein. Bei ME war man eigentlich schlimmsten falls nur "ruthless, aber am Ende immer der strahlende Held, egal welche Antworten man gab.
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Avatar Bunkerknacker
Bunkerknacker
#10 | 12. Aug 2013, 20:07
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