GameStar Dave, warum gebt ihr euch bei Age of Empires Online so geheimniskrämerisch? Derzeit läuft der geschlossene Betatest, über den wir aber kaum berichten dürfen. Nicht mal eigene Screenshots sind erlaubt ...

Dave Luehmann Doch, ihr dürft eigene Screenshots machen! Ihr dürft sie nur nicht veröffentlichen. (lacht) Es ist ja nicht so, dass wir nicht über das Spiel reden wollen. Wir möchten nur nicht voreilig in die »Schnee von gestern«-Schublade gesteckt werden, weil wir zu früh alles verraten haben. Also enthüllen wir nach und nach einzelne Elemente, jetzt zum Beispiel das Geschäftsmodell.

GameStar Warum habt ihr euch überhaupt dazu entschieden, ein Free2Play-Spiel zu entwickeln?

Dave Luehmann Dieser Trend hat die ganze Industrie ergriffen. Die Geschäftsmodelle verändern sich, insbesondere die PC-Spiele konzentrieren sich mehr und mehr auf online. Denn bei Free2Play-Spielen sinkt die Gefahr von Raubkopien, außerdem können die Fans die Spielerfahrung auf ihre Vorlieben zuschneiden. Denn sie bezahlen nur für das, was sie wirklich mögen. Früher mussten sie einen Haufen Geld ausgeben, ohne zu wissen, ob ihnen das Spiel überhaupt gefällt.

Age of Empires Online
Als Premium-Kultur wie hier die neu eingeführten Babylonier starten wir direkt auf Stufe 20 und sparen viel Zeit.

GameStar Der Markt für Strategiespiele schrumpft allerdings. Neben Starcraft, Civilization und Total War gibt‘s eigentlich keine großen Serien mehr. Ist Free2Play mit Rollenspiel-Elementen der Ausweg?

Dave Luehmann Könnte sein, diesen Weg gehen ja noch andere Spiele [etwa League of Legends oder Company of Heroes Online]. Außerdem ist der Strategiemarkt noch lange nicht tot, im Gegenteil: Starcraft und Civilization haben gezeigt, dass das Genre viele Fans hat. Auch auf unsere Umfragen bekommen wir sehr positives Feedback, wir sind also zuversichtlich.

GameStar Kontrovers diskutiert wurde dafür der comichafte Grafikstil von Age of Empires Online. Warum habt ihr euch dafür entschieden?

Dave Luehmann Aus drei Gründen. Erstens ist Age of Empires Online nicht Age of Empires 4, es soll sich von den Vorgängern abheben. Zweitens soll das Spiel auch in drei oder vier Jahren noch beliebt sein, und Comicgrafik altert eben langsam. Drittens lässt sich die Grafik sehr gut skalieren, sodass das Spiel auch noch auf älteren Rechnern läuft.

GameStar Wie viele Leute arbeiten eigentlich an Age of Empires Online?

Dave Luehmann Oha, lasst mich nachzählen: Wir haben rund 30 Tester, 20 Leute im Management und zwischen 30 und 50 Entwickler ...

GameStar Und wie viele der Entwickler waren zuvor bei den Ensemble Studios?

Dave Luehmann Die meisten, auch wenn mir die genaue Anzahl gerade nicht einfällt.