Während die Absage des Champions League-Spiels zwischen Manchester City und Borussia Mönchengladbach für die Fans vor Ort sicher eine große Enttäuschung war, konnten sich die daheim geblieben Fußballfreunde die gewonnene Zeit zumindest mit der neuen PC-Demo von FIFA 17 vertreiben.

Zum Thema » Kolumne So geht Fußball-Feeling! » FIFA 17 PC-Demo jetzt über Origin zum Download FIFA 17 ab 4,99 € bei Amazon.de FIFA 17 für 53,99 € bei GamesPlanet.com Direkt nach ihrer Veröffentlichung gab es zwar durch überlastete Server bei vielen Spielern erste Anlaufschwierigkeiten, inzwischen klappt der etwa 7,6 GByte große Download unserer Erfahrung nach aber reibungslos. Besondere Aufmerksamkeit erlangt die neueste FIFA-Version vor allem durch die Verwendung der Frostbite-Engine von DICE, die unter anderem in Battlefield 1, Star Wars: Battlefront und Need for Speed zum Einsatz kommt.

Wir prüfen in diesem technischen Ersteindruck anhand der Demo mit Benchmarks und Screenshots, wie hoch die Systemanforderungen von FIFA 17 ausfallen und wie gut das Spiel durch die neue Engine aussieht. Dabei steht vor allem der Vergleich mit dem Vorgänger FIFA 16 im Mittelpunkt, der die Ignite Engine verwendet, die auch schon in FIFA 14 und FIFA 15 zum Einsatz kam.

FIFA 17 vs. FIFA 16: Systemanforderungen

Minimale Systemanforderungen

FIFA 17

FIFA 16

Prozessor

Core i3 2100 / AMD Phenom II X4 965

Intel Core i3 2100 / AMD Athlon II X4 620

Grafikkarte

AMD Radeon R7 260 / Nvidia GTX 460

AMD Radeon HD 5770 / Nvidia GTX 650

Arbeitsspeicher

8,0 GByte

4,0 GByte

Festplattenspeicher

50,0 GByte

15,0 GByte

DirectX

11.0

11.0

Empfohlene Systemanforderungen

FIFA 17

FIFA 16

Prozessor

Core i5 3550 / AMD FX 8150

Intel Core i5 2550K / AMD FX 6350

Grafikkarte

AMD Radeon R9 270 / Nvidia GTX 660

AMD Radeon HD 6870 / Nvidia GTX 460

Arbeitsspeicher

8,0 GByte

8,0 GByte

Festplattenspeicher

50,0 GByte

15,0 GByte

DirectX

11.0

11.0

Die offiziellen Systemanforderungen steigen in FIFA 17 moderat an. Es werden zwar etwas schnellere Grafikkarten und Prozessoren gefordert, allerdings gehören selbst die empfohlenen Modelle wie die Geforce GTX 660 oder der Core i5 3550 immer noch zu Hardware-Generationen, die bereits mehrere Jahre alt sind. In Anbetracht der sehr überschaubaren »Spielwelt« in Form eines Fußballfeldes überrascht das gleichzeitig nicht wirklich.

Statt mindestens 4,0 GByte verlangt das Spiel jetzt außerdem 8,0 GByte RAM. Das passt auch zu unseren eigenen Messungen, nach denen FIFA 17 bei maximalen Details und vierfacher Kantenglättung etwa 6,0 bis 7,0 GByte Arbeitsspeicher belegt. Gegenüber FIFA 16 steigt zudem der Bedarf an Festplattenspeicher deutlich (50 statt 15 GByte)

Zu guter Letzt erhöht sich durch die neue Grafik auf Basis der Frostbite-Engine auch der VRAM-Bedarf. Während FIFA 16 bei maximalen Details und vierfacher Kantenglättung in Full HD (1920x1080) mit 1,5 GByte auskommt und selbst in 4K (3840x2160) höchstens knapp über 2,0 GByte Grafikspeicher belegt (gemessen mit einer GTX 1070), sind es bei FIFA 17 etwa 2,2 GByte in Full HD und 3,5 GByte in 4K.

Unsere Benchmarks weiter unten legen aber nahe, dass sich das auf den Anspruch an die Hardware in der Praxis kaum auswirkt. So ist die R9 270X mit 2,0 GByte VRAM selbst in 4K noch in der Lage dazu, mehr als flüssige fps zu erreichen. Insgesamt ist FIFA 17 damit in Sachen Systemanforderungen genau wie seine Vorgänger ein vergleichsweise genügsames Spiel.

Grafikvergleich

FIFA 17 vs. FIFA 16 : FIFA 17: 4K-Screenshot von Jeromé Boateng

Spielermodell: FIFA 17
FIFA 17: 4K-Screenshot von Jeromé Boateng

Optisch macht FIFA 17 durch die Frostbite-Engine einen Schritt nach vorne, riesig sind die Unterschiede allerdings nicht. Zum Vergleich haben wir neben dem Video auf Basis der PS4-Version zu Beginn dieses Artikels auch einige 4K-Screenshots der PC-Versionen von FIFA 17 und FIFA 16 angefertigt. Um sich ein möglichst genaues Bild der Grafikqualität machen zu können, vergrößern Sie die Ansicht am besten per Links-Klick auf den ersten Screenshot und wählen anschließend jeweils oben links die Schaltfläche »Originalgröße anzeigen« aus.

Die Gesichter wirken in FIFA 17 etwas detaillierter und polygonreicher, die Beleuchtung sieht intensiver und realistischer aus und der Rasen ist feinteiliger. Auf den Vergleichsbildern fällt außerdem die gegenüber Fifa 16 etwas weniger intensive Farbgebung auf. Wie groß die Unterschiede in diesem Punkt sind, hängt allerdings auch von der Spielzeit und den Wetterbedingungen ab, die sich in der Demo von FIFA 17 nicht ändern lassen.

Beim Publikum hat sich dagegen kaum etwas getan, zudem sind viele der optischen Unterschiede in der typischen Spielansicht aus relativ großer Distanz kaum noch wahrnehmbar. Von der neuen Pyrotechnik haben wir bislang übrigens trotz mehrerer Testpartien noch nichts zu sehen bekommen. Das ändert allerdings nichts daran, das FIFA 17 auf dem PC das optisch bislang schönste Fußballspiel ist, wobei jetzt endlich auch 21:9-Auflösungen von Haus aus unterstützt werden.

FIFA 17 vs. FIFA 16 : Die Demo von FIFA 17 unterstützt im Gegensatz zum Vorgänger ohne zusätzliche Tools oder Tricks das Spielen in 21:9-Auflösungen. Dadurch ist permanent ein Großteil des Spielfelds sichtbar.

21:9-Format
Die Demo von FIFA 17 unterstützt im Gegensatz zum Vorgänger ohne zusätzliche Tools oder Tricks das Spielen in 21:9-Auflösungen. Dadurch ist permanent ein Großteil des Spielfelds sichtbar.

Benchmarks

Die wichtigste Nachricht vorab: Wenn FIFA 16 auf Ihrem PC gut spielbar läuft, dann werden Sie unseren Messungen nach auch in FIFA 17 problemlos flüssige Bildraten erreichen.

Für die Benchmarks haben wir jeweils die Standardkamera und den normalen Spielverlauf verwendet. In Fifa 17 hat sich der Winkel dieser Kamera etwas verändert, außerdem ist die Distanz zum Rasen ein Stück größer. Für beide Spiele gilt, dass die fps bei Kameraperspektiven, die deutlich näher am Geschehen dran sind (etwa in Form der Orbit-Kamera aus der manuellen Sofortwiederholung) und in den automatischen Wiederholungen teils deutlich niedriger liegen. Für das Spielgeschehen an sich ist das aber nicht entscheidend.

In Full HD liegen die fps auf allen drei Testsystemen in FIFA 17 minimal höher als in FIFA 16, wobei man auch die angepasste Standard-Kameraperspektive nicht vergessen darf. Das hat aber nur geringen Einfluss auf die fps, wirklich nennenswert sind die Unterschiede außerdem ohnehin nicht. In 4K läuft der neueste FIFA-Teil sowohl mit der Radeon R9 270X als auch mit der Radeon R9 Fury sogar ein gutes Stück schneller als sein direkter Vorgänger. Nur die Geforce GTX 1070 ist bei 4K-Auflösung in FIFA 17 etwas langsamer als in FIFA 16.

Das mag auf den ersten Blick überraschen, allerdings gibt es eine naheliegende Erklärung dafür: DICE hat bereits in der Vergangenheit intensiv mit AMD zusammengearbeitet, etwa in Form der Unterstützung von AMDs DirectX 12-ähnlicher Low Level-API Mantle in den Frostbite-Titeln Battlefield 4 und Dragon Age: Inquisition. Das muss jedoch nicht bedeuteten, dass die Optimierung für Nvidia-Grafikkarten bewusst vernachlässigt wurde, stattdessen kann die Frostbite-Engine die Leistung der AMD-Grafikkarten auf Basis der Graphics Core Next-Architektur vermutlich nur besonders gut ausreizen. Dass davon primär in 4K etwas zu spüren ist, dürfte gleichzeitig an einer altbekannten Schwäche des AMD-Treibers liegen, durch die der Prozessor in niedrigeren Auflösungen unter DirectX 11 oft unnötig stark zum limitierenden Faktor wird.

Bei all dem ist allerdings nicht zu vergessen, dass es sich nur um eine Demo handelt, für die bislang außerdem weder von AMD noch von Nvidia optimierte Treiber zur Verfügung stehen. Außerdem sind die fps auf allen Testsystemen selbst in 4K durch die überschaubaren Render-Anforderungen problemlos hoch genug, um ausreichend flüssigen Spielspaß zu ermöglichen.

Fifa 17 vs. Fifa 16 Standardkamera
Fifa 17
Fifa 16
134
132
0
52
104
156
208
260
Gemessen in fps. Je höher, desto schneller. Unter 30 fps nicht mehr optimal spielbar.