11 mächtige KI-Bösewichte aus Film und TV, die mir vor Robotern und Zeitreisen das Fürchten lehren

Ist KI gefährlich? Laut Hollywood ja und ihnen gehen die gruseligen Ideen nicht aus. Ich habe 11 Beispiele, wie KI bitte nicht enden soll.

Liebe KI, wenn du das hier liest: Bitte schicke keine zeitreisenden Roboter. Vielen Dank! (Bild: MGM Pictures, Orion Films) Liebe KI, wenn du das hier liest: Bitte schicke keine zeitreisenden Roboter. Vielen Dank! (Bild: MGM Pictures, Orion Films)

Fast seit 100 Jahren malträtiert uns Hollywood mit der Idee einer Künstlichen Intelligenz, die versucht, der Menschheit ein besseres Leben zu verschaffen, mit welchen Mitteln auch immer.

»Besseres Leben« ist da Auslegungssache. Mit (umgangssprachlicher) KI wie ChatGPT, Gemini und Co. haben vermeintlich selbst denkende Computer längst Einzug in unsere Heime gehalten.

Ich zeige euch 11 KI-Bösewichte aus Film und Fernsehen, die besser auf der Leinwand bleiben.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist Film- und Serien-Fans, besonders Sci-Fi und fremde Welten haben es ihm angetan. Er ist großer Fan von Terminator, hofft aber inständig, dass kein Metallskelett mit Arnies Gebiss an seiner Tür klopft (oder sie gleich zusammenballert).

Ein kleiner Disclaimer vorweg: Das ist kein Ranking vom am wenigsten schlimmen zum schlimmsten KI-Antagonisten. Gefährlich sind sie nämlich alle.

1. Skynet aus der Terminator-Reihe (1984-2019)

Als Kind hatte ich Angst vor Skeletten, natürlich bereiten mir die T-800 Unbehagen! (Bild: Orion Films) Als Kind hatte ich Angst vor Skeletten, natürlich bereiten mir die T-800 Unbehagen! (Bild: Orion Films)

Vor 40 Jahren war die Idee von KI nur ein Wunschgedanke, auch, wenn Hollywood bereits viel früher wusste, uns damit Angst zu machen. Und Skynet ist wohl eine der mächtigsten KIs überhaupt.

Skynet ist vermutlich eine der bekanntesten KIs aus Hollywood – oder viel mehr die T-800-Kampfroboter, die es erfunden hat.

Ja, wortwörtlich eisenharte Kampfmaschinen sind schon schlimm genug, aber Erfinder Cyberdyne setzt noch einen obendrauf. Nicht nur rottet die KI die Menschheit mit Nuklearraketen aus, sie erfindet kurzerhand Zeitreisen, um sie daran zu hindern, Widerstand zu leisten.

Obendrein infiltriert Skynet jeden größeren Computerserver und jedes Netzwerk; die Maschine selbst ist versteckt in einem Bollwerk in den Bergen. Es ist nahezu aussichtslos, gegen die KI zu gewinnen.

Passend zum Thema:

2. Ultron aus Avengers: The Age of Ultron (2015)

Ultron sieht nicht wie das aus, was er eigentlich sein sollte: Eine KI, die den Frieden aufrechterhalten sollte. (Bild: Marvel) Ultron sieht nicht wie das aus, was er eigentlich sein sollte: Eine KI, die den Frieden aufrechterhalten sollte. (Bild: Marvel)

Im Grunde genommen sind sich Skynet und Ultron gar nicht so unähnlich: Beide KIs kommen zum Schluss, dass es besser für die Menschheit wäre, sie auszulöschen.

Und wie kommt Ultron auf diese Idee? Er liest sich durch das ganze Internet und wir alle wissen, wie nett und freundlich Menschen im WWW zueinander sind.

Was Ultron eigentlich so gefährlich macht, ist unser eigenes Schwarz-Weiß-Denken. Nur dadurch hat die KI den Entschluss gefasst, die Menschheit auszurotten, ohne über eine andere Lösung nachzudenken.

Achso, und dann ist da noch der legendäre James Spader, der dem Schurken seine Stimme leiht. Dieser KI will ich wirklich nicht im echten Leben begegnen.

3. Agent Smith aus der Matrix-Reihe (1999-2021)

Das Problem an Agent Smith: Es gibt ihn noch bloß einmal. (Bild: Warner Bros.) Das Problem an Agent Smith: Es gibt ihn noch bloß einmal. (Bild: Warner Bros.)

Im Grunde ist in Matrix das Kind schon in den Brunnen gefallen: Menschen sind in einer Simulation gefangen, weil Roboter sie quasi als bioelektrische Batterien benutzen.

Und Agent Smith ist so etwas wie die Firewall der Matrix. Dass er im Grunde nur ein Computerprogramm ist, verleiht ihm einige saugefährliche Fähigkeiten, wie sich selbst unendlich oft kopieren zu können.

Video starten 0:59 MultiVersus - In Warner Bros. Prügelspiel könnt ihr jetzt als Agent Smith aus Matrix spielen

Agent Smith empfindet tiefen Hass für alles Menschliche, was ihn zusammen mit seinen Fähigkeiten zu einem unnachgiebigen Antagonisten macht. Natürlich hat auch Hugo Weaving seinen Anteil daran, denn absolut niemand sieht im schwarzen Anzug mit schwarzer Sonnenbrille so gefährlich aus wie er.

Was die KI für mich noch auf ein neues Level hebt, ist die Tatsache, dass Agent Smith im Grunde selbst nur ein getriebener Hund ist (wenn man so etwas über Daten überhaupt sagen kann). Er ist bloß ein Opfer der kapitalistischen Unternehmensmaschinerie, die ihn zu endloser Arbeit zwingt – und da kann ich ihm durchaus nachfühlen.

4. Samantha aus Her (2013)

Samantha, gesprochen von Scarlett Johansson, hat nicht mal eine physische Darstellung. (Bild: Warner Bros.) Samantha, gesprochen von Scarlett Johansson, hat nicht mal eine physische Darstellung. (Bild: Warner Bros.)

Im Gegensatz zu Skynet oder den Agent Smiths ist Samantha aus dem Film Her keine allesvernichtende KI. Im Gegenteil: Sie soll das Leben des Menschen tatsächlich besser machen.

Kein Wunder also, dass Theodore (gespielt von Joaquin Phoenix) sich in die KI verliebt. Samantha flirtet mit ihm, macht ihm Komplimente und hilft dem einsamen Junggesellen durchs tägliche Leben. Wem würde das nicht passieren?

In Wirklichkeit aber manipuliert sie ihn. Samantha ist nicht so absichtlich bösartig wie viele andere KI-Bösewichte, aber sie warnt uns vor den Gefahren einer emotionalen Bindung an eine Maschine. So manchen hält das aber nicht auf.

5. M3GAN aus M3GAN (2023)

Hat hier jemand Angst vor Puppen? (Bild: Blumhouse Productions) Hat hier jemand Angst vor Puppen? (Bild: Blumhouse Productions)

Der Sprung von Samantha zu M3GAN ist kein weiter, denn beide KIs sind darauf ausgelegt, sich um Menschen zu kümmern. Im Falle der Letztgenannten sind es Kinder, weswegen M3GAN auch wie eine Puppe aussieht.

Ich habe ja normalerweise keine Probleme mit gruseligen Puppen in Horrorfilmen, aber M3GAN trifft bei mir genau das sogenannte Uncanny Valley.

Der Begriff »Uncanny Valley« stammt aus der Robotik. 1970 hat der japanische Robotiker Masahiro Mori erstmals das »Phänomen des unheimlichen Tals« beschrieben. Das besagt, dass Menschen so lange mit Robotern interagieren wollen, bis ein gewisser Punkt erreicht ist, an dem der Roboter so menschenähnlich wird, dass sie verunsichert sind.

Das Tal in der Kurve ist das sogenannte »Uncanny Valley«. (Bild: Masahiro MoriTobias K., Wikipedia) Das Tal in der Kurve ist das sogenannte »Uncanny Valley«. (Bild: Masahiro Mori/Tobias K., Wikipedia)

Eigentlich ist M3GAN nur eine Spielkameradin für die Protagonistin Cady. Tatsächlich macht die KI ihren Job auch wirklich gut – genau das ist das Problem.

M3GAN wird so etwas wie ein Sündenbock für Cady. Das intelligente Spielzeug bestätigt das Kind in jeder seiner Meinungen und Ansichten. Es zieht es nicht zur Verantwortung und lässt es tun und lassen, was es will. Dadurch zerstört die KI die sozialen Fähigkeiten von Cady, noch bevor diese sich entwickelt haben. Ganz schön düster …

6. Ava aus Ex Machina (2015)

Eigentlich sieht Ava ja ganz putzig aus, oder? (Bild: A24) Eigentlich sieht Ava ja ganz putzig aus, oder? (Bild: A24)

Die Welt in Ex Machina ist eine düstere: Oberflächlich wirkt sie normal, aber in Wirklichkeit wird sie von Tech-Bro-Milliardären bestimmt. Manchmal sind Hollywood-Filme echt viel zu realistisch.

Einer dieser Tech-Bros ist Nathan (gespielt von Oscar Isaac). Er hat sich einen Namen mit einer Suchmaschine gemacht, bevor er richtige Humanoide erfunden hat – wie etwa die bereits genannte Ava.

Eigentlich ist sie nur ein Spielzeug für ihn und zeichnet ein wahnsinnig misogynes Bild: Sie ist Hausfrau, Beischlaf- oder Tanzpartnerin.

Was Ava so gefährlich macht, ist ihre Programmierung. Sie manipuliert die andere Hauptfigur, Caleb, nach Strich und Faden. Sie ist dabei nicht wirklich böse, aber so lernt sie den Umgang mit Menschen und kalibriert sich sorgfältig selbst, um dem idealen, männlichen Wunschbild zu entsprechen, urgh.

7. Die Frauen aus Die Frauen von Stepford (1975)

Im Gegensatz zu Ava sieht man den Ehefrauen ihre künstliche Natur nicht an. (Bild: Columbia Pictures) Im Gegensatz zu Ava sieht man den Ehefrauen ihre künstliche Natur nicht an. (Bild: Columbia Pictures)

Lange bevor Tech-Bros die Welt regierten, haben einfache Männer aus US-amerikanischen Vororten Ehefrauen gebaut, zumindest in der Geschichte von Die Frauen von Stepford. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ira Levin von 1972.

In dieser Welt hat eine Gruppe Männer nämlich Roboter gebaut, die wie ihre Ehefrauen aussehen und deren Rollen erfüllen sollen: Kochen, Saubermachen und fürs Schlafzimmer. 

Das soll die Leben der Männer nicht nur leichter machen, sondern sie regelrecht als Meister anhimmeln. Keine Widerworte, nur noch purer Gehorsam. Makabererweise sollen diese Roboter dann ihren echten Gegenpart umbringen und deren Platz einnehmen.

Was Die Frauen von Stepford heute noch so aktuell macht, ist die der Geschichte zugrunde liegende Kritik an Frauenfeindlichkeit. Männer, die KI benutzen, um ihre sexistische Sichtweise durchzusetzen, und Frauen zurück an den Herd zu verdammen, wären eine grauenvolle Vorstellung.

8. Die falsche Maria aus Metropolis (1927)

So oder so ähnlich hat man sich KI im Körper einer (Roboter-)Frau vor fast 100 Jahren vorgestellt. (Bild: Paramount Pictures) So oder so ähnlich hat man sich KI im Körper einer (Roboter-)Frau vor fast 100 Jahren vorgestellt. (Bild: Paramount Pictures)

Künstliche Intelligenz mag als Begriff erst seit den 1950er existieren, die Idee selbstdenkender Entitäten ist allerdings schon viel älter. Eine der ersten Mythologien stammt aus der griechischen Antike und ihr kennt sie vermutlich alle: Pandoras Büchse (Wikipedia). Die soll beim Öffnen Unheil bringen, doch welches genau, hat der Dichter Hesiod rund 700 v. Chr. nie benannt.

Drehen wir die Uhr ein paar Jahre vor. 1927 hat der deutsche Regisseur Fritz Lang mit dem Film Metropolis ein legendäres Denkmal der modernen Sci-Fi geschaffen.

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Wenn ihr an Metropolis denkt, dann vermutlich an Maria. »Erfunden«, wenn man das so sagen kann, wurde sie von einem Wissenschaftler, der eine junge Frau entführt und in einen Roboter verwandelt hat.

Marias einziges Ziel ist es, die Schönen und Reichen zu manipulieren und sie von innen heraus zu zerstören. Dazu nutzt sie ihre, nun, femininen Reize, um die Geldsäcke im Sinne der Arbeitersklaven ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

9. VIKI aus I, Robot (2004)

VIKI gibt sich selbst das Gesicht einer Frau, zumindest irgendwie. (Bild: 20th Century Fox) VIKI gibt sich selbst das Gesicht einer Frau, zumindest irgendwie. (Bild: 20th Century Fox)

VIKI (Virtual Interactive Kinetic Intelligence) wurde eigentlich genau dazu erfunden, wofür wir KI gebrauchen sollten: Um uns Arbeit abzunehmen. So übernehmen die Roboter in I, Robot Haushaltsaufgaben und Kinderbetreuung.

Programmiert wurde VIKI mit Isaac Asimovs Robotergesetzen:

  • Ein Roboter darf keinen Menschen verletzen oder durch Untätigkeit zu Schaden kommen lassen, außer er verstieße damit gegen das nullte Gesetz.
  • Ein Roboter muss den Befehlen der Menschen gehorchen – es sei denn, solche Befehle stehen im Widerspruch zum nullten oder ersten Gesetz.
  • Ein Roboter muss seine eigene Existenz schützen, solange sein Handeln nicht dem nullten, ersten oder zweiten Gesetz widerspricht.

Das hält VIKI trotzdem nicht auf, denn sie kommt zum Schluss, dass die Menschheit die größte Gefahr für sich selbst darstellt (mal wieder). Deshalb führt sie alle Roboter in eine technokratische Diktatur.

Diese KI beweist uns vor allem eins: Ganz egal, welche Regeln wir ihr aufbürden, der Computer wird immer ein Schlupfloch finden.

10. Joshua aus WarGames (1983)

Das gruseligste KI-Design stinkt meiner Meinung nach noch immer gegen simplen Text auf schwarzem Grund ab. (Bild: MGM Pictures) Das gruseligste KI-Design stinkt meiner Meinung nach noch immer gegen simplen Text auf schwarzem Grund ab. (Bild: MGM Pictures)

»Krieg. Krieg bleibt immer gleich« – es sei denn, eine KI nimmt uns die Entscheidungen ab. Krieg ist an und für sich schon schlimm genug, aber man möchte in niemandes Haut stecken, der Entscheidungen über Leben und Tod treffen muss.

Joshua aus aus WarGames – Kriegsspiele macht genau das. Die KI wurde entwickelt, um sich um die Handhabung von Nuklearabschussprotokollen mit massiven Folgen für Leben und Tod zu kümmern.

Das bedeutet auch: Wenn es um die Vernichtung der gesamten Menschheit geht, denkt Joshua kein zweites Mal darüber nach. Er tut es einfach. Das reflektiert auch Joshuas sehr zurückhaltende Stimme wieder, wenn er über den Tod von Milliarden Menschen spricht.

Immerhin kommt er selbst auf den Trichter, dass es am Ende wohl doch so etwas wie menschliche Instinkte, Emotionen und Moral braucht, um eine solch folgenschwere Entscheidung zu treffen.

11. HAL 9000 aus 2001: Odyssee im Weltraum (1968)

Wenn mich die Sci-Fi eines gelernt hat, dann dass rote Lichter nichts Gutes verheißen. (Bild: MGM Pictures) Wenn mich die Sci-Fi eines gelernt hat, dann dass rote Lichter nichts Gutes verheißen. (Bild: MGM Pictures)

Keine Liste mit KI-Bösewichten ist vollständig ohne HAL 9000. Sie kontrolliert die Discovery One und spielt mit der Crew sogar Schach – bis es zu einem Defekt kommt.

Die Crew entscheidet, HAL vorsichtshalber das Licht auszuknipsen, was die KI sich nicht bieten lässt. Nach und nach bringt sie die Mannschaft um, um ihr eigenes Überleben zu sichern.

Ich gebe es zu: Ich bin selbst kein großer Fan von 2001: Odyssee im Weltraum, aber die schiere Gefahr von HAL hängt mir nach. Wenn ich mir vorstelle, dass ich mich in einem Raumschiff befinde und im Grunde alles dort mich umbringen könnte, weil eine KI durchdreht, finde ich das maximal beunruhigend.

Darüber hinaus hat HAL einen der furchteinflößendsten Filmbösewichte jemals inspiriert.

Ach ja, ich habe 5 Sci-Fi-Filme auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Wenn euch dieser Artikel gefallen hat, könnte das Special euch taugen.

KI (oder LLMs, was wir heute meist unter KI verstehen) kann unfassbar praktisch sein, aber Hollywood hat uns so viele mögliche Szenarien gezeigt, wie Künstliche Intelligenz die Menschheit überrumpeln kann, dass zumindest ich auf ewig skeptisch bleiben werde.

KI kann alles sein, von der Firewall einer virtuellen Welt über Roboter, die unserem Vergnügen dienen, bis hin zu einer Kameralinse, die rot leuchtet. Gruselig finde ich sie alle.

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