Bevor computergenerierte Effekte das Ruder übernahmen, mussten Set- und Maskenbildner kreativ werden, um aus dem Nichts beeindruckende Effekte zu schaffen.
Manchmal reicht aber auch schiere Quantität, um zu beeindrucken – wie im Fall von Starship Troopers.
Darum geht es in Starship Troopers: Der junge Johnny Rico schließt sich einer mobilen Infanterie an, um gegen außerirdische Bugs zu kämpfen. Der Film kombiniert brutale Action mit satirischer Kritik an Militarismus, Propaganda und Faschismus.
Als ein Anti-Kriegsfilm, ist in Starship Troopers viel Militär zu sehen. Und Paul Verhoeven stellte sicher, dass so realistisch dargestellt wurde, wie nur möglich.
Wenn Waffen, dann richtig
Der Regisseur entschied Mitte der 90er für praktische Effekte, was dem Film schlussendlich guttat. CGI, vor allem zu der Zeit, war noch nicht so weit gediehen wie heute, und hätte Starship Troopers womöglich einen zu »cleanen« Look verliehen.
Das bedeutete aber auch: Waffen, die (Platz-)Patronen abfeuerten. Während des Drehs wurden auf Geheiß des Waffen-Koordinators Robert »Rock« Galotti über 300.000 Platzpatronen verschossen.
3DFV mutmaßt, dass das ein logistischer Albtraum gewesen sein muss. Nicht nur, weil man so viele Schuss erst einmal lagern muss. Es ging auch um das Timing der Schüsse und darum, die Sicherheit aller zu gewährleisten – und wer Starship Troopers gesehen hat, weiß, wie viel da geballert wird.
Verhoeven hat bereits in Totall Recall und RoboCop mit praktischen Effekten gearbeitet. Heute sehen wir CGI überall.
- Oft ist CGI günstiger. Riesige Sets, Animatronics oder aufwendige Requisiten schlagen eher zu Buche als Computereffekte.
- Es gibt Dinge, die nur CGI kann: Fremde Planeten, riesige Monster, Raumschiffe im Weltall oder ganze zerstörte Städte funktionieren nach heutigen Standards nicht mehr nur mit praktischen Effekten.
- CGI ist sicher: Autos crashen ineinander oder Gebäude fallen in sich zusammen, ohne dass jemand verletzt werden kann.
Doch praktische Effekte wirken echter. Echter Rauch von echten Waffen, mit der echten Reaktion von Schauspielern. Diese Effekte wollte sich Verhoeven zunutze machen.
Warum Hollywood diesen Rekord (vermutlich) nicht brechen wird
Wie bereits erwähnt, steckt enorm viel logistische Arbeit hinter der Tatsache, dass 300.000 Platzpatronen verschossen wurden – und die würde heute kein Studio mehr auf sich nehmen oder überhaupt genehmigen.
- Die Munition muss eingekauft werden.
- Die Munition muss an diverse Sets verschifft werden.
- Die Munition muss gelagert werden.
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Starship Troopers Extermination bekommt eine Solo-Kampagne und Johnny Rico persönlich ist zurück
Darüber hinaus spielt vor allem Sicherheit eine riesige Rolle. Nichts beweist das mehr als der tragische Unfall am Set des Westerns »Rust«. Alec Baldwin hatte 2021 versehentlich eine Kamerafrau erschossen, weil seine Waffe (die eigentlich eine Attrappe hätte sein sollen), mit echter Munition geladen war. Heute bereut der Regisseur, den Film überhaupt geschrieben zu haben (FAZ).
Starship Troopers könnt ihr übrigens auf Disney Plus streamen.
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Obwohl Starship Troopers heute Kultstatus genießt, war der Film 1997 ein Flop an den Kinokassen. Das kolportierte Budget beläuft sich auf rund 100 Millionen US-Dollar, weltweit eingenommen hat der Sci-Fi-Streifen gerade einmal 120 Millionen.
Und vielleicht ist der Film rückblickend auch ein Monument seiner Zeit. Heute kämen 300.000 Patronen nämlich aus dem Computer.







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