Peak Brightness, Outdoor Brightness und Co.
Vorsicht vor verwirrenden Herstellerangaben: Wenn ihr die technischen Daten von Smartphones vergleicht, stoßt ihr häufig auf verschiedene Helligkeitsangaben wie »Peak Brightness« oder »lokale Spitzenhelligkeit«, »Outdoor Brightness« oder »HBM (High Brightness Mode)«. Diese Begriffe bedeuten jedoch unterschiedliche Dinge.
Peak Brightness oder lokale Spitzenhelligkeit beschreibt die maximale Helligkeit, die nur kleine Bereiche des Displays erreichen können - in der Regel gilt sie bei HDR-Videowiedergabe.
Diese Werte können beeindruckende 3.000, 4.000 oder sogar mehr als 5.000 Nits erreichen, sind aber für die Alltagsnutzung irrelevant. Im normalen Gebrauch wird niemals der gesamte Bildschirm so hell.
Outdoor Brightness oder Max Brightness sind dagegen die Werte, die zählen: Hier wird die maximale Helligkeit des gesamten Bildschirms bei direktem Sonnenlicht angegeben.
Der High Brightness Mode (HBM) beschreibt denselben Zustand - die automatische Helligkeitserhöhung bei erkanntem starkem Umgebungslicht.
Das Dilemma mit Herstellerangaben
Allerdings geben manche Hersteller teils nur die HDR-Werte an, womöglich um ihre Displays auf dem Papier heller erscheinen zu lassen. Nicht selten verschweigen sie die echten, wichtigeren Outdoor-Helligkeitswerte.
Samsung bewirbt unter anderem das S25 Ultra mit 2.600 Nits Spitzenhelligkeit, während die tatsächliche Vollbild-Helligkeit bei Sonnenschein 1.500 Nits beträgt.
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Meine Empfehlung für verlässliche Werte: Sucht das gewünschte Smartphone-Modell auf GSMArena.com. Die Plattform führt eigene, standardisierte Messungen der HBM-Helligkeit durch.
So erhaltet ihr vergleichbare, praxisrelevante Werte für eure Kaufentscheidung. Nicht für jedes Handy-Modell stehen die Messwerte bereit, allerdings für eine Vielzahl aktueller Geräte.
Wie hell sollte ein Smartphone-Display wirklich sein?
Die Frage »Wie hell sollte mein Handy-Display sein?« hängt von eurem Nutzungsverhalten ab.
Die Mindestgrenze würde ich bei 600 Nits festlegen - das ist das absolute Minimum, um Bildschirminhalte bei direkter Sonneneinstrahlung noch halbwegs ablesen zu können und selbst dann ist es schon etwas schwierig beziehungsweise anstrengend für die Augen.
Hier ein Beispielbild mit drei meiner iPhones bei hellem Sonnenlicht:
Auf dem Bild zu sehen (von links nach rechts):
- iPhone 4: 500 Nits
- iPhone X: 700 Nits
- iPhone 13 Pro: 1.000 Nits
Für komfortable Outdoor-Nutzung empfehle ich mindestens 1.000 Nits. Ab dieser Helligkeit könnt ihr euer Smartphone auch bei grellem Sonnenlicht problemlos verwenden, ohne die Augen zu sehr anstrengen oder den Bildschirm abschatten zu müssen.
Für Outdoor-Enthusiasten sind meiner Meinung nach aber noch höhere Werte von 1.400+ Nits sinnvoll. Wer häufig in sehr hellen Umgebungen arbeitet, beim Wandern oder Radfahren navigiert oder das Smartphone als Outdoor-Kamera nutzt, profitiert von den Spitzenwerten.
Bei 1.400 Nits und mehr ist das Display auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen - etwa Gegenlicht oder Reflexionen - noch gut ablesbar. Auch für die Augen ist die hohe Helligkeit angenehmer.
Display-Helligkeit wird oft unterschätzt
Im Smartphone-Bereich liest man viel über KI-Features, Leistung oder auch die Akkulaufzeit. Die Display-Helligkeit wird mitunter gar nicht so sehr berücksichtigt, obwohl sie aus meiner Sicht gerade zwischen Frühjahr und Herbst ein entscheidender Faktor ist, wenn man viel draußen unterwegs ist.
Immerhin entscheidet die Helligkeit darüber, ob wir das Handy wirklich überall nutzen können. Bei der Wahl eines neuen Handys würde ich diesen Faktor daher einfließen lassen – zumindest im Android-Bereich, in dem es im Vergleich zu Apple zahllose verschiedene Handy-Modelle gibt.
Was bedeuten eigentlich diese Nits?
Ein Nit entspricht einer Candela pro Quadratmeter - das ist die internationale Maßeinheit für Leuchtdichte.
Bei Monitoren lautet die Helligkeitsempfehlung laut Beetronics für Innenräume zwischen 200 und 350 Nits, bei helleren Umgebungen mit Lichteinfall bis etwa 600 Nits.
Das lässt sich so auch auf Smartphone-Displays übertragen – in Innenräumen strahlt prinzipiell jedes Handy mit Hintergrundbeleuchtung hell genug.
In erster Linie wichtig ist die Nits-Angabe daher natürlich für die Outdoor-Nutzung.
OLED vs. LCD: Was ist heller?
OLED-Displays können mittlerweile deutlich heller werden als LCD-Panels. Während LCDs durch ihr konstantes Backlight früher im Vorteil waren, erreichen moderne OLED-Displays wie im Poco F7 Pro Spitzenwerte über 1.800 Nits, die Pixel 10-Reihe sogar über 2.000 Nits.
Der Vorteil von OLED bei der Helligkeit: Einzelne Pixel können unterschiedlich hell leuchten, was zu besseren Kontrasten führt. Bei dunklen Inhalten verbrauchen OLEDs zudem weniger Strom als LCDs, da nur die benötigten Pixel leuchten.
Fazit
Während KI-Features auf Smartphones teilweise noch Spielerei sind, viele Handy-Nutzer die Leistung von Top-Chipsätzen gar nicht ausnutzen, bringt ein helles Display im Alltag einen echten Nutzen.
Das Poco F7 Pro zeigt dabei, dass eine sehr hohe Helligkeit auch gar nicht teuer sein muss. Für unter 500 Euro bekommt ihr eine Display-Qualität, die noch vor wenigen Jahren Premium-Geräten vorbehalten war.
Meine Empfehlung: Wer viel Zeit im Freien verbringt, sollte 1.400 Nits als Minimum ansetzen. Das ist einfach deutlich angenehmer für Augen und strengt nicht so sehr an.
Wie wichtig ist euch die Display-Helligkeit beim Smartphone-Kauf? Habt ihr schon mal ein Handy wegen zu dunklem Display zurückgegeben? Schreibt mir eure Erfahrungen in die Kommentare.





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