50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Game of Thrones: Zum ersten Mal seit Staffel 4 habe ich wieder richtig Lust auf Westeros, obwohl die neue Serie ganz anders wird

Der erste Trailer zu A Knight of the Seven Kingdoms verspricht absolutes Game-of-Thrones-Feeling, ohne ansatzweise wie Game of Thrones zu wirken. Ein Paradoxon, das für Alex enorm vielversprechend wirkt.

Video starten 2:33 A Knight of the Seven Kingdoms: Im ersten Trailer wirkt das GoT-Prequel überraschend fröhlich

Es ist elf lange Jahre her, dass Game of Thrones die beste Serie seiner Zeit war - zumindest für mich. Nach der vierten Staffel ging es mit dem Fantasy-Epos immer mehr bergab, bis der Tiefpunkt mit Season 8 mein Fan-Herz endgültig ausbluten ließ. 

Beim ersten Spin-Off House of the Dragon hatte ich dann zwar nochmal etwas Hoffnung geschöpft, an die goldene Zeit kommt der Tanz der Drachen aber nicht ran. Jetzt gibt’s den ersten Trailer zu A Knight of the Seven Kingdoms - eine Serie, die ganz anders als GoT und HotD wird, aber das beste liefern könnte, was wir aus Westeros noch bekommen werden. Denn der Trailer verspricht Großes … und Kleines.

Alexander Bernhardt
Alexander Bernhardt

Alex liebt das Lied von Eis und Feuer abgöttisch, kein Franchise hat jemals so einen bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen. Egal ob Bücher, Comics, Spin-Offs, Crusader-Kings-Mods oder Hand-des-Königs-Anstecker: Er konsumiert und besitzt fast alles aus Westeros. Aber auch er muss zugeben, dass die Hochzeit von Game of Thrones schon über ein Jahrzehnt vorüber ist. 

A Knight of the Seven Kingdoms wird auch sicherlich nicht wieder so ein riesiger Welterfolg, da ist er sich sicher. Aber für ihn könnte es genau das sein, was er sich erhofft.

Kleine Story

Die Abenteuer des Heckenritters Ser Duncan und seinem Knappen Egg sind Kurzgeschichten, keine überkontinentalen Epen mit großen Schlachten, Drachen und Magie wie die bisherigen Serien. Die Storys sind ortsgebunden, die Charakteranzahl begrenzt und die thematische Ausrichtung klar erkennbar. Es ist der optimale Einstieg für Westeros-Neulinge!

Die Macher haben das offensichtlich verstanden: Beispielsweise wird sich A Knight of the Seven Kingdoms das erste Mal nicht auf die epochalen Musikstücke von Ramin Djawadi verlassen, wie bei den bisherigen Serien. Dunk&Egg ist nämlich einfacher gestrickt, fast schon unschuldiger. Die neue Musik mit Banjo-Klängen im Trailer passt da umwerfend rein.

Große Charaktere

Damit meine ich nicht nur die tatsächliche Größe der Hauptfigur (Ser Duncans Schauspieler Peter Claffey ist beeindruckende 1,96 Meter groß), sondern auch die Fülle an charismatischen Figuren. Während in House of the Dragon kaum jemand wirklich sympathisch ist, gibt es mit Dunk und Egg zwei Figuren, die man aus voller Überzeugung anfeuern kann.

Ihre Chemie untereinander erinnert mich zudem an einen der besten Abschnitte aus Game of Thrones: Die Reise durch die Flusslande mit Arya Stark und Sandor Clegane. Ein vorlauter Knappe und ein simpel gestrickter Ritter, die sich erst im Laufe der Zeit aneinander gewöhnen.

Fans haben sich vor Jahren schon gewünscht, eine eigene Serie zur Reise von Arya und dem Hound zu bekommen. Jetzt kommt zumindest etwas ähnliches. Fans haben sich vor Jahren schon gewünscht, eine eigene Serie zur Reise von Arya und dem Hound zu bekommen. Jetzt kommt zumindest etwas ähnliches.

Natürlich war Arya kein offizieller Knappe und Duncan hat ein deutlich gesünderes Moralverständnis als der Hound, dennoch kommen da wohlige Erinnerungen an die guten, alten GoT-Zeiten zurück.

Eine klare Vorlage … bis zu einem gewissen Punkt

Wieso ist Game of Thrones so schrecklich würdelos geendet? Etliche Punkte könnte man hier nennen: gehetzte Erzählstruktur, unlogische Plots, Charaktere agieren plötzlich nicht mehr wie sie selbst, und so weiter. All das lässt sich aber in einem Punkt zusammenfassen: Es gab keine Vorlage mehr.

George R.R. Martin ist bekannt für seine unfertigen Projekte: So gab es nach Staffel 4 keine Bücher mehr, an die sich die Serie halten könnte. 

House of the Dragon hat zwar rein theoretisch eine Buchvorlage, aber dort wird nicht aus der Perspektive der Figuren erzählt, sondern von einem Gelehrten, der nicht belegbare Informationen in einem historischen Buch zusammenfasst. Die Beziehung zu den Charakteren fehlt - das merkt man auch in der Serie.

Grün oder Schwarz? Beide Seiten von House of the Dragon sind nicht sonderlich sympathisch. Vielschichtige Charaktere sind zwar super, aber irgendwen feuere ich schon gerne an.

A Knight of the Seven Kingdoms ist hier auch nicht unfehlbar, da es ebenfalls unvollständig ist. Bisher gibt es drei Kurzgeschichten, der liebe (und etwas blauäugige) George will aber eigentlich sechs bis zwölf Bücher zu Dunks und Eggs Leben schreiben. Natürlich ist das nahezu unmöglich, aber in diesem Fall auch nicht ganz so schlimm.

Immerhin sind alle drei Bücher runde Geschichten, die auch gut für sich allein stehen. Dann macht HBO eben nur drei Staffeln - aber diese drei könnten super werden, ohne unvollständig zu wirken.

Der Dämpfer zum Schluss

Ein potenzieller Kritikpunkt darf aber nicht unerwähnt bleiben: Wo es bei Game of Thrones zum Ende hin viel zu gehetzt war, könnte A Knight of the Seven Kingdoms genau das gegenteilige Problem haben: Die Bücher sind eigentlich viel zu kurz für eine ganze Serie.

Wie HBO dieses Problem geregelt hat, ist noch nicht völlig klar. Was wir wissen: Die erste Staffel hat »nur« sechs Folgen. Wenn diese aber eine ähnliche Länge wie GoT-Episoden haben, dann wäre das weiterhin zu viel. Es gibt hier also zwei Möglichkeiten:

  1. Entweder strecken sie die Serie mit weiteren Dialogen, Nebenstorys und Co. Das würde die fantastische Geschichte aber unnötig strecken. Außerdem ist im Trailer fast jede Szene exakt wie aus dem Buch entsprungen. 
  2. Es existiert das Gerücht, dass eine Folge nur knapp 30 Minuten dauern wird. Das würde zu knackigen Folgen führen und man müsste nichts dazuerfinden. Das wird manchen Zuschauern vielleicht zu kurz vorkommen, aber passt auch zum Wechsel von der epochalen Geschichte hin zur leicht verdaulichen Story.

Die Helme sind natürlich völliger Fantasy-Schwachsinn, aber cool sind sie trotzdem. Außerdem nur allzu passend, dass Großmaul Aerion Targaryen so einen prunkvollen, aber sicherlich unsicheren Drachenhelm trägt. Die Helme sind natürlich völliger Fantasy-Schwachsinn, aber cool sind sie trotzdem. Außerdem nur allzu passend, dass Großmaul Aerion Targaryen so einen prunkvollen, aber sicherlich unsicheren Drachenhelm trägt.

Natürlich könnte ich jetzt noch völlig abnerden und über etliche Details im Trailer reden… beispielsweise über die fantastischen Helme! Unter anderem das mächtige Geweih am Helm von Lyonel Baratheon, dem lachenden Sturm. Und dass der Helm von Dunk exakt wie im offiziellen Comic aussieht. Oh, jetzt hab ich mich doch nicht zurückhalten können.

Ihr merkt, mein Hype-Level ist nahe der Obergrenze. Nicht, weil A Knight of the Seven Kingdoms meinen Hunger nach einer Serie wie Game of Thrones stillen wird. Stattdessen wird es eine völlig andere Art von Serie, die meinen Hunger nach der Welt von Game of Thrones stillen könnte. Und nach dem Trailer zu urteilen scheint genau das jetzt Wirklichkeit zu werden.

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