Keine Sorge. Ihr seid nicht versehentlich in meiner Foldable-Kolumne gelandet, wo ich mich ebenfalls zwingen musste, das Haupt-Feature zu nutzen.
Eine ähnliche Erfahrung habe ich nämlich mit meinem Akkusauger gemacht. Auch hier bin ich von einem alten Gerät auf ein neues mit einer anderen Technik umgestiegen.
Mein Fazit nach 4 Wochen habt ihr bereits gelesen. In diesem Artikel bewerte ich meine Erfahrung – und meine vorherigen Aussagen – nach 3 Monaten erneut und verrate euch, ob der Sauger bleiben darf.
Um welchen Sauger geht es?
Ich besitze das Modell V20 Pro von Dreame. Nachstehend findet ihr eine Vergleichstabelle mit einem durchschnittlichen Staubsauger.
| Herkömmlicher Sauger | Dreame V20 Pro | |
|---|---|---|
| Strom | Netzbetrieb, unbegrenzte Laufzeit | Akkubetrieb, Kapazität: 3.200 mAh, Max. Laufzeit: 90 Minuten |
| Mobilität | Eingeschränkter Bewegungsradius durch Kabel | Unbegrenzt |
| Nennleistung | bis 900 Watt | 610 Watt |
| Saugleistung (Airwatt/kPa) | ca. 150 bis 400 AW; Unterdruck: 15-30 kPa | 210 AW; Unterdruck 25 kPa |
| Handhabung | Weniger handlich durch Bodeneinheit | Einfacher zu bewegen ohne Bodeneinheit |
| Wartung | Wechselbeutel oder große Staubbehälter | Staubbehälter |
| Preis | Im Schnitt günstiger als Akkusauger | 429 Euro |
Im Vergleich zu einem herkömmlichen Staubsauger besitzt der Akkusauger einige Features, die ihn abheben. Die sind nicht exklusiv für den Dreame V20 Pro.
- Automatische Dreckerkennung: Ist der Boden besonders dreckig oder staubig, fährt der Sauger die Leistung automatisch hoch.
- Staub- und Handsauger in einem: Ich kann den oberen Teil einfach abnehmen und das Gerät als Handstaubsauger verwenden. Spart mir den zusätzlichen Handstaubsauger im Haushalt.
- Beleuchtung: Dadurch erkenne ich viel leichter Krümel und Staub am Boden.
- Zusätzliches Gelenk: Dadurch muss ich nicht mehr am Boden kriechen, wenn ich unter dem Bett oder der Couch saugen will.
0:16
Dreame V20 Pro: Ein zusätzliches Gelenk am Saugrohr vereinfacht das Saugen erheblich
Die Erkenntnis: Ich bin das Problem
Ich komme direkt zum Hauptgang und einer Erkenntnis: Der Staubsauger hat kein Problem, sondern ich.
Ich musste neu lernen, wie man saugt, da ein Akkusauger (naturgemäß) einen Nachteil hat, der sich nicht beschönigen lässt: einen Akku.
- Mit einem an den Strom angeschlossenen Staubsauger kann ich unendlich lang saugen.
- Der Akkusauger ist auf höchster Stufe in 6 bis 7 Minuten leer.
- Im automatischen Modus bekomme ich die Wohnung sauber, wenn ich mich beeile, aber ohne zusätzliche Flächen wie etwa die Couch.
- Auf niedrigster Stufe schaffe ich die Wohnung spielend.
Der Akku bleibt ein Flaschenhals, keine Frage. Da gibt es nichts zu beschönigen. Weil mich herkömmliche Staubsauger mit dem Hinterherziehen des Motors aber nerven, wollte ich den Akkusauger partout nicht aufgeben.
Damit ich mit dem Akku klarkomme, habe ich mein Verhalten überdacht und sauge jetzt so:
- Ich teile meine Saugzeit auf: Erst gehe ich über die Couch und einen Teil der Wohnung, nach einem Ladestopp kommt der Rest.
- Ich lasse den Staubsaugerroboter vorsaugen: Für gewöhnlich rennt der eh ein- bis zweimal durch die Wohnung. Dementsprechend weniger intensiv muss ich selbst saugen.
Ist das optimal? Ganz sicher nicht. Für mich und meine Umstände aber passend, weil ich die Vorteile eines Akkusaugers auf keinen Fall missen möchte.
- Ich muss keinen Motor hinter mir herziehen. Das war mein wichtigster Schmerzpunkt, weil ich wesentlich mobiler bin.
- Mit dem Akkusauger kann ich leichter spontan saugen. Ich hab mit den Schuhen Dreck gemacht? Null Problemlo. Einfach den Sauger aus der Station nehmen und saubermachen.
- Der Akkusauger ist extrem leichtgängig. Das liegt nicht nur daran, dass ich keinen Motor hinter mir herziehen muss. Der Dreame V20 Pro geht einfach wie Butter von der Hand.
- Ich brauche keinen Handsauger mehr. Das Gerät ist quasi 2-in-1, weil sich das Rohr vom Motor trennen lässt.
- Der Akkusauger besitzt Licht. Ich hätte es auch nicht geglaubt, aber man sieht Dreck damit deutlich besser. Für mich eine der stärksten Verbesserungen!
0:24
Dreame V20 Pro: Mithilfe von Licht sieht man endlich jeden Krümel auf dem Boden
Fazit
Nach 12 Wochen im Einsatz würde ich gerne mit breiter Brust verkünden, dass man herkömmliche Staubsauger in den Ruhestand schicken kann – aber das wäre gelogen.
Meiner Erfahrung nach stecken zwei Wahrheiten in diesem Langzeittest:
- Ich muss meine Sauggewohnheiten umstellen, um mit der Akkulaufzeit zurechtzukommen oder zusätzlich meinen Staubsaugerroboter verwenden.
- Der Akkusauger funktioniert nur in meinem individuellen Setup mit einer 84-Quadratmeter-Wohnung, ohne Haustiere oder Kinder.
In den allermeisten Fällen wird ein stromgebundener Staubsauger für viele die bessere Lösung sein und ein Akkusauger höchstens eine nette Dreingabe.
Ich bin mittlerweile komplett auf Akkusauger und Staubsaugerroboter umgestiegen, aber mit Kompromissen. Damit die alten, »normalen« Staubsauger endlich zum Relikt der Vergangenheit werden, braucht es einfach noch spürbar stärkere Akkus.
Für viele bedeutet das wohl auch weiterhin, den Motor hinterherziehen und sich jedes Mal ärgern, wenn er irgendwo hängen bleibt.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.