Seit 46 Jahren und mindestens neun Alien-Filmen steht eigentlich fest: Der Xenomorph ist als außerirdisches Raubtier immer der Böse
und tritt als diabolischer Gegenspieler auf. Doch mit Alien: Earth stellt die aktuelle TV-Serie von Noah Hawley diese unausgesprochene Regel auf den Kopf.
Denn die siebte Folge beweist: Das Alien kann ein verdammt mächtiger Verbündeter sein, wenn er erstmal auf der Seite der Helden steht. Eine Idee, die tatsächlich schon der vierte Kinofilm Resurrection vor 28 Jahren aufgeworfen hat, was im Kontext dieser Geschichte aber ordentlich nach hinten losging.
Der Xenomorph als einer von den Guten
Worum genau es geht? Schon in den vorangegangenen Folgen hatte Alien: Earth etabliert, dass Marcy beziehungsweise Wendy (Sydney Chandler) aufgrund ihrer Fähigkeiten als Hybrid aus irgendeinem Grund mit den Xenomorphen kommunizieren kann.
Diese einzigartige Gabe kann sie bei der gemeinsamen Flucht mit ihrem Bruder Joe Hermit (Alex Lawther) und Nibs (Lily Newmark) ausspielen. Zuerst lässt sie ihr Alien-Haustier
in der Forschungsanlage von Boy Kavalier (Samuel Blenkin) Chaos stiften, später weist sie es dazu an, in Sekunden eine ganze Einheit an Yutani-Soldaten auszulöschen.
Wendy hat also gerade ein richtig starkes Ass im Ärmel und zeigt, wie mächtig ein kontrollierter Xenomorph als Verbündeter und auf der Seite der Helden sein kann.
Alien 4 und alte Alien-Comics lassen grüßen
Die Idee ist - wie bereits erwähnt - freilich nicht völlig neu. So versuchen Militärforscher in Alien 4 - Die Widergeburt von 1997 den Xenomorph zu kontrollieren und als Waffe einzusetzen. Das endet aber mit dem Tod der Wissenschaftler und der Zerstörung eines ganzen Raumkreuzers.
Im Comic Aliens: Purge von 1997 ist der Xenomorph/Synth-Hybrid Eloise wesentlich erfolgreicher, was dieses Thema anbelangt und Noah Hawley könnte sich von diesem Konzept zumindest inspirieren haben lassen.
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Problemfall Alien? Was vom Sci-Fi-Kult übrig ist
Wir dürfen uns noch überraschen lassen
Wie sich die Beziehung zwischen Wendy und ihrem Alien-Verbündeten entwickelt, muss sich natürlich in der achten und damit (vorerst) letzten Folge der aktuellen TV-Serie zeigen. Noah Hawley persönlich stellt für das Staffel-Finale gegenüber THR in Aussicht, dass die Geschichte noch eine Wendung einnimmt, die wir nicht unbedingt kommen sehen:
Eine der größten Fragen stellte sich für uns natürlich, ob Fans mit dieser Idee überhaupt an Bord sind. Ich wollte nicht, dass [Wendy den Xenomorph] wie ein Haustier sieht oder behandelt. Aber es scheint zumindest so etwas wie eine Allianz zustande gekommen zu sein. Und was für Möglichkeiten ergeben sich daraus, die wir damit erkunden können?
Und weil es sich hier noch immer um eine Horror-Story handelt, könnte man darauf wetten, dass das letztendlich in einem Desaster endet. [...]
[Aliens] sind Raubtiere. Sie sind intelligent und kalkulierend. Aber sie verfügen kein höheres Ziel. Eine der interessantesten Aspekte an ihnen ist, dass wir sie nie dabei sehen, wie sie Nahrung zu sich nehmen. Es geht ihnen immer nur darum, sich fortzupflanzen. [...]
Das spielt ebenso in die Fragen, die sich Wendy stellt. Im Moment entscheidet sie sich dafür, mehr Mensch [als Maschine] zu sein. Und je mehr sie auf der Seite der Menschheit steht, desto sicherer sind die Leute um sie herum. Doch je mehr sie sich von der Menschheit und ihren Moralvorstellungen entfernt … nun ja, das ist nicht so gut.
Es stellt sich also die Frage, ob sie selbst zu einem Monster wird. Und ich denke, dass das der Kern der Serie ist, der sie so interessant macht.
Die achte und damit letzte Folge der ersten Staffel von Alien: Earth ist ab Mittwoch, dem 24. September 2025 bei Disney Plus verfügbar.
Aktuell ist nicht bekannt, ob die Serie eine zweite Staffel erhält. Showrunner Noah Hawley hat dafür aber definitiv Ambitionen und konkrete Pläne. Daumen drücken!
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