LCD, OLED, Mini-LED und Co.: Alle TV-Arten einfach erklärt

TV-Hersteller sind nie um neue Bezeichnungen verlegen. Wir erklären euch alle Arten von Fernsehern, die es bisher gibt.

Von der Röhre zum OLED war es ein weiter Weg. Wir erklären euch alle Display-Technologien. (Bild: KI-Bild mit ideogram.ai erzeugt) Von der Röhre zum OLED war es ein weiter Weg. Wir erklären euch alle Display-Technologien. (Bild: KI-Bild mit ideogram.ai erzeugt)

Im Laufe der Jahre sind viele TV-Arten zusammengekommen, von Röhre über Plasma bis zu OLED. In einer praktischen Übersicht erklären wir euch alle vergangenen und aktuellen Display-Techniken.

Schnellnavigation
Klicken zum Aufklappen

CRT

Das Modell Kreta von Metz ist eines der letzten und wurde im Jahr 2000 produziert. (Bild: Metz) Das Modell Kreta von Metz ist eines der letzten und wurde im Jahr 2000 produziert. (Bild: Metz)

CRT, kurz für Cathode Ray Tube, heißt im deutschen Kathodenstrahlröhrenbildschirm, benannt nach der Braunschen Röhre. Mit dem Röhrenfernseher waren wir 65 Jahre glücklich: 1934 hat Telefunken das Gerät in Serie produziert; um das Jahr 2000 herum wurde die Röhre von Flachbildfernsehern verdrängt.

So funktioniert CRT: Durch eine Kathodenstrahlröhre wird das Bild auf einen Schirm gestrahlt, der mit Phosphor beschichtet ist. Licht trifft auf Phosphor und das wiederum erzeugt das Bild.

CRTs waren nicht nur groß und schwer, sondern auch besonders umweltschädlich. Außerdem besitzt ein Röhrenfernseher nur ein 4:3-Bildverhältnis, die Kontraste sind sehr flach und die Auflösung niedrig. Heute werden CRTs meistens nur noch Retro-Spielern genutzt.

Plasma

Lasst euch vom modernen Look nicht täuschen: Der ZT60 von Panasonic kam 2013 auf den Markt und ist einer der letzten seiner Art. (Bild: Panasonic) Lasst euch vom modernen Look nicht täuschen: Der ZT60 von Panasonic kam 2013 auf den Markt und ist einer der letzten seiner Art. (Bild: Panasonic)

Anfang der 2000er begann die Ära der Flachbildschirme. Die ersten in der Reihe: Plasma-Fernseher.

Plasmafernseher haben winzig kleine Pixeltaschen aus Gas im Bildschirm. Wenn man sie mit Strom bespielt, verwandelt sich das Gas in Plasma, enthaltenes Phosphor leuchtet auf. 

<br>Waipu.tv

Waipu.tv
Waipu.tv bietet euch insgesamt 270 TV-Sender, davon 255 in HD-Qualität und 69 Pay-TV-Kanäle, die ihr entweder live anschauen oder streamen könnt. Dazu gibt es haufenweise aktuelle Blockbuster.
<br>Prime Video

Prime Video
Bei Prime Video findet ihr neben zahlreichen Filmen und Serien großartige Amazon-Eigenproduktionen, darunter die neue Fallout-Serie oder The Boys, eine der besten Superheldenserien aller Zeiten.
<br>WOW

WOW
WOW, ehemals Sky Ticket, hat nicht nur Kino-Hits wie Oppenheimer und HBO-Serien wie Game of Thrones anzubieten, sondern auch jede Menge Live-Sport, z. B. Bundesliga, Premier League oder Formel 1.
<br>Disney+

Disney+
Vor allem für Star-Wars- und Marvel-Fans ist Disney+ ein absolutes Muss. Daneben gibt es echte Klassiker wie etwa Toy Story, aber auch Oscar-Preisträger wie die beiden Avatar-Filme oder Poor Things.
<br>RTL+

RTL+
Egal ob Live-TV, Film-Klassiker wie die Zurück-in-die-Zukunft-Reihe oder spannende Dokumentationen: RTL+ ist vielfältig aufgestellt. Fußballfans dürfen sich außerdem die Europa League freuen.
<br>MagentaTV

MagentaTV
Über 150 HD-Sender, eine große Mediathek mit internationalen Blockbustern, paralleles Streaming. Zudem lassen sich andere Streaming-Dienste wie z. B. Netflix vergünstigt hinzubuchen.
<br>Joyn

Joyn
Rosins Restaurants, GNTM, The Voice Kids – all diese bekannten TV-Serien könnt ihr mit Joyn live sehen oder nachträglich streamen. Für eine noch größere Auswahl gibt es das kostenpflichtige Joyn PLUS+.

Plasma-TVs waren die ersten emittierenden Displays und brauchen somit keine Hintergrundbeleuchtung – genau wie OLED. Das bedeutet zwar, dass sie sehr dünn sind, aber auch sehr viel Strom fressen.

  • Ein Plasma-TV von 2013 hat je nach Größe einen jährlichen Verbrauch von zwischen 300 und 600 kWh bei 4 Stunden täglicher Nutzung.
  • Ein moderner OLED kommt je nach Größe auf einen jährlichen Verbrauch von zwischen 100 und 250 kWh bei 4 Stunden täglicher Nutzung.

LCD

Plasma verbrauchte viel Strom und die Paneltechnik war recht fragil. Daher setzten Hersteller irgendwann auf das günstigere und bessere LCD. (Bild: Samsung) Plasma verbrauchte viel Strom und die Paneltechnik war recht fragil. Daher setzten Hersteller irgendwann auf das günstigere und bessere LCD. (Bild: Samsung)

Über viele Jahre hinweg liefen LCD- und Plasma-TVs quasi parallel, denn bereits 2001 waren die Fernseher mit den Leuchtdioden in Serie gegangen.

LCD steht für Liquid Crystal Display. Hinter einem Panel mit Flüssigkristallen arbeitet eine Hintergrundbeleuchtung, die das Display zum Leuchten bringt. Im Falle der LCD war das eine Leuchtstoffröhre.

LCDs sind zwar dicker als Plasma-TVs, aber auch leichter und robuster, weswegen man die TVs sogar an die Wand montieren konnte – ein Novum für die damalige Zeit.

LED-LCD

Die Leuchtstoffröhre als Hintergrundbeleuchtung hatte ziemlich schnell ausgedient. Dann kamen die LEDs. (Bild: Digital Trends) Die Leuchtstoffröhre als Hintergrundbeleuchtung hatte ziemlich schnell ausgedient. Dann kamen die LEDs. (Bild: Digital Trends)

LED-LCDs kann man heute als erstes Level-up für LCD-TVs betrachten. Im Laufe dieser Liste kommen noch weitere Detailverbesserungen hinzu, obwohl sich an der Technik selbst nicht viel ändert.

Die Leuchtstoffröhre eines alten LCDs war zu seiner Zeit schon recht antiquiert. Deswegen haben die Hersteller auf Leuchtdioden gesetzt. Der Vorteil: Höhere Spitzenhelligkeit, akzentuierterer Einsatz und dünnere Fernseher.

Kleine Besserwisserei am Rande: LED-TVs sind natürlich noch immer LCDs, weswegen man öfter die korrekte Benennung LED-LCD-TV liest. Das Display ist nach wie vor ein Flüssigkristallbildschirm, der nur anders beleuchtet wird.

OLED

Seit OLED die Bühne betreten hat, hat sich die Bildqualität von TVs und Monitoren drastisch erhöht. (Bild: Philips) Seit OLED die Bühne betreten hat, hat sich die Bildqualität von TVs und Monitoren drastisch erhöht. (Bild: Philips)

OLED-Fernseher gibt es seit 2012. Das Akronym steht für Organic Light-Emitting Diode oder auch »Organische Leuchtdiode«. Doch was bedeutet organisch in diesem Zusammenhang?

Die einzelnen Pixel bestehen aus einer Kohlenstoffverbindung. Damit ist es möglich, jeden Pixel einzeln leuchten zu lassen, auch ohne Hintergrundbeleuchtung. Das bringt viele Vorteile mit sich:

  • Perfektes Schwarz
  • Unendlicher Kontrast
  • Großer Betrachtungswinkel
  • Schnelle Reaktionszeit
  • Kein Blooming
  • Sehr dünn und leicht

Video starten 3:12 Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert

Viele Filmfans schwörten damals noch auf Plasma-TVs und die überlegenen Kontraste gegenüber LCD-Fernsehern. Heute ist das kein Streitthema mehr, denn OLEDs haben sich in den letzten Jahren stark verbessert.

Ein Nachteil von OLED ist, dass die TVs immer noch teurer sind als ihre LCD-Pendants. Im Mittelklasse- und Oberklasse-Segment haben sich die beiden TV-Arten preislich angenähert, aber im dreistelligen Euro-Bereich findet sich kaum ein OLED-Fernseher.

QLED

Anfangs setzte Samsung noch nicht auf OLED und wollte QLED etablieren. Die Namensähnlichkeit ist bewusst, war aber nicht mehr als ein Marketing-Stunt. (Bild: Samsung) Anfangs setzte Samsung noch nicht auf OLED und wollte QLED etablieren. Die Namensähnlichkeit ist bewusst, war aber nicht mehr als ein Marketing-Stunt. (Bild: Samsung)

QLED und OLED haben im Grunde nichts gemeinsam, denn sie sind beide völlig unterschiedliche Panel-Technik. QLED ist nämlich eine Verbesserung von LCD-TVs und keine eigene Technologie.

QLED oder Quantum dot Light-Emitting Diode ist eine Schicht Nanopartikel, die ins Display von LCD-TVs eingezogen ist, um Helligkeit, Farben und Kontraste zu erhöhen. 

Dieses Schaubild erklärt, wie Quantum Dots funktionieren. (Bild: Samsung) Dieses Schaubild erklärt, wie Quantum Dots funktionieren. (Bild: Samsung)

Das Licht der LEDs der Hintergrundbeleuchtung trifft auf die davor sitzende Quantum-Dot-Schicht. Die Nanopartikel emittieren das Licht in verschiedenen Farben auf Basis ihrer Größe. Ein Farbfilter trennt das Licht dann in die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Dadurch werden dann die Pixel auf dem Bildschirm gebildet.

Wollt ihr mehr wissen, schaut gerne in unseren Artikel zu Quantum Dots.

Mini-LED

Mini-LEDs sind der nächste logische Schritt bei LCD-Fernsehern. (Bild: TCL) Mini-LEDs sind der nächste logische Schritt bei LCD-Fernsehern. (Bild: TCL)

Der Name Mini-LED-Fernseher erklärt sich im Grunde von selbst. Das sind LED-TVs mit noch kleineren Dioden. Die Lichtpunkte kleiner zu machen, hat folgende Vorteile:

  • Besserer Kontrast
  • Höhere Helligkeit
  • Bessere Schwarzwerte
  • Geringeres Blooming
  • Gleichmäßigere Ausleuchtung
  • Schnellere Reaktionszeiten
  • Günstiger und langlebiger als OLEDs

Über kurz oder lang ist davon auszugehen, dass Mini-LED-TVs zum neuen Standard werden und LCD-TVs langfristig ablösen werden.

MLA-OLED

Sony setzte vor wenigen Jahren auch auf MLA-Panels bei seinen OLEDs. (Bild: Sony) Sony setzte vor wenigen Jahren auch auf MLA-Panels bei seinen OLEDs. (Bild: Sony)

Nicht nur LCD-TVs bekommen Upgrades: MLA-OLED ist eine Panelverbesserung für OLED-Bildschirme, um die Lichtausbeute zu erhöhen.

MLA steht für »Micro Lens Array« und meint damit, dass auf jedem einzelnen Pixel eine konvexe (nach außen gewölbte) Linse sitzt, die das Licht weiter streut.

QD-OLED

Samsung hat schließlich erkannt, dass OLED eine zu wichtige Technik ist, und seine Geräte zusätzlich mit Quantum Dots ausgestattet. Andere, wie Sony, sind aufgesprungen. (Bild: Sony) Samsung hat schließlich erkannt, dass OLED eine zu wichtige Technik ist, und seine Geräte zusätzlich mit Quantum Dots ausgestattet. Andere, wie Sony, sind aufgesprungen. (Bild: Sony)

Die Technik hinter QD-OLED ist grundsätzlich sehr einfach. Es handelt sich dabei um ein OLED-Panel, auf das eine Schicht Quantum Dots aufgezogen wurde.

Somit bleiben alle Vorteile der Nanopartikel erhalten und werden mit den Vorteilen von OLED kombiniert.

RGB-LED

Der nächste Sprung bei LCD geht die Hintergrundbeleuchtung an. (Bild: Sony) Der nächste Sprung bei LCD geht die Hintergrundbeleuchtung an. (Bild: Sony)

Bereits 2024 war Sonys Flaggschiff-TV kein OLED mehr, sondern ein Mini-LED. Dieses Jahr legen die Japaner mit RGB-LED nach.

Was ist RGB-LED? Für die Hintergrundbeleuchtung von LED-TVs kommen üblicherweise einzelne weiße oder blaue LED zum Einsatz. Bei RGB-LED ist es so, dass stattdessen drei LEDs leuchten, und zwar in Rot, Grün und Blau (wie der Name vermuten lässt).

Drei bunte Dioden haben einen signifikanten Vorteil: Die Grundfarben können das Bild auf dem Display gezielt unterstützen. Das soll sich positiv auf die üblichen Parameter auswirken:

  • Breiteres Farbspektrum
  • Höhere Spitzenhelligkeit
  • Bessere Blickwinkelstabilität
  • Weniger Clouding
  • Leicht geringerer Stromverbrauch

Wollt ihr mehr Details über RGB-LED wissen, schaut gerne in unseren entsprechenden Artikel.

Micro-LED

Auf der CES 2018 stellte Samsung The Wall vor, einen der ersten Micro-LED-TVs überhaupt. (Bild: Samsung) Auf der CES 2018 stellte Samsung The Wall vor, einen der ersten Micro-LED-TVs überhaupt. (Bild: Samsung)

Micro-LED sind nicht die noch kleineren Mini-LEDs. Tatsächlich handelt es sich dabei, wie bei OLED, um eine emittierende Bildschirmtechnik, also ohne Hintergrundbeleuchtung. Und: Micro-LEDs werden deutlich heller als die organischen Pixel von OLED.

Ein weiterer Vorteil von Micro-LED ist, dass sich die Panels modular verwenden lassen. Damit wäre man theoretisch nicht mehr an eine bestimmte Größe gebunden und könnte das Bild durch Zukauf von Panel-Teilen sukzessive vergrößern.

Das Problem: Micro-LED ist nach Jahren der Entwicklung immer noch sehr teuer. Wann und ob die Technik in Serie geht, ist unsicher. Maxe hat dazu im Herbst 2024 eine Einschätzung gegeben.

QDEL

QDEL befindet sich aktuell noch in der frühen Entwicklungsphase. (Bild: Digital Trends) QDEL befindet sich aktuell noch in der frühen Entwicklungsphase. (Bild: Digital Trends)

Was wie eine Hunderasse klingt, entpuppt sich in Wirklichkeit als eine mögliche Zukunft für Fernseher.

QDEL steht für Quantum Dot Electroluminescent. Es handelt sich hierbei um Nanopartikel, die von selbst leuchten; Quantum Dots, die ihre Energie aus Elektrizität gewinnen, anstatt angestrahlt zu werden.

Einen ersten Prototypen eines QDEL-Bildschirms zeigte Sharp auf der CES 2024. In folgendem Video könnt ihr das Display sehen:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

Allzu viel lässt sich über QDEL noch nicht sagen. Klar ist nur, dass QDEL ähnlich leicht herzustellen sein soll wie LCD-TVs. Das könnte sich positiv auf den Endverbraucherpreis niederschlagen, wenn Geräte mit solchen Displays erscheinen.

Möglich wäre auch, dass zunächst Geräte mit kleineren Bildschirmen mit QDEL-Displays ausgestattet werden, wie etwa Smartphones.


Passend zum Thema:


Dieser Guide hat alle wichtigen Panel-Techniken abgedeckt. In den Laboren dieser Welt wird natürlich weiterhin geforscht. Wir werden den Artikel entsprechend aktualisieren, wenn neue Technologien erscheinen. Bis dahin dürfen wir gespannt sein, auf welche interessanten Ideen die Wissenschaftler dieser Welt noch kommen, um unser TV-Erlebnis zuhause zu verbessern.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.