AMD macht's wie Nvidia: Nur teure Radeons erhalten Raytracing - und das ist gut so

Einem aktuellen Gerücht zufolge tut es AMD Nvidia gleich und bietet Raytracing nicht für alle Modelle an. Wir klären, warum das Sinn ergibt.

von Alexander Köpf,
01.05.2020 09:16 Uhr

AMDs kleine Navi 2x-Varianten sollen ohne Raytracing mit Nvidias GTX 16-Reihe konkurrieren. AMDs kleine Navi 2x-Varianten sollen ohne Raytracing mit Nvidias GTX 16-Reihe konkurrieren.

AMDs RDNA2-Architektur, auf der die kommende Grafikkarten-Generation, auch bekannt als Navi 2x, basiert, wird Hardware-seitiges Raytracing beherrschen. Durch entsprechende Ankündigungen für die Xbox Series X und PlayStation 5 ist das bereits seit Längerem bekannt.

Einem aktuellen Gerücht zufolge sollen aber längst nicht alle Beschleuniger der neuesten Generation die Echtzeitstrahlenverfolgung unterstützen, sondern nur die teuersten Modelle. Was ist dran an den jüngsten Informationen und warum machen sie durchaus Sinn?

Was sagen die Gerüchte und wie vertrauenswürdig sind sie?

Die Informationen stammen von Nutzer AquariusZi aus dem Forum der chinesischen Website PC Shipping, der in der Vergangenheit bereits des Öfteren durch treffsichere Leaks auf sich aufmerksam machen konnte und auf den auch die aktuellsten Aussagen zu der Chipgröße von Navi 2x zurückgehen:

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Demnach soll es drei Versionen des Navi 2x-Grafikchips geben:

  • Navi21 505 - Navi 21, High-End, Big Navi, 505 mm² Chipfläche
  • Navi22 340 - Navi 22, vermutlich für das mittlere Segment, 340 mm² Chipfläche
  • Navi23 240 - Navi 23, vermutlich für das Einsteiger-Segment, 240 mm² Chipfläche
*Chipfläche kann laut dem Leak um +- 5mm² variieren

Im selben Text verweist AquariusZi darauf, dass AMD es Nvidia wohl gleichtun und Raytracing exklusiv für seine High-End-Produkte, besser bekannt als AMD Radeon RX Big Navi (Navi 21 mit 505 mm² Chipfläche), anbieten werde.

Nvidia bietet Hardware-Raytracing ausschließlich für die Modelle ab der Geforce RTX 2060 (Turing) an. Per Treiber kann der Alogrithmus zwar auch auf bestimmten Modellen der GTX 16- (ebenfalls Turing) und GTX 10-Reihe (Pascal) ausgeführt werden, allerdings ist dabei mit (noch größeren) Performance-Einbußen zu rechnen.

Weiterhin schreibt AquariusZi, kleinere Navi-Chips seien offenbar so konzipiert, dass sie Raytracing »canceln« können. Wobei es hier auch zu Fehlern bei der maschinellen Übersetzung aus dem Chinesischen gekommen sein kann. Vermutlich ist gemeint, dass entsprechende Kerne entweder deaktiviert oder gar nicht erst in den Chip integriert werden.

Warum macht das Sinn?

Der Fokus soll dem Post zufolge bei den kleineren Navi-Chips (vermutlich Navi 22 und 23) von vorneherein auf maximaler Effizienz der RDNA2-Architektur liegen, um mit Nvidias GTX 16-Serie konkurrieren zu können.

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Hinzu kommt, dass Raytracing sehr viel Leistung und dementsprechende Hardware-Ressourcen benötigt. Auf einer kleineren Chipfläche können naturgemäß schlicht weniger dedizierte RT-Kerne untergebracht werden als auf einem größeren Chip.

Nvidia beispielsweise wurde gerade in den ersten Monaten nach dem Turing-Release Ende 2018 teils dafür kritisiert, dass die langsameren Modelle mit weniger RT-Einheiten und insbesondere die RTX 2060 nicht schnell genug seien, um für den fps-Verlust mit aktivierten Raytracing ausreichend gewappnet zu sein.

Eine gewisse Abmilderung des fps-Verlustes ist zwar durch Nvidias Deep Learning Super-Sampling (DLSS)-Technologie möglich, dabei handelt es sich aber immer noch um eine Upscaling-Methode.

Ob AMD ähnliche Upscaling-Technologien wie Nvidias Tensor-Kerne und DLSS, in die RDNA2-Architektur integriert, ist bislang noch nicht bekannt.

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