Neue Ryzen-CPUs: AMD mit großen Änderungen und einer Überraschung?

Die Gerüchteküche brodelt grade vor Angaben zu neuen Ryzen-Prozessoren. Mit Ryzen 7000 und Ryzen 8000 wird sich demnach einiges ändern.

von Nils Raettig,
28.05.2021 10:50 Uhr

AMDs aktuelle Ryzen-5000-Modelle sind zuletzt immer weiter im Preis gesunken und mittlerweile gut verfügbar, offizielle Details zu den Nachfolgern gibt es bislang aber kaum. An dieser Stelle springen derzeit einmal mehr Gerüchte mit interessanten (und durchaus plausiblen) Details in die Bresche.

Große Änderungen mit Sockel AM5: AMD setzt seit Release der ersten Ryzen-CPUs vor vier Jahren auf den Sockel AM4, auch wenn das keine uneingeschränkte Kompatibilität über alle bisherigen Generationen und Mainboard-Chipsätze hinweg bedeutet. Mit Zen 4 und Ryzen 7000 soll nicht nur der neue Sockel AM5 kommen, sondern auch das schon lange von Intel genutzte LGA-Layout.

Die Abkürzung steht für »Land Grid Array« und bedeutet, dass sich keine PINs mehr an der CPU selbst befinden wie beim zuvor von AMD genutzten PGA-Sockel (»Pin Grid Array«). Stattdessen sind sie im Sockel auf dem Mainboard untergebracht.

DDR5 ja, PCI Express 4.0 nein: Eine mögliche Überraschung erwartet uns in Sachen Speicher beziehungsweise Schnittstelle. Während der neue RAM-Standard DDR5 als gesetzt gilt, soll AMD mit der nächsten CPU-Generation im Gegensatz zu Intel mit den kommenden Alder-Lake-CPUs auf den Nachfolger von PCIe 4.0 verzichten (zumindest im Consumer-Bereich).

Da allerdings bereits die Bandbreite von PCI Express 4.0 nur in Ausnahmefällen einen Unterschied macht (insbesondere für Spieler) wäre das wohl kein großer Verlust. Mehr zu der Technik und zu den praktischen Auswirkungen von PCI 4.0 lest ihr im folgenden Artikel:

PCI Express 4.0 gegen 3.0 - Was bringt es in Spielen?   35     10

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Zen 5 mit revolutionärem CPU-Design?

Auch zum Nachfolger von Zen 4 gibt es neue Gerüchte. Sie bekräftigen die bereits vor einigen Wochen aufgekommene Vermutung, dass AMD mit Zen 5 in 3nm-Fertigung auf das so genannte »big.LITTLE«-Prinzip setzt - zumindest teilweise.

Dahinter verbirgt sich die Aufteilung in langsame und schnelle CPU-Kerne, wie es etwa bei Smartphones schon lange üblich ist. Ryzen 8000 soll diesen Ansatz für die Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit unter dem Namen »Strix Point« verwenden, für Desktop-Modelle mit der Bezeichnung »Granit Ridge« könnte es dagegen beim alten Prinzip mit stets identisch flotten Kernen bleiben:

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Aktuell ist sogar von einer Architektur-Mischung die Rede. Die langsamen Kerne sollen auf Zen 4 basieren, die schnellen auf Zen 5.

Unklarheit herrscht zu guter Letzt in Bezug auf mögliche Ryzen-6000-Prozessoren. Grundsätzlich wurde vermutet, dass sie als Refresh von Zen 3 erscheinen. AMD hat aber bereits ein neues Stepping für die aktuellen Ryzen-5000-Modelle ohne Wechsel der Bezeichnung bestätigt und es gibt Gerüchte, dass Ryzen 6000 alias Warhol komplett gestrichen wurde.

Ryzen 5000: Wann kommt danach was?

Abschließend fassen wir den aktuellen Stand der Gerüchte und die grob erwarteten Release-Zeitfenster der neuen Ryzen-Modelle nochmal zusammen:

Ryzen 6000

Architektur: Zen 3 (Refresh)
Sockel: AM4
Fertigung: 7nm
Erwarteter Release: 2021 (möglicherweise ganz gestrichen)

Ryzen 7000

Architektur: Zen 4
Sockel: AM5 (Neu: LGA-Layout, DDR5-Speicher)
Fertigung: 5nm
Erwarteter Release: Mitte 2022

Ryzen 8000

Architektur: Zen 5
Sockel: AM5 (Neu: Einführung des big.LITTLE-Prinzips)
Fertigung: 3nm (big.LITTLE: 3nm + 5nm)
Erwarteter Release: frühestens 2023

Quelle: Computerbase


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