Erinnert ihr euch an die Zeit, in der jedes Handy, jedes Tablet und andere Geräte mit Ladegeräten geliefert wurden? Wir haben dann irgendwann eine richtige Sammlung von verschiedenen Modellen angesammelt.
Die meisten davon mit USB, aber auch hier und da mal eines mit einem exotischen Barrel-Plug oder was es sonst noch so gibt. Heute sieht das anders aus.
- Die gute Nachricht: USB-C hat sich als einheitlicher Anschluss zum Laden von vielen Produkten etabliert.
- Die schlechte Nachricht: Viele Geräte werden inzwischen ohne Ladegerät ausgeliefert; es muss selbst eines gekauft werden.
Dabei gibt es Optionen im einstelligen bis hin zum dreistelligen Bereich. Bisher habe ich ausschließlich Ladegeräte verwendet, die unter 50 Euro kosten.
Jetzt habe ich mir eine Option für über 100 Euro näher angeschaut und festgestellt: Es gibt aus meiner Sicht mindestens drei gute Gründe, zu so einem teuren USB-Ladegerät zu greifen.
Technische Spezifikationen
- Gesamtleistung: 160 Watt
- Einzelport-Nutzung: 140 Watt (mit jedem Anschluss)
- Anschlüsse: 3 x USB-C
- Architektur: GaN
- Konnektivität: Bluetooth mit App-Support
- Besondere Features: Eingebautes Display, einklappbare Ladepins, »KI-Modus 2.0«
Preis und Verfügbarkeit
- Preis: 130 Euro (aktuell im Angebot für 104 Euro)
- Verfügbarkeit: schon im Handel
Grund Nr. 1: Ein gutes Ladegerät lohnt sich langfristig
Das Ladegerät gehört schon längst nicht mehr zum Standard-Lieferumfang vieler Handys und anderer Geräte.
Zum Beispiel war ich überrascht, als ich das Gaming-Handheld Asus ROG Xbox Ally X auspackte – ohne mitgelieferten Ladeadapter.
8:40
Asus ROG Xbox Ally X im Unboxing: Moment mal, da fehlt doch was?
Aus diesem Grund ergibt es viel Sinn, sich ein USB-Ladegerät zu holen, das langfristig für alle eure Geräte verwendet werden kann. Auch wenn eines mit 160 Watt Leistung oder mehr Overkill für die meisten Geräte ist, schadet es nicht, mehr Spielraum nach oben zu haben.
So könnt ihr auch Laptops, Handhelds oder andere Geräte mit genügend Energie versorgen und euch Neukäufe und somit Zeit und Geld sparen.
Grund Nr. 2: Mehrere Geräte auf einmal laden
Ein Ladegerät mit mehreren Anschlüssen erlaubt es euch logischerweise, mehrere Geräte auf einmal aufzuladen.
Was viele jedoch nicht wissen: USB-Ladegeräte teilen ihre maximale Leistung auf die unterschiedlichen Anschlüsse auf und nicht jeder von ihnen bietet dieselbe.
Wenn ein Ladegerät etwa eine Ladeleistung von maximal 65 Watt unterstützt, ist es nicht unüblich, dass diese nur zur Verfügung steht, wenn nur ein einziges Gerät angeschlossen ist. Bei mehreren muss die Leistung geteilt werden und die höchste steht oft nur einem bestimmten Anschluss zur Verfügung. Das ist vor allem bei eher günstigeren Modellen der Fall.
Beim Anker Prime Ladegerät sind drei USB-C-Anschlüsse vorhanden, die alle einzeln eine maximale Ladeleistung von 140 Watt unterstützen.
Sind mehrere Geräte auf einmal eingesteckt, teilt sich die Leistung zwar auch auf, aber durch die hohe Gesamtleistung laden die meisten Geräte über die Anschlüsse dennoch angenehm schnell.
Zwei Beispiele aus meinem Alltag
Zwei Geräte gleichzeitig: Wenn zwei Geräte gleichzeitig angeschlossen werden, lädt entweder jeder Anschluss mit jeweils 70 Watt oder einer mit 100 und einer mit 60 (in der App wählbar). Die Leistung reicht für die meisten Geräte aus.
Ich nutze das oft, wenn ich etwa mit einem Handheld auf dem Sofa spiele, während mein Handy oder mein Laptop aufgeladen werden.
Drei Geräte gleichzeitig: Sind drei Geräte angeschlossen, bietet ein Anschluss 100 Watt und die anderen beiden jeweils 30. So kann ich unter anderem meine Powerbank und meine Kopfhörer schnell aufladen, während ich nebenher an meinem Laptop arbeite.
Grund Nr. 3: Platzersparnis
Trotz der hohen Ladeleistung sind sogenannte GaN-Ladegeräte (Galliumnitrid) sehr kompakt. Sie sind zwar etwas teurer, aber dafür müsst ihr kein großes Netzteil mit euch herumschleppen, nur um euren Arbeits-Laptop aufzuladen.
Greift ihr zudem zu einem Gerät mit hoher Ladeleistung, erspart ihr euch nicht nur durch die Bauweise Platz in der Tasche, sondern auch durch den Verzicht auf mehrere Ladegeräte.
Auf Reisen habe ich inzwischen nur noch dieses eine Anker-Ladegerät bei mir, mit dem ich Handy, Handheld, E-Reader, Powerbank, Kamera und Laptop aufladen kann.
Ladegeräte mit KI? »Praktische« Features, die nicht wirklich nötig sind
Es gibt weitaus günstigere Optionen als das von mir ausprobierte Anker-Modell, die genau diese drei genannten Gründe vereinen, ohne einen dreistelligen Preis. Einige der Features treiben ihn nach oben, die in der Theorie zwar nützlich klingen, aber in der Praxis selten notwendig sind.
Eingebautes Display: Das Anker Prime Ladegerät verfügt über einen kleinen LC-Bildschirm, der mit einer einzigen Touch-Taste bedient wird. Mit einem Tastendruck wechselt ihr zwischen den verschiedenen Funktionen:
- Gesamtleistung überwachen
- Leistung der einzelnen Anschlüsse überwachen
- Temperatur überwachen
- Lademodus per Doppeltipp wechseln (KI-Automatik / Priorität auf C1-Anschluss)
- Bluetooth aktivieren / deaktivieren
Obwohl einige Funktionen ganz interessant sind – wie zum Beispiel die Einsicht, welche Leistung einzelne Geräte beim Laden wirklich beziehen – machen sie in der Praxis keinen Unterschied. Meine Geräte werden aufgeladen und das ist das Wichtigste.
Das eingebaute Display wird mit dem runden Touch-Button darunter gesteuert. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Bluetooth- und App-Unterstützung: Ihr könnt euch mit dem Handy für folgende Funktionen über eine Bluetooth-Verbindung mit dem Anker Prime Ladegerät verbinden:
- Firmware-Updates installieren. Beim letzten wurde dadurch der »KI-Modus« beim Laden von zwei oder drei Geräten verbessert.
- Lademodus wechseln oder die Leistung der Anschlüsse selbst anpassen.
- Bildschirmeinstellungen wie etwa Helligkeit und Timeout ändern.
Die Automatik macht einen schon zufriedenstellenden Job, meine Geräte aufzuladen. Im Alltag gab es nie wirklich einen Grund, in die App zu schauen.
Ein Ladegerät mit »KI«? Ja, selbst Ladegeräte kommen heutzutage mit »KI«. Das Anker Prime Ladegerät prüft im KI-Modus alle zwei Minuten, welche Leistung die angeschlossenen Geräte benötigen und verteilt sie dann neu – per KI.
Ob hier wirklich eine Form von maschinellem Lernen zum Einsatz kommt, ist fragwürdig. Was für mich persönlich eindeutig ist: Ein Ladegerät braucht keine KI.
Alternativen mit weniger Schnickschnack
Wenn ihr auf solche zusätzlichen Funktionen verzichten könnt, dann greift zu günstigeren Optionen, die ohne Bildschirm, Bluetooth und KI auskommen.
Eine geeignete Wahl wäre etwa das UGREEN-Nexode-X-160-Watt-Ladegerät. Dieses Modell lädt mehrere Geräte auf einmal, bietet eine hohe Gesamtleistung, ist dank GaN-Technolgie besonders kompakt und kostet weniger.
Eine weitere Möglichkeit wäre etwa der Verbatim GaN Charger 140 W. Dieser bietet immerhin zwei Anschlüsse mit 140 Watt Einzelleistung. Dafür kostet er weniger als 50 Euro.
Ein gutes Ladegerät lohnt sich – aber nicht jedes Feature ist nötig
Ein gutes Ladegerät lohnt sich also vor allem als zentrale Stromquelle für alles: Ein kompaktes GaN-Netzteil mit genug Gesamtleistung und mehreren Ports ersetzt gleich mehrere klobige Netzteile und macht euch auf Reisen wie am Schreibtisch das Leben leichter.
Aber: Ihr müsst dafür nicht zwingend dreistellige Beträge ausgeben. Wichtiger als Display, App oder »KI« sind am Ende drei Dinge: genügend Leistung pro Anschluss, genug Ports für euren Alltag und Unterstützung der gängigen Schnelllade-Standards.
Wenn das passt, funktioniert ein günstigeres Modell ohne Schnickschnack oft genauso gut.



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