Wenn ihr in Anno 117: Pax Romana eure Inseln mit allen Waren versorgen wollt, ist der erste Impuls oft derselbe: haufenweise Inseln besiedeln und ein umfassendes Handelsnetzwerk aufbauen. Immerhin gibt es keine Insel im ganzen Spiel, auf der ihr wirklich alles produzieren könnt.
Später geht sogar oftmals der Platz für die Waren aus, die es eigentlich lokal gibt. Dann muss als Ausgleich für die reine Menge an verbrauchten Waren ebenfalls mittels Handelsroute genug ins Kontor kommen.
Wusstet ihr aber, dass ihr den gesamten Bedarf auch sehr gut decken könnt, ohne eigene Handelsrouten anzulegen? Mehr noch sogar! Es ist durchaus möglich, auf einer Insel überhaupt nichts zu produzieren und trotzdem Patrizier zu versorgen und Arena-Spiele auszurichten.
Passiver Handel ist das Zauberwort.
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So funktioniert der passive Handel
Womöglich habt ihr bereits wieder vergessen, wie der passive Handel funktioniert oder unterschätzt auch einfach, wie stark das Feature tatsächlich ist. Daher hier eine kleine Auffrischung:
- Am Kontor: Hier könnt ihr alle Waren finden, die derzeit verfügbar sind und wie viele davon auf eurer Insel lagern. Für jede einzelne Ware könnt ihr passiven Handel einstellen.
- Passiver Handel: Dafür klickt ihr einfach auf die Ware drauf und öffnet so das Fenster für den Hafenhandel. Jetzt könnt ihr zwischen verschiedenen Modi wechseln:
- Kein Handel: Die Ware wird weder ver- noch gekauft.
- Kaufen: Die Ware wird gekauft, wenn weniger als angegeben im Kontor liegt – steigt aber durch Handel nie über den gewünschten Wert.
- Verkaufen: Die Ware wird verkauft, wenn mehr als angeben im Kontor liegt – fällt aber durch Handel nie unter den gewünschten Wert.
- Bestand halten: Die Ware wird sowohl ge- als auch verkauft, damit ihr immer denselben Warenbestand habt.
Zusätzlich gibt es noch die Option für den Mindestlagerbestand. Damit wird die Ware nie verschifft, wenn ihr danach weniger als den angegebenen Wert im Kontor hättet – also auch dann nicht, wenn eure eigenen Schiffe die Ware abholen sollen.
Vollversorgung durch passiven Handel
Wenn ihr eure Insel über den passiven Handel voll versorgen wollt, müsst ihr in erster Line bei den Verbrauchsgütern einstellen, dass ihr die Ware kauft. Das könnt ihr ruhig in rauen Mengen, also zum Beispiel, dass ihr 200 Tonnen davon im Lager haben wollt.
Was jetzt passiert: In unregelmäßigen aber häufigen Abständen kommen Schiffe von neutralen Händlern und Rivalen mit Handelsverträgen an euren Hafen und verkaufen dort die eingestellten Waren. Das passiert automatisch nebenbei.
Auf diese Art könnt ihr eure Inseln mit erstaunlich großen Mengen an Ressourcen versorgen, ohne irgendwas davon selbst zu produzieren oder ohne eigene Handelsketten einzurichten.
Das kostet zwar Geld und ihr solltet unbedingt aufpassen, dass ihr dadurch nicht zu viel davon verschwendet. Aber derzeit kostet das in vielen Fällen noch so wenig und bringt so viel, dass ihr recht unbesorgt einkaufen könnt.
Die Community diskutiert
Dass der passive Handel sehr mächtig sein kann, haben viele Anno-Fans bereits bemerkt. Bei Reddit gibt es mehrere Threads darüber und einige zeigen sogar, dass sie ihre Städte ausschließlich über den passiven Handel versorgen und trotzdem die höchsten Bevölkerungsstufen erreichen.
Jetzt wird natürlich darüber gesprochen, ob das der Sinn der Sache ist und ob der passive Handel nicht vielleicht zu mächtig ist.
Kritiker sagen:
- Der passive Handel ist schlecht ausbalanciert. Demnach sollte er Löcher in der Produktion stopfen, aber nicht im Alleingang eine ganze Insel versorgen können. Das untergräbt das grundsätzliche Spielprinzip von Anno.
- Als Vorbild gilt hier oft auch Anno 1800, wo der passive Handel nicht ganz so mächtig war – beziehungsweise erst mit dem Speicherstadt-DLC richtig aufblühen konnte.
- Obendrein passt das passive Handelsverhalten der Schiffe nicht zu ihrem Lager. Händler kaufen und verkaufen alles, was ihr wollt, selbst wenn sie an ihrem eigenen Hafen nur eine Handvoll davon anbieten.
Verfechter sagen:
- Für einige ist es aber eine neue Stärke von Anno, dass man es spielen kann, wie man will. Handel sollte laut ihnen eine valide Strategie sein und man sollte nicht gezwungen sein, auf jeden Fall eigene Handelsrouten einzurichten.
- Obendrein ist der passive Handel nur auf dem niedirgsten Schwierigkeitsgrad überhaupt derart effektiv. Laut einiger ändert sich das mit stärkeren KI-Gegnern und härteren Balance-Einstellungen. Beispielsweise könnt ihr einstellen, dass eure Bewohner deutlich schneller Waren konsumieren, sodass die unregelmäßigen Handelsschiffe unzuverlässig werden.
Verratet uns gerne in der Umfrage, wie ihr das seht?
Nutzt aber auch sehr gerne die Kommentarfunktion, um uns eure Gedanken dazu mitzuteilen. Nutzt ihr den passiven Handel überhaupt, oder verwendet ihr schon gar keine normalen Handelsrouten mehr? Es wird sowieso interessant zu sehen, was Ubisoft alles mit dem ersten richtigen Patch angeht. Das Update ist derzeit für Anfang Dezember geplant.

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