Nach einem Monat Apple TV weiß ich jetzt schon: Das ist der Streaming-Dienst, der Netflix gerne wäre

Jahrelang habe ich dem Anbieter die kalte Schulter gezeigt, dabei ist er für mich der vermutlich beste auf dem Markt – technisch wie inhaltlich.

Jahrelang habe ich mich gegen Apple TV gesträubt, jetzt bin ich glücklich damit. (Bildquellen: Apple, Maxe S., GameStar) Jahrelang habe ich mich gegen Apple TV gesträubt, jetzt bin ich glücklich damit. (Bildquellen: Apple, Maxe S., GameStar)

Es gab Zeiten, da hatte ich fünf Streaming-Dienste auf einmal abonniert. Wie jeder Mensch ohne Goldesel springe ich monatsweise mittlerweile von einem Anbieter zum nächsten.

Nachdem ich eine Woche lang nur Free-TV geschaut (oder es versucht) habe, wollte ich mir etwas gönnen. Zum allerersten Mal habe ich mir ein Apple TV-Abo rausgelassen; mich hat das Angebot vorher irgendwie nie geködert.

Jetzt, nicht einmal vier Wochen später, weiß ich, dass sich alle andere von Apple eine Scheibe abschneiden können – und zwar in jeglicher Hinsicht.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Bei Maxe läuft der TV nahezu jeden Tag für zwei bis drei Stunden. Streaming und Zocken gehören zu seinem Alltag wie das Abendessen; im Hause Schwind wird der Fernseher noch ausgiebig genutzt. 

Die technische Komponente

Heiderzack, sehen Serien und Filme auf Apple TV gut aus!

Ist die Aussage so verwunderlich? Ja, irgendwie schon. Streaming-Dienste komprimieren ihre Dateien, um Bandbreite zu sparen. Am Ende sieht und hört sich ein Film schlechter an als wenn man in auf Scheibe schaut.

/affi streaming

Die Bandbreite einer UHD-Blu-ray beläuft sich auf bis zu 128 Mbit/s, damit kann auch Apple TV nicht mithalten. Nichtsdestotrotz IST vor allem das Bild sichtbar besser, weil der Anbieter eine Bandbreite von ungefähr 24 Mbit/s im Schnitt freimacht; Disney Plus kommt auf rund die Hälfte, so Heimkinoraum.

Wie wirkt sich eine niedrige Bitrate aus?

Komprimierungseffekte sind am deutlichsten in sich schnell bewegenden oder detailreichen Szenen zu sehen. Dann rudeln sich Artefakte auf dem Display und das Bild verkommt zu Matschepampe. 

Wie das aussieht, seht ihr in diesem Video: 

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Ist die Bitrate konstant hoch (genug), bleibt das Bild weitestgehend scharf und artefaktfrei. 

Zugegeben: Netflix liegt mit im Schnitt 22 Mbit/s nicht allzu weit dahinter, aber bei Apple TV kommt noch hinzu, dass viele Eigenproduktionen mit Dolby Vision gestreamt werden. Den richtigen TV vorausgesetzt macht das was aus.

Ted Lasso und Severence sehen so knackig und geschniegelt aus, wie ich es selten erlebt habe. Das liegt allerdings nicht nur an der Technik.

Die inhaltliche Komponente

Damit meine ich nicht, dass Apple TV besonders viele Filme und Serien hat, die mich ansprechen. Im Grunde genommen ist das Gegenteil der Fall, weswegen ich vorher die Finger davon gelassen habe. Wegen Ted Lasso habe ich dann allerdings den Sprung ins Ungewisse gewagt.

Mittlerweile hat Apple TV einen ordentlichen Katalog, aber im Schnitt veröffentlicht der Streaming-Dienst weniger neue Serien und Film als Netflix. Bei Netflix habe ich immer das Gefühl, dass man alles an die Wand schmeißt und schaut, was kleben bleibt.

Das führt zum größten Ärgernis über den Anbieter: Viele Serien werden zu früh abgesetzt. Was haben die Leute geschimpft, als 1899 von den Dark-Machern nach einer Staffel abgesägt wurde.

Video starten 2:17 Die Dark-Macher schlagen wieder zu: Netflix-Trailer zu 1899 ist ein kompletter Mindfuck

Oder aber die Qualität nimmt über Zeit stark ab. Die Witcher-Serie sah anfangs wirklich toll aus, zum Schluss hat man zu leicht durch die Sets und Kostüme hindurchgeblickt, finde ich. Oder Stranger Things, das inhaltlich gerade in der letzten Staffel stark nachgelassen.

Bei Apple TV bin ich jetzt in der vierten Staffel von Ted Lasso und die Serie sieht zunehmend besser aus. Auch jede andere Eigenproduktion – Severence, Foundation, Kap der Angst – macht einen wahnsinnig hochwertigen Eindruck.

Ein bekannter Name macht noch keine gute Serie, aber wenn erfahrene Filmschaffende wie Steven Spielberg, Martin Scorsese oder Ben Stiller am Start sind, kann ich Qualität erwarten – und die liefert bisher jeder Titel, an dem ich mich versucht habe.


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Fazit

Nein, Apple TV wird das Streaming weder retten noch neu erfinden. Positiv überrascht bin ich trotzdem, sowohl technisch als auch inhaltlich.

  • Die Bild- und Audioqualität ist merklich besser, was an der Kombination aus hoher Bitrate und Dolby Vision/Audio liegt.
  • Die meisten Inhalte scheinen mit Qualität im Fokus produziert zu sein. Klasse statt Masse.

In einer Zeit, in der ich gute Qualität beim Streaming mit der Lupe suche, ist es sehr angenehm, ein reichhaltiges Buffet vorgesetzt zu bekommen – und das für nur 10 Euro im Monat. Das sind 4 Euro weniger als das Standard-Abo bei Netflix. Ich weiß, wo ich erst mal bleibe.


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