Asus hat es Valve und Nintendo nachgemacht und seinem Handheld ein OLED-Refresh spendiert. Das ist aber nicht alles. Der neue Asus ROG Xbox Ally X20 bietet weitere Verbesserungen, doch sind sie den saftigen Aufpreis von 400 Euro gegenüber dem Vormodell wert?
Unboxing des Asus ROG Xbox Ally X20 Anniversary Bundle
6:25
Mit so einem Riesenpaket hätte ich nicht gerechnet – der neue Asus-Handheld im Unboxing
Schlüssel-Features ohne Änderung: Gaming-Leistung, Akkulaufzeit etc.
Ich werde in diesem Test die Aspekte, die sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert haben nur kurz zusammenfassen. Mehr Details findet ihr in meinem Test zum Asus ROG Xbox Ally X.
Gaming-Leistung: Der AMD Ryzen Z2 Extreme (auch im Vorgänger) ist ein solider Chip für das Spielen in Full-HD-Auflösung. In den meisten neuen Spielen werdet ihr jedoch auf niedrige Einstellungen und Upscaling setzen müssen, um auf flüssige Frameraten zu kommen. Im Vergleich zu Handhelds mit dem neuen Intel G3 Extreme (etwa MSI Claw 8 EX AI+ oder Acer Predator Atlas 8) ist er im Schnitt zudem 50 Prozent langsamer.
Cyberpunk 2077
- 35W 1080p
- 15W 1080p
- 35 W 800p
- 15W 800p
- 0
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Dual-Lüfter: Der Asus ROG Xbox Ally X20 setzt weiterhin auf zwei Lüfter, die die internen Komponenten selbst bei Volllast effizient und leise kühlen. Beim Spielen im Turbo-Modus messe ich eine Lautstärke von circa 40 dBA. Das entspricht einem hörbaren, aber nicht unangenehmen Rauschen. Die Temperatur des Chips bleibt dabei relativ konstant bei knapp unter 70 Grad.
Akkulaufzeit: Im Asus ROG Xbox Ally X20 steckt weiterhin ein großer 80-Wh-Akku, der mit 65-Watt-Leistung aufgeladen werden kann. Wie lange ihr mit dem Handheld spielen könnt, ist natürlich stark vom Spiel und der gewählten Einstellungen abhängig.
- Im Turbo-Modus mit 35-Watt-TDP komme ich auf knapp über zwei Stunden, während beim Spielen im »Silent«-Modus bis zu sechs bis acht Stunden drinnen sind.
- Kurios: Selbst bei 2.600-Euro-teuren Jubiläums-Bundle mit der AR-Brille gibt es kein Netzteil im Lieferumfang.
Lautsprecher: Die Stereo-Lautsprecher sind nach vorn gerichtet (bei Handhelds nicht selbstverständlich), werden nicht nur schön laut, sondern klingen auch richtig gut. Selbst bei maximaler Lautstärke nehme ich kaum Verzerrungen wahr. Bei Bedarf kann ein Gaming-Headset mit 3,5mm-Klinke angeschlossen werden.
Solltet ihr euch den Asus ROG Xbox Ally X20 im Bundle mit der ROG-XREAL-R1-Brille kaufen und diese nutzen, hört ihr eure Spiele über die kleinen Lautsprecher in den Bügeln der Brille (ein separater Artikel dazu folgt).
So habe ich getestet
Ich habe die Asus ROG Xbox Ally X20 eine Woche lang für Gaming im Handheld-Modus und gedockt am Fernseher verwendet.
Spezifikationen
- Gewicht: 756 Gramm
- Maße: 30.0 x 12.1 x 2.75 ~ 5.13 cm
- APU: AMD Ryzen Z2 Extreme
- RAM: 24 GByte LPDDR5X (on board)
- SSD: 1 TByte PCIe 4.0 NVMe M.2 2280
- Display: 7,4-Zoll, 1920 x 1080 Pixel, OLED, 30 bis 120 Hz, VRR, Gorilla Glass Victus
- Akku: 80 Wh, mit 65-Watt-Ladeleistung (Kein Netzteil im Lieferumfang)
- OS: Windows 11 mit Xbox-Vollbilderfahrung
- Anschlüsse: USB-C 4.0, USB-C 3.2 Gen2, 3,5mm-Klinke, microSD-Express
- Konnektivität: Wi-Fi 6E, Bluetooth 5.2
- Controller: Hall-Effekt Trigger, TMR-Sticks, Zwei Makro-Tasten, 6-Achsen-Gyroskop
- Audio: Zwei Lautsprecher, integriertes Mikrofon mit AI-Noise-Cancelling
- Sicherheit: Fingerabdrucksensor, Microsoft Pluton Security Prozessor
Preis und Verfügbarkeit
- Verfügbarkeit: schon verfügbar
- Preis: 1.399 Euro
OLED: Ein willkommenes Upgrade
Das größte Upgrade gegenüber dem Vorgänger ist natürlich der neue OLED-Bildschirm. Asus-Handhelds hatten keineswegs schlechte Bildschirme, aber gegenüber der Konkurrenz hatten sie, außer VRR, in dieser Hinsicht keine starken Argumente für sich.
Das ändert sich mit dem Asus ROG Xbox Ally X20 schlagartig. Der Asus ROG Xbox Ally X20 hat einen exzellenten OLED-Bildschirm mit einer variablen Wiederholrate von 30 bis 120 Hz. Außerdem ist der Bildschirm mit einer Diagonale von 7,4-Zoll etwas größer. Das ist bei einem PC-Handheld durchaus sinnvoll, da der 7-Zoll-Bildschirm der Vorgänger mir persönlich etwas zu klein vorkam. Der Unterschied ist zwar nicht gewaltig, aber bemerkbar.
Hier im direkten Vergleich mit dem älteren Asus ROG Xbox Ally X (o.). Der neue OLED-Bildschirm ist zwar sehr schön, aber das alte LCD war keineswegs schlecht. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Was hingegen wirklich ausfällt, ist der Sprung von einem IPS-LCD zu einem OLED. Der Kontrast ist um Welten besser, die Farben strahlen und Schwarzwerte sind perfekt. Die maximale Helligkeit von 1.400 Nits bei HDR-Inhalten lässt Inhalte selbst bei Tageslicht zur Geltung kommen.
Alles in allem hat Asus einen der besten Bildschirme in einem Handheld verbaut, die ich bisher gesehen habe. Nur die 7,4-Zoll könnten für manche immer noch etwas zu klein sein.
Neues Gehäuse und leicht verändertes Design
Äußerlich gibt es ein paar kleine Designänderungen, die den Handheld echt schick aussehen lassen. Sogar die hervorragende Ergonomie ist noch ein kleines Stück besser geworden.
- Die Haltehörner sind an der Rückseite jetzt gummiert, was für einen noch besseren Halt sorgt.
- Das Gehäuse ist leicht transparent, was an alte Spielkonsolen erinnert. Ich mag den Look.
- Goldene Akzente zieren den Handheld. Sogar der Kühlergrill schimmert golden. Auch das sieht richtig gut aus und die schwarz-goldene Kombination erinnert mich ein wenig an die Uniformen in Clair Obscure: Expedition 33.
- Der Xbox-Button ist jetzt grün beleuchtet.
Unterm Strich ist der Asus ROG Xbox Ally X20 ein (subjektiv) schöner Handheld mit herausragender Ergonomie. Die gummierten Griffe und das moderate Gewicht von 756 Gramm sorgen dafür, dass der Handheld selbst nach mehreren Stunden bequem bleibt.
Neuer Controller mit TMR-Sticks und transformierbares D-Pad
Neben dem Gummi-Griffen gibt es zwei weitere neue Controller-Features.
TMR-Sticks: Asus verbaut bei diesem Handheld endlich driftresistente TMR-Sticks. Bei den vorigen Handhelds wurden noch normale Joysticks mit Potenziometern verbaut, die für Drift aufgrund ihres mechanischen Verschleißes anfälliger sind.
Die neuen TMR-Sticks sind insgesamt nicht nur präziser, sondern eben auch deutlich widerstandsfähiger gegenüber dem berüchtigten Stick-Drift-Problem.
Die Sticks haben allerdings weiterhin ein Problem, das mir schon bei meinem Testmuster aufgefallen ist. Die Sticks fühlen sich nach langer Nutzung an einigen Stellen rau an, weil sich die Ringe oder die Hälse der Joystick-Kappen abnutzen.
Mein Testgerät muss schon bei einigen anderen Kollegen und Kolleginnen gewesen sein, denn bereits hier kratzt der linke Stick bei der Vorwärtsbewegung etwas. Das ist Jammer auf hohem Niveau, aber wenn Asus beim nächsten Handheld noch richtige Glättungsringe verbaut, werde ich nichts mehr zu meckern haben.
D-Pad: Das D-Pad kann zwischen zwei Modi umschalten. Dafür muss man die Scheibe nur anheben und um 90-Grad rotieren.
- 8-Wege-D-Pad: In diesem Modus ist es flach und erleichtert die Eingabe aller acht Richtungen. Die Form ist vergleichbar mit dem tellerförmigen D-Pad des Xbox Elite Series 2.
- 4-Wege-D-Pad: Die vier Kardinalrichtungen sind erhöht. So kommt es zu weniger unbeabsichtigten Diagonalen, was nützlich ist bei Spielen, die hohe Präzision erfordern, wie etwa Plattformer oder Rhythmus-Spiele.
Die zwei Modi des D-Pads. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
microSD-Express für schnelle Ladezeiten
Die letzte große Neuerung ist der microSD-Express-Slot für die schnellen Speicherkarten. Die Karten sind zwar deutlich teurer als herkömmliche microSD-Karten, aber bieten Geschwindigkeiten auf SSD-Niveau.
Der Asus ROG Xbox Ally X20 kommt schon mit einer sehr großen 1-TB-SSD. Wer noch mehr benötigt und nicht auf schnelle Ladezeiten verzichten will, muss den Xbox Ally X20 nicht öffnen und die interne SSD austauschen – das Einsetzen einer microSD-Express-Karte reicht.
Die Ladezeiten sind im Vergleich zur internen SSD nur geringfügig langsamer (getestet mit einer Biwin Amber ME300 1TB):
| Spiel (Hauptmenü → Continue) | Interne SSD | microSD Express |
|---|---|---|
| Witcher 3 Remastered | 8,7 Sek. | 13,4 Sek. |
| Like A Dragon: Infinite Wealth | 26,3 Sek. | 35,3 Sek. |
| Silent Hill f | 9,1 Sek. | 9,6 Sek. |
Solltet ihr euch den Asus ROG Xbox Ally X20 kaufen?
Der Asus ROG Xbox Ally X20 ist für euch, wenn …
- … ihr einen schnellen Handheld mit OLED-Bildschirm sucht.
- … ihr Ergonomie bei einem Handheld hoch schätzt.
- … ihr einen Handheld mit zukunftssicherer Unterstützung von microSD-Express-Karten sucht.
Alternativen
Asus ROG Xbox Ally X: Ihr könnt auf OLED, einen leicht verbesserten Controller und teure microSD-Express-Karten verzichten? Dann spart euch das Geld und holt euch lieber den 400 Euro günstigeren Vorgänger. Die Gaming-Leistung ist identisch und der verbaute IPS-LCD ist keineswegs ein schlechter Bildschirm.
MSI Claw 8 EX AI+: Euch ist echte Leistung wichtiger als ein OLED-Bildschirm? Dann würde ich euch eher zum neuen MSI-Flaggschiff mit Intel G3 Extreme raten. Der Handheld kostet zwar 250 Euro mehr, aber ihr erhaltet etwa 30 bis 50 Prozent mehr Bilder pro Sekunde, 12 GB mehr Arbeitsspeicher und einen größeren 8-Zoll-Bildschirm.
Acer Predator Atlas 8: Der Acer Predator Atlas 8 besitzt ebenfalls 24 GB RAM und driftresistente TMR-Sticks. Er kostet zwar 200 Euro mehr als der Xbox Ally X20, aber dafür ist er mit demselben schnellen Intel-Chip ausgestattet, wie der MSI Claw 8 EX AI+.
Preis-Leistung: Hier ist der Punkt, an dem mir eine klare Empfehlung für den Asus ROG Xbox Ally X20 schwerfällt. Der Preis ist mit 1.400 Euro sehr hoch und wer so viel Geld für einen Handheld ausgeben kann, für den oder die sind die beiden Intel-Monster von MSI und Acer nicht weit entfernt.
Für nur 200 bis 250 Euro mehr bekommt ihr zwei Handhelds, die deutlich schneller sind. Ferner kostet der Asus ROG Xbox Ally X ohne OLED-Display , TMR-Sticks und microSD-Express-Unterstützung ganze 400 Euro weniger – und ist genauso schnell.
Der Asus ROG Xbox Ally X20 ist einer der besten Handhelds, keine Frage, aber er befindet sich preislich in einem schwierigen Bereich. Läge der Preis bei 1.300 oder gar 1.200 Euro, wäre meine Wahl für den Handheld des Jahres ganz einfach. Bei 1.400 Euro schiele ich doch etwas in Richtung der neuen Intel-Handhelds.

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