In Fallout wurde die Welt von Atombomben zugrunde gerichtet. Wir sehen den entsprechenden Moment bereits in der ersten Staffel. Cooper Howard erlebt die Explosionen selbst mit und sieht, wie ein Sprengkopf nach dem anderen gezündet wird.
Doch wie nah kann man sich wirklich an einer Atomexplosion befinden und überleben? Die Antwort ist so kompliziert wie faszinierend.
Wichtig: Wenn es um ernsthafte Schutzmaßnahmen und Handlungstipp im Ernstfall geht, ist dieser Artikel NICHT die richtige Anlaufstelle. Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit bietet euch die Infos, die ihr braucht.
Die Bedingungen
Erstmal ist Atomexplosion nicht gleich Atomexplosion. Die Auswirkungen hängen von diversen Faktoren ab (via Wissenschaft&Frieden):
- Wetterlage
- Art der Waffe
- Geografische Umstände
- Explosion in der Luft oder am Boden
Besonders entscheidend: die Art der Waffe und deren Explosionskraft. Die Bombe »Little Boy«, die über Hiroshima abgeworfen wurde, hatte beispielsweise eine Sprengkraft von 15 Kilotonnen (15 Kilotonnen TNT).
Einige moderne Atomwaffen, wie die B83 der USA, haben allerdings eine Sprengkraft von circa einer Megatonne. Die größte Sprengkraft einer tatsächlich gezündeten Atombombe liegt bei 50 Megatonnen (via SRF). Das war übrigens die Zar-Bombe, die die russische Regierung am 30. Oktober 1961 auf dem Novaja Semlja, einem Archipel im Arktischen Ozean, getestet hat (via nationalww2museum).
Ihr merkt schon: Wie nah ihr an einer Explosion stehen dürft, hängt stark davon ab, um welche Bombe es sich handelt. Doch auch weitere Faktoren sind entscheidend.
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Das macht eine Atomexplosion aus
Eine Atomexplosion wird in mehrere Abschnitte eingeteilt (via ICRP und ICAN):
Lichtblitz: Eine nukleare Explosion erzeugt einen extrem hellen Licht- und Wärmestrahl. Der Blitz kann kurzfristige Blindheit verursachen und zudem schwere Verbrennungen auslösen – je nach Entfernung und Sichtlinie sogar über viele Kilometer hinweg.
Feuerball: Direkt im Zentrum entsteht ein Feuerball mit Temperaturen von mehreren Millionen Grad. Im Bereich dieses Feuerballs ist kein Überleben möglich; er verdampft alles, was sich darin befindet.
Druckwelle: Die Explosion erzeugt einen massiven Überdruck, der Gebäude in mehreren Kilometern Entfernung zum Einsturz bringen kann. Menschen überleben den reinen Druck oft besser als Strukturen – die größte Gefahr geht von Trümmern, Splittern und einstürzenden Gebäuden aus.
Sofortige Strahlung: In den ersten Sekunden wird ionisierende Strahlung freigesetzt. Bei kleineren Waffen kann diese im Nahbereich tödlich sein. Bei großen Sprengsätzen spielt dieser Effekt eine geringere Rolle, weil andere Wirkungen dominanter sind.
Fallout: Das sind radioaktive Partikel, die durch die Explosion in die Atmosphäre gelangen und wieder zu Boden sinken. Wie viel Fallout entsteht, hängt stark davon ab, ob die Explosion in der Luft oder am Boden stattfindet. Luftdetonationen erzeugen deutlich weniger Fallout. Radioaktiver Fallout kann durch Wind und Wetter über viele Kilometer transportiert werden und stellt eine der größten Gefahren nach der Explosion dar.
Mit allem diesem Wissen um die tatsächliche Explosion, können wir schon eher feststellen, wie weit ihr von einer Atomexplosion entfernt sein müsst, um sie zu überleben.
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So weit dürftet ihr weg sein
Um absolut keiner Gefahr durch eine Atomexplosion ausgesetzt zu sein, müsst ihr mehrere Kilometer davon entfernt sein. Da die Entfernung vor allem je nach Sprengkraft der Bombe variieren, zeigen wir euch konkrete Beispiele anhand verschiedener Bombenmodelle, die am Boden explodieren.
Die genauen Informationen hierzu stammen aus dem interaktiven Simulationswerkzeug Nukemap, das vom US-amerikanischen Wissenschaftshistoriker Alex Wellerstein entwickelt wurde.
»Little Boy« (15 Kilotonnen): Bei einer Explosion, die der Stärke einer heutzutage eher schwachen Bombe entspricht, solltet ihr mindestens 4,5 Kilometer entfernt sein, um selbst die schwachen Überreste der Druckwelle nicht mehr zu spüren.
Um Verbrennungen dritten Grades zu vermeiden würden circa 2 Kilometer ausreichen, aber warum das Risiko eingehen, richtig?
B83 (1,2 Megatonnen): Die momentan mächtigste Bombe des US-Militärs ist rund 80-mal stärker als »Little Boy«. Um weder durch Verbrennungen, noch platzende Fenster zu Schaden zu kommen, solltet ihr mindestens 21 Kilometer entfernt sein.
Castle Bravo (15 Megatonnen): Das ist die Atombombe mit der höchsten Sprengkraft, die die USA je getestet haben. Die Reichweite der Strahlungsverbrennungen sind hier höher als die der Druckwelle. Damit eure Haut einigermaßen unversehrt bleibt, müsst ihr mindestens 34 Kilometer weit vom Ground Zero entfernt sein.
Zar-Bombe (50 Megatonnen): Die mächtigste jemals getestete Atombombe würde einen Abstand von mindestens 60 Kilometern von euch verlangen, wenn ihr davon keine direkten Auswirkungen spüren wollt.
Keller können euch retten: Wie wichtig die Umgebung ist, in der ihr euch befindet, wenn es zu einer Atomexplosion kommt, zeigt die Geschichte von Eizo Momura (via ICRP).
Er war am 6. August 1945 etwa 170 Meter vom Ground Zero entfernt in seinem Keller als die Atombombe auf Hiroshima fiel. Er überlebte und starb knapp 40 Jahre später im Alter von 84 Jahren.
Den Fallout lassen wir an der Stelle mal weg, da er nicht direkt zur Explosion gehört. Die Folgen nach der Explosion stehen ohnehin auf einem anderen Blatt.
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