Am 10. Oktober 1957 wäre es im englischen Windscale fast zu einer riesigen Katastrophe gekommen. Ein Brand im Kernreaktor eines Atomkraftwerks konnte gerade noch gelöscht werden. Doch was, wenn es noch schlimmer gekommen wäre und die ganze Region nachhaltig verseucht worden wäre?
Dieses Szenario liegt Atomfall zugrunde, einem Survivalspiel, das in den Gebieten rund um das Kernkraftwerk Windscale spielt, die im Spiel zu einer radioaktiv verstrahlten Sperrzone geworden sind. Ist Atomfall also eine Art britisches Stalker? Wir konnten den Titel auf der gamescom ausprobieren und wissen jetzt, wie er sich spielt und ob er mit dem großen Vorbild mithalten kann.
Was haben wir gespielt? Unser Kollege Fabiano, der auf der gamescom in Köln unterwegs ist, durfte sich 20 Minuten lang frei in der Welt von Atomfall umsehen. Da Fabiano aber von einem Termin zum nächsten hetzt, hat Tillmann diese Preview für euch verfasst, und sich davor jede Menge neues Gameplay angesehen.
Stalkers kleiner Bruder?
Während Stalker 2 eine riesige, zusammenhängende Open World verspricht, will Atomfall etwas bescheidener bleiben: Hier erkunden wir eine Handvoll großer Gebiete, die aber prall gefüllt mit Entdeckungen sein sollen. Unter anderem können wir etwa unterirdische Bunkeranlagen und Höhlen finden. Einen guten Eindruck vermittelt der Trailer:
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Die Level des neuen Survivalspiels Atomfall strotzt im Trailer nur so vor Endzeit-Stimmung
Statt einer atomaren Wüste erwarten uns grüne englische Landschaften mit Burguinen und Dörfern. Ob wir auch noch weniger idyllische Orte wie etwa das Atomkraftwerk selbst erkunden, ist noch nicht bekannt. Gefährlich wird es aber auf jeden Fall. Uns lauern etwa Banditenclans, blau leuchtende, radioaktive Monster und aggressive Blutegel auf.
Außerdem wird es mehrere Fraktionen geben, denen wir uns anschließen können. Unter anderem begegnen wir ehemaligen Soldaten und Mitgliedern einer Forschungsorganisation, die auch Kampfroboter ins Feld führen. Außerdem gibt es einen rätselhaften Kult, der sich in mittelalterlich anmutende Gewänder kleidet.
Trotz seiner kleineren Welt verspricht Atomfall eine Menge Freiheit: Nicht nur können wir uns frei in und zwischen den Gebieten bewegen, auch die Story können wir so angehen, wie wir wollen. Welchen Weg wir zum Ziel nehmen und ob wir mit NPCs verbünden oder sie einfach ausschalten, bleibt ganz uns überlassen. Unsterbliche Charaktere gibt es nicht.
Cricketschläger vs. Banditenbirne
Doch macht es überhaupt Spaß, Gegner wegzukloppen? Diese Frage können wir schon klar mit Ja
beantworten. In Atomfall finden wir zwar auch Schusswaffen wie Revolver und Sturmgewehre, doch die Munition dafür ist rar gesät und wir können nur eine begrenzte Menge tragen.
Stattdessen müssen wir meistens auf Äxte, Cricketschläger und ähnliche Werkzeuge zurückgreifen. Gut so, denn die Nahkampfwaffen fühlen sich im Kampf richtig wuchtig an und kaum etwas bereitet uns im Spiel mehr Spaß, als jemandem mit voller Wucht eine überzuziehen. Nur zu Forschungszwecken natürlich!
Wurfobjekte wie Granaten und Molotow-Cocktails setzen wir ebenfalls ein. Die können sogar praktische Nebenwirkungen entfalten. Als wir etwa einen Brandsatz in eine Gruppe Banditen werfen, explodiert der Molotow-Cocktail, den einer von ihnen gerade werfen wollte. Das gibt ein Feuerwerk.
Auch alle anderen Nahkampfwaffen können wir auf unsere Gegner schmeißen. Diese Funktion stellt sich aber beim Anspielen eher als enttäuschend heraus. Denn geworfene Messer und Äxte richten kaum Schaden an und bleiben auch nicht im Gegner stecken.
Auf die leichte Schulter nehmen sollten wir die Kämpfe übrigens nicht, wir können es im offenen Kampf nicht mit einem ganzen Banditenlager aufnehmen. Manchmal müssen wir deshalb auch um Gegner herumschleichen oder sie aus dem Hinterhalt ausschalten.
Es gibt keinen Schrott
Effektiver werden können wir aber im Verlauf des Spiels durch Skills. Insgesamt vier kleine Talentbäume verbessern unsere Kampf- und Überlebensfähigkeiten, sowie unsere körperliche Fitness. Wir schalten neue Fähigkeiten frei - allerdings nicht mit gewonnenen Erfahrungspunkten, sondern müssen eine bestimmte Währung in der Welt finden, oder bei Händlern erwerben.
Aufmerksam umsehen müssen wir uns auch, um neue Craftingzutaten zu finden, die wir fast überall mitnehmen können. Wertvollere Schätze können wir außerdem mit einem Metalldetektor aufspüren. Mit den gefundenen Ressourcen bauen wir uns neue Waffen oder Verbrauchsobjekte wie Bandagen und Molotow-Cocktails. Modifizieren können wir unsere Ausrüstung aber wohl nicht.
Was wir außer Banditen, Monstern und Ressourcen noch alles in der Welt von Atomfall entdecken können, bleibt bisher noch verborgen in den geheimen Bunkeranlagen rund um das Atomkraftwerk. Hier sollen wir nämlich die Geheimnisse finden, die den Unfall von Windscale umgeben. Darum dürfte sich auch die Story drehen, von der wir aktuell noch kaum etwas wissen.
Was wir aber inzwischen von Atomfall gesehen haben, sieht schon vielversprechend aus. Die Kämpfe machen Spaß, und die englische Sperrzone hat ihren ganz eigenen Charme. Wir bleiben also auf den Release gespannt, der irgendwann im nächsten Jahr erfolgen soll.
Fazit der Redaktion
Tillmann Bier
Mit postapokalyptischen Szenarien kann man mich eigentlich immer anlocken. Und Atomfall hat mich auch mit seinem ungewöhnlichen England-Szenario von Anfang an neugierig gemacht. Zwar hat mich das neue Gameplay nicht vom Hocker gehauen, doch zeigt es eben nur einen sehr kleinen Teil des Spiels. Und der spielt sich laut meinem Kollegen Fabiano auch schon ziemlich gut.
Für mich bleiben daher vor allem noch zwei Fragen offen: Wie spannend sind die Story und ihre Fraktionen? Und was wartet alles in der Open World?
Dass Atomfall eine besonders tiefgreifende und ausgeklügelte Geschichte erzählt, erwarte ich nicht unbedingt. Aber ich hoffe doch darauf, dass sie mich gut unterhält und vielleicht auch interessante Entscheidungen bietet. Denn die Wahlfreiheit wird ja von den Entwicklern besonders betont.
Von der Story konnten wir bisher nicht viel sehen, ähnliches gilt für die Welt. Hier wünsche ich mir, dass Atomfall seine Gebiete mit spannenden Entdeckungen und nicht nur mit Banditenlagern und leeren Ruinen füllt. Außerdem sollten die verschiedenen Gebiete auch ihre ganz eigenen Besonderheiten und Herausforderungen bieten.
Ob diese Wünsche erfüllt werden, sehen wir natürlich erst zum Release. Bis dahin setze ich Atomfall aber schon einmal auf die Wunschliste.
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