Immersion ist für mich ein Zauberwort in Spielen. Ich liebe es, so tief wie möglich in Spielwelten zu versinken und meine Umgebung fast zu vergessen. Fallout 4 spiele ich deshalb etwa seit Jahren nur noch im Survivalmodus und in der Kampagne von Battlefield 6 habe ich damit experimentiert, die Benutzeroberfläche ganz auszuschalten.
Auch im Multiplayer von Battlefield 6 gibt es einen Modus, der meinen Wunsch nach mehr Immersion erfüllt und schon in Battlefield 4 mein Favorit war. Doch mit dem letzten Update für den Map- und Modi-Editor Portal droht er für immer in der Versenkung zu verschwinden.
Hardcore ja, Fortschritt nein
Meine Freude war riesig, als ich erfuhr, dass in Battlefield 6 wieder der Hardcore-Modus zurückkehrt. Auf diesen Servern habt ihr kein Fadenkreuz, keine Munitionsanzeige und keine Minimap. Nur die nötigsten Anzeigen wie Tickets im Eroberungsmodus sind noch da. Zusätzlich hat der Hardcore-Modus ein realistischeres
Schadensmodell: Sowohl wir als auch unsere Gegner vertragen deutlich weniger Treffer.
Battlefield wird auf Hardcore-Servern ein deutlich intensiveres und natürlich auch immersiveres Erlebnis. Ich bin nicht mehr von Anzeigen umgeben; es gibt nur mich und meine Waffe. Gegner muss ich selbst entdecken, Teamkollegen helfen mir nicht beim Aufklären. Und statt ständig auf meine Minimap zu schauen, konzentriere ich mich ganz auf die Umgebung, scanne sie nach Gegnern und sauge die Schlachtfeldatmosphäre ein. Hier mal etwas Gameplay:
Für ein paar Ründchen spiele ich immer wieder gerne Hardcore, auch wenn der Modus nicht unbedingt massentauglich oder als Standardmodus zu gebrauchen ist. Er verändert etwa die Balance: Sniper werden deutlich stärker, gleichzeitig werden Gadgets zum Aufklären der Gegner quasi unbrauchbar. Auch die Zusammenarbeit im Squad - eine Kernmechanik von Battlefield - wird erschwert. Ohne Minimap und Kompass wird die Koordination schwierig, Gegner für mein Team aufzuklären, bringt ja schließlich wenig.
Der Hardcore-Modus kann also immer nur ein Nischendasein fristen, doch jetzt haben die Entwickler ihn möglicherweise vollkommen zerstört. Denn mit den Anpassungen für Battlefield Portal, die eigentlich vor allem Farmingserver treffen sollten, kann ich auch auf Hardcore-Servern keinerlei Erfahrung sammeln und Fortschritte machen.
Waffen freischalten, im Rang (schnell) aufsteigen, Herausforderungen abschließen: All das ist jetzt mit Hardcore unmöglich geworden. Und ja, ich kann trotzdem noch Spaß mit dem Modus an sich haben, aber:
- Schon jetzt merke ich, wie es deutlich schwerer geworden ist, gefüllte Server für meinen Lieblingsmodus zu finden. Viele Spielerinnen und Spieler wollen eben nicht ganz auf den Fortschritt verzichten und weichen auf Standard-Spielmodi aus.
- Auch für mich gehört es dazu, für meine Leistung am Ende der Runde wenigstens eine kleine Belohnung einzustreichen, sei es ein neuer Waffenaufsatz, ein Rangaufstieg oder eine andere Freischaltung. Gerade mit dutzenden angefangenen Challenges fühlt es sich nicht gut an, einfach gar keinen Fortschritt zu machen.
Ich hoffe inständig, dass die Entwickler hier noch einmal umdenken. Zwar kann ich nachvollziehen, dass Farmingserver unerwünscht sind, doch hier hätte DICE schlicht schon vor dem Release eine Lösung finden müssen, die Portal nicht vollkommen unbrauchbar macht!
Dass die Entwickler so schnell auf Community-Wünsche und -Kritik reagieren, ist grundsätzlich eine gute Sache. Doch mich beschleicht das Gefühl, dass DICE aktuell oft voreilig handelt (wie bei der Reduzierung von Eroberungs-Tickets) und dann zurückrudert, anstatt nur gut durchdachte Änderungen abzusegnen. Hoffentlich findet Battlefield 6 noch die richtige Balance, um möglichst viele Fans glücklich zu machen - und vielleicht auch mich.
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