Zwei verlängerte Wochenenden lang stürzten sich hundert tausende Spielerinnen und Spieler in die Open Beta von Battlefield 6.
Und natürlich war auch die GameStar-Redaktion fleißig am Start und hat gefallene Soldaten wieder aufgestellt, Panzer repariert, feindliche Punkte eingenommen und natürlich kein einziges Match verloren, ähem.
Unser Ersteindruck nach dem ersten Anspiel-Wochenende fiel sehr positiv aus. Mit längerer Spielzeit kristallisierten sich aber auch ein paar Problemzönchen von BF6 heraus. Was Entwickler DICE unbedingt noch vor dem Release im Oktober ausbessern sollte, lest ihr in unserem zweiten Beta-Fazit.
16:02
Battlefield 6: So gut hat sich die Shooter-Reihe seit Jahren nicht mehr angefühlt
Wo sind die großen Fahrzeugschlachten?
Phil Elsner: Für mich machen große Materialschlachten schon immer die Seele von Battlefield aus – erst wenn Jets am Himmel rauschen, Panzerketten an Land rasseln und Flugzeugträger vor der Küste kreuzen, fühle ich mich so richtig wohl. Und hier hat Battlefield 6 noch viel zu beweisen.
In der Beta rollte zwar hier und da mal ein Fahrzeug zwischen Flaggenpunkten umher und ab und zu sah man auch mal einen Heli abstürzen. Aber von großen »combined arms« Gefechten (also wenn Streitkräfte im Verbund kämpfen), war noch sehr wenig zu spüren.
Wir brauchen Platz auf großen Maps für umfangreiche Fahrzeug-Manöver, wo auch mal drei, vier oder sogar fünf Kampfpanzer aufeinandertreffen. Wo sich am Himmel mehrere Flugzeuge erbitterte Dogfights liefern. Wo Landungsboote, Raketen und Hubschrauber von großen Schiffen aus starten.
Wenn Battlefield wirklich seine berüchtigte Formel von damals wiederbeleben will, dann wäre es nur konsequent, wenn beim Prinzip »Zu Lande, zu Wasser und in der Luft« keine Kompromisse zugunsten von reinen Infanteriekämpfen gemacht werden.
Mehr Spaß beim Fahren und Fliegen
Tillmann Bier: Grundsätzlich sind Panzer und Helikopter in Battlefield 6 für mich schon am richtigen Platz. Sie sind mächtig genug, um ganze Infanterietrupps im Alleingang auszuschalten, aber haben auch Schwachstellen.
Selbst der schwere Kampfpanzer kann etwa mit zwei Panzerabwehrraketen ins Heck zerstört werden und wirkt deshalb nie übermächtig. In Sachen Balance gibt's daher wenig Grund zur Sorge.
Aber: Einige Fahrzeuge lassen sich aktuell nicht wirklich gut steuern. Helis sind zu schwerfällig und mit Panzern aus der Außenansicht zu zielen, ist reines Glücksspiel.
Teilweise scheint meine Kanone dann nicht auf das zu schießen, was ich anvisiere. Und ob sich der Turm der Panzer wirklich so langsam drehen muss, wage ich auch zu bezweifeln.
Zusätzlich würde ich mir noch mehr Möglichkeiten für die Mitfahrer wünschen. Aktuell kann nur eine zweite Person im leichten und im schweren Panzer ein MG bedienen. In den Vorgängern bekamen aber teils auch weitere Besatzungsmitglieder irgendeine Art von Tool oder Waffe in die Hand gedrückt.
Gebt mir flexiblere Zerstörung!
Natalie Schermann: Ich liebe die Zerstörungsmechaniken von Battlefield 6. In wenigen Sekunden wird ein sicherer Unterschlupf zu einem Präsentierteller für gegnerische Panzer. Taktische Punkte werden unter den Füßen weggerissen, ganze Gebäudefassaden stürzen ein und eröffnen mir ein All-You-Can-Eat-Buffet aus gegnerischen Spielern.
Aber je länger ich spiele, desto inszenierter fühlt sich die BF-Zerstörung an. Gebäude stürzen immer an vordefinierten Stellen ein, nur ganz bestimmte Wände fallen ab – dabei würde ich mir so gerne völlig eigene Wege durch die Map sprengen.
Wird eine Straße zu Punkt B komplett von Gegnern überrannt, möchte ich ein Loch in die Wand stanzen, um neue taktische Möglichkeiten zu eröffnen und das gegnerische Team mit einer fiesen Flanke überraschen. Stattdessen drängen sich alle immer in denselben tödlichen Flaschenhals, weil es sonst wenige Alternativen gibt.
Shooter-Kollege The Finals hat bereits vorgemacht, wie sich Schlachtfelder und die gesamte Spieldynamik dank vollständig zerstörbarer Umgebung verändern können. Das würde noch mehr Pepp in die auch so schon sehr Action-geladenen Matches von Battlefield 6 bringen.
Die Shotgun darf so nicht bleiben
Dennis Zirkler: Aktuell ist die Shotgun in Battlefield 6 einfach viel zu gut. Punkt. Wer sich auf kurze Distanz in ihren Lauf verirrt, ist sofort weg, One-Shot-Kills sind Standard. Und selbst auf mittlere Entfernung ist sie noch derart effektiv, dass man sich ernsthaft fragt, wofür es eigentlich DMRs und Sturmgewehre gibt.
Das Problem ist dabei gar nicht, dass sie stark ist – sondern dass sie konstant dominiert. Egal ob beim Push durch Engstellen oder beim »taktischen Warten« in der Verteidigung: Die Shotgun macht gerade alles platt, ohne echte Schwächen.
Und wenn man mit Slug-Munition selbst noch auf 200 Meter Entfernung aufräumt, wo man sich eigentlich sicher wähnt, dann stimmt das Waffenbalancing nicht mehr.
Zum Launch braucht es ein klares Signal seitens DICE: Weniger Reichweite, härterer Schadens-Falloff und das Slug-Upgrade gehört dringend generft.
1:18:48
Reicht das wirklich, Battlefield 6?
Gebt mir mein altes Rush zurück!
Jesko Buchs: Seit jeher ist der Rush-Modus einer der beliebtesten Spielmodi im Battlefield-Multiplayer. Auf kompakten Maps versucht ein Angreifer-Team, Sprengsätze an Funkstationen scharf zu machen; das Verteidiger-Team muss das verhindern. Die kurzweiligen Gefechte wogen auf der Map hin und her, bis die Angreifer keine Tickets mehr haben oder die den Verteidigern die Funkfeuer ausgegangen sind – zumindest sollte es im Idealfall so laufen.
Doch mein Lieblingsmodus war in der Battlefield 6 Beta kaum wiederzuerkennen. Denn während des zweiten Test-Wochenendes litt der Rush-Modus unter massiven Balancing-Problemen. Kaum war eine Runde gestartet, war sie auch schon wieder vorbei, weil ein Team das andere förmlich überrannte.
Der Raum zwischen den einzelnen Comm-Stationen ist auf den bislang gezeigten Karten nämlich deutlich zu klein. Haben die Gegner eine Station gesprengt, stehen sie auch schon bei der nächsten auf der Matte. Kurze Respawn-Timer sorgen zudem dafür, dass alle Spieler schon kurz nach dem Ableben wieder – meist planlos – ins Gefecht stürmen.
Das verursacht großes Chaos, denn Gegner kommen quasi jederzeit von überall angerannt. Ordentliches Teamplay wird kaum belohnt; dass Squad-Wipes euch so gut wie keinen zeitlichen Vorteil bringen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf.
Immerhin: Auch DICE hat das unausgegorene Balancing im Rush-Modus bereits eingeräumt und eine Überarbeitung angekündigt. Bereits während der Beta wurden deshalb der Respawn- und der Bomben-Timer angepasst. Ob das allerdings reicht, um den Rush-Modus in Battlefield 6 wieder zu seiner alten Größe zurückzuführen, ist zweifelhaft. Denn die Fan-Kritik betrifft auch das Kartendesign und die teils ungünstigen Sichtachsen. Hier müssen DICE und EA noch nachbessern.
Die Technik muss auch im Detail stimmen
Jan Stahnke: Battlefield 6 lief während beider Beta-Wochenenden größtenteils flüssig und hat bei den meisten Spielern gut funktioniert. Leider gab es auch diverse Kleinigkeiten, die zwar lange kein Weltuntergang waren, aber verständlicherweise für negative Stimmung in der Community gesorgt haben:
- Abstürze
- Unendliche Ladebildschirme
- Heißlaufende CPUs im Hauptmenü
- Performance-Einbrüche am zweiten Beta-Wochenende
- Fehlerhafte Optimierung von Intel-CPUs mit Hybridarchitektur
Glücklicherweise haben findige Spieler schnell Fixes oder Workarounds gefunden, sodass Battlefield 6 für die meisten Leute gut spielbar war. Trotzdem müssen die Entwickler bis zum Release im Oktober noch an der Optimierung schrauben.
Solche Bugs können ein Launch-Wochenende sonst zur Tortur machen – für Spieler und Entwickler. Diese Bugs traten jedoch eher vereinzelt auf: entweder bei einzelnen Spielern oder – im Falle der unendlichen Ladebildschirme – nur auf einer Map.
Zum Großteil lief Battlefield 6 sehr gut und macht vor allem optisch einen wirklich sauberen Eindruck. Wenn einem erst einmal Trümmerteile um die Ohren fliegen, die eben noch als Deckung dienten, vergisst man technische Problemchen schneller, als man glauben mag.
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