Nothing Phone (3) – für mich eines der schönsten Android-Handys, das auch abseits der Optik überzeugt

Das Nothing Phone (3) ist optisch ein Statement, kann aber auch unter der Haube punkten.

Das Nothing Phone (3) macht nicht nur optisch etwas her – es bietet gleichzeitig eine gute Gesamtausstattung. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Nothing Phone (3) macht nicht nur optisch etwas her – es bietet gleichzeitig eine gute Gesamtausstattung. (Bildquelle: GameStar Tech)

Das Nothing Phone (3) ist wohl das unkonventionellste Handy meiner drei Empfehlungen und richtet sich an alle, die mehr wollen als ein schlichtes Rechteck. Mit seinem transparent wirkenden Design, der Glyph Matrix auf der Rückseite und dem schlanken Nothing OS hebt es sich optisch wie softwareseitig von der Konkurrenz ab.

Trotzdem ist das Phone (3) mehr als ein Design-Statement: Es bietet ein Vierfach-Kamerasystem mit 3-fach-Telezoom, ein helles AMOLED-Display, IP68-Schutz und eSIM. Technisch steht es aktuellen Top-Smartphones in kaum etwas nach.

Glyph Matrix: Das Alleinstellungsmerkmal dieser Liste

Am Design des Nothing Phone (3) scheiden sich die Geister. Statt der bisherigen LED-Streifen setzt Nothing beim Phone (3) auf die Glyph Matrix – ein rundes Display aus 489 einzeln ansteuerbaren LEDs, das rückseitig in der oberen rechten Ecke sitzt.

Was die Glyph Matrix unter anderem kann:

  • Kontaktbasierte Benachrichtigungen mit pixeligen Avataren
  • App-spezifische Signale für Mitteilungen
  • Anrufer-ID-Anzeige, ohne das Handy umzudrehen
  • Glyph Toys: Mini-Apps wie Digitaluhr, Flaschendrehen, Batterieanzeige oder Stoppuhr
  • Visueller Countdown beim Kamera-Timer
  • Glyph Torch als Alternative zum Blitzlicht oder als Fülllicht für Fotos

Im Alltag ist die Glyph Matrix durchaus mehr als ein Gimmick. Ich finde es beispielsweise praktisch, die aktuelle Uhrzeit ablesen zu können, wenn das Handy mit dem Display nach unten auf dem Tisch liegt.

Der Rahmen besteht aus recyceltem Aluminium, Vorder- und Rückseite sind durch Gorilla Glass 7i beziehungsweise Gorilla Glass Victus geschützt. IP68-Zertifizierung ist ebenfalls an Bord – damit ist das Gerät deutlich robuster als der Vorgänger mit IP54.

Kamera: Vierfach-System mit gutem Ultraweitwinkel

Das Nothing Phone (3) wartet mit einem Vierfach-Kamerasystem auf, das dem Vorgänger deutlich überlegen ist.

Das Kamera-Setup umfasst:

  • Hauptkamera: 50 MP, f/1.7, OIS
  • Telezoom: 50 MP, f/2.7, 3-fach optischer Zoom, OIS
  • Ultraweitwinkel: 50 MP, f/2.2
  • Frontkamera: 50 MP, f/2.2

Bei gutem Licht liefern alle drei Linsen tolle Aufnahmen. Für meinen Geschmack sind die Fotos stellenweise etwas zu stark gesättigt und dadurch nicht immer ganz natürlich – das ist typisch für Nothing und eine Geschmacksfrage. Wer knallige, lebhafte Fotos für Social Media möchte, liegt hier genau richtig.

Besonders positiv überrascht hat mich der Ultraweitwinkel bei Dunkelheit: Die Ergebnisse sind im Vergleich noch wirklich brauchbar – selbst gegenüber dem Galaxy S25. Das ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Poco F8 Pro und selbst dem Xiaomi 15T Pro.

Der Telezoom mit 3-fach optischem Zoom liefert gute Ergebnisse. Auch bei schlechtem Licht gelingen dem Kamerasystem insgesamt gute Fotos – Hersteller wie Google oder Samsung holen softwareseitig mitunter noch etwas mehr heraus, aber das Niveau ist hoch.

Für Filmer: Videoaufnahmen gelingen in 4K mit bis zu 60 FPS.

Display, Performance und Akku

Das 6,67 Zoll große AMOLED-Display bietet 1.260 × 2.800 Pixel, 120 Hertz und eine Spitzenhelligkeit von 1.600 Nits. Das reicht, um Bildschirminhalte selbst bei hellem Sonnenlicht problemlos ablesen zu können.

Der verbaute Qualcomm Snapdragon 8s Gen 4 ist kein High-End-Chip der Klasse Snapdragon 8 Elite – er bietet dennoch genügend Leistung für den Alltag. Apps öffnet das Handy schnell, Multitasking mit mehreren geöffneten Programmen ist dank ausreichend RAM kein Problem.

Im PCMark-Akku-Benchmark kam das Phone (3) auf 17:18 Stunden – das liegt in etwa auf dem Niveau des Galaxy S25 und reicht für anderthalb bis zwei Tage normaler Nutzung. Der Akku kann mit bis zu 65 Watt kabelgebunden und 15 Watt kabellos geladen werden.

Software, KI-Features und Updates

Nothing OS zählt zu den aufgeräumtesten Android-Versionen am Markt. Es gibt keine Bloatware – lediglich die üblichen Google-Apps sowie einige Herstellerprogramme sind vorinstalliert.

Es gibt einige KI-Features rund um den »Essential Space«: Über den (ungünstig platzierten) physischen Essential Key können Screenshots angefertigt, mit Notizen versehen, Meetings transkribiert und zusammengefasst werden.

Die Essential Search funktioniert ähnlich wie die Spotlight-Suche des iPhones und liefert Wettervorhersagen, Währungsumrechnungen und Suchergebnisse aus dem eigenen Gerät.

Der Update-Support ist dem Preis angemessen: Fünf große Android-Updates und sieben Jahre Sicherheitspatches versprechen eine lange Nutzungsdauer.

Pro
  • Einzigartiges Glyph-Design
  • Sauberes Android ohne Bloatware
  • Sehr gutes Kamerasystem
Kontra
  • Kein 5x Telezoom wie Xiaomi
  • Akkulaufzeit etwas geringer als bei Xiaomi und Poco

Zum Testbericht: Dieses neue Handy hat nicht nur etwas Cooles, das Samsung, Google & Co. nicht haben, es ist auch richtig gut: Nothing Phone (3) im Test

Für wen ist das Nothing Phone (3) geeignet?

Das Nothing Phone (3) ist optimal, wenn ihr ein Smartphone wollt, das anders aussieht, sich modern anfühlt und softwareseitig angenehm schlank bleibt. Ihr bekommt eine gute Kamera mit starkem Ultraweitwinkel, ein Top-Display, kabelloses Laden und alle wichtigen Komfortfeatures. Dafür müsst ihr bei Akkulaufzeit und Benchmark-Performance kleine Abstriche akzeptieren.

Auf der nächsten Seite geht es weiter mit dem Poco F8 Pro – mein Performance-Tipp in der Preisklasse.

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