Darum fällt die Akkulaufzeit bei Handys so unterschiedlich aus

Kapazität ist nicht alles

Größere Akkus halten nicht automatisch länger durch

Als ich meine Testgeräte durchgemessen habe, fiel mir eines besonders auf: Die Akkukapazität allein sagt wenig über die tatsächliche Laufzeit aus.

Ein gutes Beispiel ist der Vergleich zwischen dem Sony Xperia 1 VIII (5.000 mAh, 27:07 Stunden) und dem Redmagic 11 Pro (7.500 mAh, 12:57 Stunden).

Auch das Poco F8 mit seinem 6.210-Milliamperestunden-Akku klingt auf dem Papier gut. Das Nothing 4a Pro mit 5.080 Milliamperstunden hält trotz kleinerem Akku allerdings etwas länger durch. Ihr solltet euch beim Kauf also nicht von möglichst großen mAh-Werten blenden lassen.

Wie ich die Akkulaufzeit teste

Für meine Tests verwende ich PCMark für Android. Dieses Benchmark-Tool simuliert realistische Alltagsaufgaben: Web-Browsing, Videobearbeitung, Textverarbeitung, Bildbearbeitung und Datenmanipulation. Der Test läuft dabei kontinuierlich, bis der Akku von 100 auf 20 Prozent fällt.

Was PCMark macht: Anders als reine Akku-Drain-Tests berücksichtigt PCMark das Zusammenspiel aller Komponenten - CPU, GPU, Display, RAM und Speicher arbeiten wie im Alltag. Das macht die Ergebnisse aussagekräftig.

Hier seht ihr die Benchmarkergebnisse meiner bisherigen Tests nochmal auf einen Blick:

PCMark Akku-Benchmark
Vergleich

  • Bewertung
Sony Xperia 1 VIII
27,07
Sony Xperia 1 VII
26,18
HMD Fusion
26,15
Samsung Galaxy S26 Ultra
25,41
Xiaomi 17
24,26
Poco X8 Pro Max
23,31
Sony Xperia 10 VII
21,05
realme GT8 Pro
20,52
Honor 600 Pro
20,13
Poco F8 Pro
20,10
Xiaomi 15T Pro
20,08
Samsung Galaxy A57
19,40
Nothing Phone 3a Pro
18,55
Nothing Phone 4a
18,55
CMF Phone 2 Pro
18,40
Google Pixel 10 Pro XL
18,34
Nothing Phone 4a Pro
18,20
Poco F7 Pro
18,09
Poco F7
18,09
Samsung Galaxy S25 Ultra
18,02
Poco M7 Pro
17,57
Samsung Galaxy A37
17,37
Samsung Galaxy S25
17,37
Nothing Phone 3
17,18
Honor Magic 8 Pro
16,46
Samsung Galaxy S26
16,21
Samsung Galaxy A36
16,16
Samsung Galaxy A56
15,49
Xiaomi Redmi Note 15
14,50
Honor Magic7 Pro
14,38
Motorola Edge 70
13,49
Redmagic 11S Pro
13,12
Redmagic 11 Pro
12,57
Redmagic 10S Pro
12,57
Redmagic 11 Air
12,11
Nubia Z70 Ultra
9,47
  • 0,00
  • 6,00
  • 12,00
  • 18,00
  • 24,00
  • 30,00

Was bedeuten die PCMark-Werte für euren Alltag?

Aber was heißt das konkret für euch als Nutzer? Ein Smartphone mit 20 Stunden PCMark-Laufzeit sollte bei normaler Nutzung etwa 2 Tage bis 2,5 Tage durchhalten.

Wichtig zu wissen: Die tatsächliche Akkulaufzeit variiert natürlich stark von Nutzer zu Nutzer – deshalb ist eine Aussage zur voraussichtlichen Laufzeit schwierig. 

Power-User, die viel streamen, spielen, Social Media nutzen oder fotografieren, erreichen bei langen Bildschirmzeiten natürlich deutlich kürzere Laufzeiten. Wer hauptsächlich WhatsApp, E-Mails und gelegentlich Social Media nutzt, kann durchaus länger als die PCMark-Werte suggerieren durchhalten. 

Als Faustregel gilt: PCMark-Ergebnisse geben eine gute Vergleichsbasis zwischen Geräten, aber eure individuelle Nutzung entscheidet letztendlich über die tatsächliche Akkulaufzeit im Alltag.

Sony Xperia 1 VIII
Sony Xperia 1 VIII
Das Xperia 1 VIII liefert dank Snapdragon 8 Elite viel Power, überzeugt aber auch mit einer Rekord-Akkulaufzeit. Kopfhörer-Anschluss, ein echter optischer Zoom und ein zeitloses Design mache aus dem Sony-Handy ein Premiumpaket.
Samsung Galaxy S26 Ultra
Samsung Galaxy S26 Ultra
Das Samsung Galaxy S26 Ultra bietet ein hervorragendes Kamerasystem sowie den praktischen S Pen für Skizzen und Notizen. Leistung und lange Akkulaufzeit runden das Paket ab.
<br>Xiaomi 17

Xiaomi 17
Das Xiaomi 17 bietet gegenüber dem Vorgängermodell zwar einige Verbesserungen, allerdings liegt der Preis auch deutlich höher.
Poco X8 Pro Max
Poco X8 Pro Max
Pocos neue Mittelklasse bietet einen extrem großen Akku, aber auch viel Leistung und ein schönes Display.

Wichtige Faktoren für die Akkulaufzeit

1. Prozessor-Effizienz ist entscheidender als Rohleistung

Schwächere Chips mit geringerer Taktfrequenz halten oft länger durch. Der Snapdragon 7s Gen 3 in den Nothing-Geräten verbraucht weniger Energie als High-End-Chips wie der Snapdragon 8 Elite, auch wenn er bei der Rohleistung natürlich nicht mithalten kann.

2. Das Display macht einen Unterschied

OLED-Displays verbrauchen bei dunklen Inhalten etwas weniger Strom, weil die Pixel im Gegensatz zu LED-Displays einzeln angesteuert werden können. Ein schwarzer Bereich bedeutet also nichtleuchtende Pixel und verbraucht keine Energie.

Wichtiger sind beim Bildschirm allerdings Helligkeit und Refresh-Rate-Anpassungen. Wer das Display auf die höchste Helligkeitsstufe stellt oder bei hellem Sonnenlicht nutzt, muss frühzeitig wieder an die Steckdose.

Und wenn Inhalte dauerhaft mit 120 Hertz angezeigt werden, führt auch das zu einem erhöhten Stromverbrauch. Viele moderne Smartphones bieten daher eine variable Bildwiederholrate und regeln sie intelligent je nach Display-Inhalt.

3. Software-Optimierung und RAM-Management

Sony und Samsung haben ihre Geräte softwareseitig offensichtlich auf eine gute Akkulaufzeit optimiert. Das sowie ein gutes RAM-Management sind wichtig für eine lange Laufzeit, da weniger Prozesse permanent im Hintergrund aktiv sind.

Das zeigt auch der Vergleich zwischen Redmagic 11S Pro und dem Sony Xperia 1 VIII. Beide Top-Smartphones besitzen den Snapdragon 8 Elite, das Redmagic hat außerdem einen größeren Akku.

Die Laufzeit des Redmagic fällt mit knapp 13 Stunden dennoch deutlich niedriger aus. Hier scheint Sony also die besseren Laufzeit-Optimierungen einzusetzen.

Die neuen Silizium-Kohlenstoff-Akkus

Einige der neuesten Smartphones setzen bereits auf Silizium-Kohlenstoff-Akkus statt der klassischen Lithium-Ionen-Technologie. Die neue Akkugeneration könnte die Smartphone-Welt grundlegend verändern.

Was macht Silizium-Kohlenstoff-Akkus besser?

  • Höhere Energiedichte: Ein einzelnes Siliziumatom kann vier Lithiumionen binden, während bei herkömmlichen Akkus sechs Kohlenstoffatome für nur ein Lithiumion benötigt werden. Das bedeutet theoretisch bis zu zehnmal mehr Kapazität bei gleicher Größe.
  • Bessere Temperaturbeständigkeit: Die neuen Akkus verkraften extreme Temperaturen besser als klassische Lithium-Ionen-Zellen.
  • Schnelleres Aufladen: Die veränderte Chemie ermöglicht in der Theorie höhere Ladeströme ohne Schäden am Akku.

Fazit

Die Top 5 zeigen, dass es nicht immer das teuerste oder technisch fortschrittlichste Gerät sein muss. Manchmal ist weniger mehr - weniger Leistung, dafür eine mitunter längere Laufzeit. In meiner Bestenliste sind die Preisbereiche gemischt.

Für die Zukunft erwarte ich, dass es vor allem im Bereich Silizium-Kohlenstoff-Akkus noch größere Fortschritte geben wird. Inzwischen sind hier bereits Akkugrößen möglich, die früher Tablets vorbehalten waren.

7 von 7



Kommentare(10)
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