Mega-Akku und trotzdem nur Mittelmaß: Darum solltet ihr euch von großen Zahlen auf dem Datenblatt nicht täuschen lassen

Das realme GT8 Pro schafft es trotz Mega-Akkus nicht an die Spitze des Akku-Benchmarks und zeigt: Der Schlüssel zu langer Laufzeit liegt woanders.

Handy mit riesigen Akkus sind inzwischen Realität – allerdings ist die Größe nicht alles. (Bildquelle: KI generiert mit Adobe Firefly) Handy mit riesigen Akkus sind inzwischen Realität – allerdings ist die Größe nicht alles. (Bildquelle: KI generiert mit Adobe Firefly)

Wenn ich mir die Ergebnisse meiner Akkutests der letzten Monate ansehe, wird mir eines klar: Die Akkurevolution ist so langsam da. Allerdings nicht ganz so, wie wir sie uns vorgestellt haben.

Das neue realme GT8 Pro mit seiner 7.000-Milliamperestunden-Kapazität bietet das, worauf wir schon lange warten: einen riesigen Akku in Tablet-Größe, aber eben in einem Handy. Damit sollte es eigentlich meine Benchmark-Liste anführen.

Doch das gelingt nicht. Das Ergebnis ist gut, keine Frage. Aber deutlich überholt wird realme von Sony. Mit »nur« 5.000 Milliamperestunden hält das Xperia 1 VII im Test mit PCMark mal eben fünf Stunden länger durch.

Das ist ein deutlicher Unterschied und er zeigt: Ein Akku mit hoher Kapazität alleine bringt uns nicht den erhofften Sprung bei der Akkulaufzeit. Viel wichtiger ist die Effizienz der Smartphones – und das kann Sony einfach.


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Nubia Z70 Ultra als Negativbeispiel und was Sony anders macht

Ein anschauliches Negativbeispiel ist das Nubia Z70 Ultra, ein Flaggschiff-Modell mit 6.150 Milliamperestunden und dem leistungsstarken Snapdragon 8 Elite Gen 4. Auf dem Papier sollte das gut laufen, aber ...

Im Test: Nicht einmal zehn Stunden. Das ist überraschend schwach für diese Hardware-Kombination. Die recht üppige Akku-Kapazität hilft hier also nicht viel. Vermutlich ist die Software einfach nicht gut abgestimmt.

Das Sony Xperia 1 VII ist hardwareseitig ebenfalls ein Top-Modell: Es hat ein helles und scharfes OLED-Display und mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 4 den gleichen Prozessor wie Nubia.

Aber Sony scheint eine Sache besser zu verstehen als viele andere Hersteller: Software und Optimierung. Das Smartphone läuft sehr effizient, und nicht umsonst liegt das Xperia 1 VII an der Spitze meiner Akku-Benchmarks.

Leistung und Display machen einen Unterschied, aber er ist gering

Natürlich machen Display und Leistung auch einen Unterschied. Ein relativ dunkles Display und ein leistungsschwacher Chipsatz verbrauchen in der Regel weniger Energie als ein sehr heller Bildschirm und ein leistungsstarker Top-Chipsatz.

Aber die Unterschiede sind in der Realität geringer, als man denken mag. Denn ansonsten lägen auch ein Poco M7 Pro oder ein Samsung Galaxy A36 nicht so weit hinter dem Sony-Flaggschiff.

Hier mal ein Überblick von den Benchmark-Ergebnisse meiner Testhandys:

PCMark Akku-Benchmark

  • Bewertung
Sony Xperia 1 VII
26,18
Sony Xperia 10 VII
21,05
realme GT8 Pro
20,52
Poco F8 Pro
20,10
Xiaomi 15T Pro
20,08
Nothing Phone (3a) Pro
18,55
CMF Phone 2 Pro
18,40
Google Pixel 10 Pro XL
18,34
Poco F7 Pro
18,09
Poco F7
18,09
Samsung Galaxy S25 Ultra
18,02
Poco M7 Pro
17,57
Samsung Galaxy S25
17,37
Nothing Phone (3)
17,18
Samsung Galaxy A36
16,16
Samsung Galaxy A56
15,49
Honor Magic7 Pro
14,38
Motorola Edge 70
13,49
Redmagic 11 Pro
12,57
Redmagic 10S Pro
12,57
Nubia Z70 Ultra
9,47
  • 0,00
  • 6,00
  • 12,00
  • 18,00
  • 24,00
  • 30,00

Warum Hersteller zu großen Akkus greifen

Größere Akkus sind womöglich die einfachere Lösung als eine bessere Software-Optimierung – vermutlich ist es weniger aufwendig und günstiger. Problem gelöst – zumindest auf dem Papier.

Das ist nicht falsch, aber es ist auch nicht das, was wir als Akku-Revolution sehen. Es ist eher ein Kompromiss.

Besser wäre: eine gute Optimierung und ein großer Akku. Dann wären Akkulaufzeiten möglich, von denen wir aktuell noch träumen.

Stellt euch mal vor, Sony hätte einen 7.000-Milliamperestunden-Akku verbaut. Womöglich wären wir dann nicht bei 26 Stunden im Benchmark, sondern schon bei über 30 – wer weiß?

Die Akkulaufzeit hängt von vielen Faktoren ab

Bei der Akkulaufzeit spielen natürlich nicht nur Kapazität, Hard- und Software eine Rolle. Am Ende entscheidet die Nutzung: Wie viel Bildschirmzeit pro Tag? Welche Art von Nutzung – Games, leistungshungrige Apps? Hinzukommen weitere Faktoren wie Display-Helligkeit, Umgebungstemperatur etc.

Fazit: Die Revolution ist da, die Ergebnisse (noch) nicht

Die Akkurevolution in Form riesiger Akkus ist da – nur bringt sie nicht die Ergebnisse, die wir uns erhofft haben. Es geht nicht um die Kapazität der Batterie. Es geht darum, wie clever ein Hersteller die Energie verwaltet. Sony macht das gut. Realme nimmt den anderen Weg und verbaut einfach einen größeren Akku.

Das ist eine valide Strategie, aber es zeigt: Ihr solltet euch nicht nur aufs Datenblatt verlassen. Mehr Kapazität heißt eben nicht mehr Laufzeit.

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