Es sind Töne, die man aus Kalifornien lange nicht mehr so selbstbewusst gehört hat. Johanna Faries, seit 2024 die Chefin von Blizzard Entertainment und Nachfolgerin von Bobby Kotick, hat in einem Interview mit Variety das kommende Jahr 2026 zum »größten Jahr« in der 35-jährigen Firmengeschichte ausgerufen.
Schauen wir uns also mal gemeinsam an, was wirklich hinter der Ansage steckt.
Blizzards Fahrplan im Jahr 2026
Um den Titel »größtes Jahr« zu rechtfertigen, zieht die Blizzard-Chefin die folgenden Asse aus dem Ärmel. Wenn ihr die Nachrichtenlage bei uns verfolgt habt, wird euch das meiste davon bekannt vorkommen:
- WoW: Midnight: Dass die nächste Erweiterung im Frühjahr 2026 ansteht, war bereits bekannt.
- Diablo 4: Lord of Hatred: Auch an der Front von Sanktuario gibt es keine Überraschungen.
- Rückkehr der BlizzCon: Dass die Hausmesse nach der Pause zurückkehrt, war versprochen, der September als Zeitraum bereits bestätigt.
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Diablo 4: Das macht den neuen, alten Paladin in Lord of Hatred so besonders
2026 wird Blizzard 35 Jahre alt, Diablo feiert den 30. und Overwatch den 10. Geburtstag. Faries spricht davon, dass die Teams an »großen Dingern kochen« und verspricht eine »neue, mutige Vision«.
Doch Jubiläen allein machen noch kein »größtes Jahr«: Ein Geburtstag ist schnell gefeiert, aber spielerische Substanz ist schwerer zu liefern. Faries betont, man wolle das Erbe wahren, aber auch »frische Ansätze« bieten.
Das klingt gut, muss sich aber erst in der Qualität der Updates beweisen. Gerade bei Overwatch 2, das viele von euch als Reinfall gesehen haben, reicht eine Geburtstagstorte allein nicht aus, um das Ruder herumzureißen – egal, wie groß das unausweichliche Jubiläumsevent aufgezogen wird.
Kann 2026 wirklich das »größte Jahr der Geschichte« werden?
Hier darf man durchaus skeptisch sein: Denn wenn ein Entwicklerstudio von solch historischen Dimensionen spricht, erwartet man doch vor allem eines: Neue Spiele, oder zumindest deren Ankündigung.
Zwei Erweiterungen für bestehende Live-Service-Titel und eine Messe sind zwar ein solider Output, wirken für den Anspruch »Größtes Jahr aller Zeiten« aber fast schon unspektakulär. WoW: Midnight und Lord of Hatred sind Pflichtaufgaben, um die bestehende Spielerschaft bei Laune zu halten.
Um dem vollmundigen Versprechen gerecht zu werden, fehlt in der aktuellen Aufstellung noch der »echte« Blockbuster. Wo ist das nächste große Vollpreis-Spiel, das nicht nur eine Versionsnummer hochzählt? Wo ist die nächste neue IP? Wo bleibt der laut Gerüchten geplante Starcraft-Shooter?
Solange Blizzard auf der Blizzcon nichts Überraschendes aus dem Hut zaubert, läuft das Jahr 2026 Gefahr, sich eher wie »Business as usual« anzufühlen als der angekündigte historische Meilenstein.
Aber was meint ihr: Reichen euch zwei große Erweiterungen für eure Lieblingsspiele, um von einem tollen Jahr zu sprechen? Oder braucht es für den Titel »Größtes Jahr« zwingend ein komplett neues Spiel à la Warcraft 4? Schreibt's in die Kommentare!
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