Kopfhörer, TVs und ich. Das ist eine Dreiecksbeziehung, bei der ich die anderen beiden nie so recht unter einen Hut bekommen habe. Klar, im (Heim-)Kino gehören Lautsprecher und/oder Soundbars einfach dazu. Man kapselt sich ja auch selten ab, um mit Kopfhörern TV zu schauen.
Dem folgt eine zweite Wahrheit: Ich finde Kopfhörer eigentlich vollkommen valide als Soundoption bei Filmen und Serien. Man hat zwar nicht den Bombast, den ein echtes Setup liefert, aber das haben sowieso die wenigsten von uns zu Hause. Da sind Kopfhörer eine tolle Alternative. Bisher hatte ich nur noch keine passenden gefunden.
Bis jetzt.
Auftritt: Bose QuietComfort 2.
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Im Grunde ist jeder gute Bluetooth-Kopfhörer fürs Heimkino geeignet. Guter Klang bleibt guter Klang. Fakt ist aber auch, dass einige besser geeignet sind als andere – und hier kommt der Bose QuietComfort 2 ins Spiel.
Im Test konnte mich der Klang überzeugen, logisch, aber es gibt zwei Features, die den Over-Ear fürs Heimkino optimal machen.
1. Feature: Immersive Audio
Gleich vorweg: Immersive Audio ist nicht exklusiv für diese Kopfhörer. Es gibt genügend andere draußen, die räumlichen Klang erzeugen können. Die QuietComfort 2 allerdings bieten das so gut und sauber an, wie ich es sonst nur von den AirPods Pro 3 kenne.
Was ist Immersive Audio? Normale Stereo-Kopfhörer haben zwei Kanäle: links und rechts. Immersive-Audio-Techniken versuchen, Klänge so aufzubereiten, dass durch besagte zwei Kanäle passen, unser Gehirn sie an aber trotzdem an bestimmten Positionen im Raum wahrnimmt.
- Ein Hubschrauber, der über unseren Kopf fliegt.
- Ein Tür, die links von in die Angeln fliegt.
- Ein Auto, das vorbeizischt.
- Menschen, die sich hinter uns unterhalten.
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Um das zu erreichen, kommen binaurales Audio oder eine HRT-Funktion (Head-Related Transfer) ins Spiel. Vereinfacht gesagt berechnet eine Software, wie der Schall sich verändert, wenn er von einer bestimmten Position an unsere Ohren gelangt. Es handelt sich zwar nur um eine Simulation, unser Hirn nimmt sie trotzdem als echt wahr.
Hinzu kommt, dass die Bose QuietComfort 2 über Headtracking verfügen. Das bedeutet, dass der Klang im virtuellen Raum mit dem Kopf »mitwandert«. Das heißt: Schaue ich dem vorbeifahrenden Auto auf dem TV von rechts nach links hinterher, verändert sich das Motorengeräusch gleichbleibend zu meiner Kopfbewegung.
Natürlich ersetzt das kein Surroundsetup, aber es kommt dem verdammt nahe und macht solche Kopfhörer perfekt fürs Heimkino – besonders, wenn ihr ein solches Setup zu Hause nicht haben möchtet. 3D-Klang wird niemals »echt« sein, doch durch psychoakustische Tricks entsteht der Eindruck eines dreidimensionalen Klangraums. Das ist ausreichend für starken Klang von der Couch aus.
2. Feature: Leichtes Gewicht
Das mag völlig trivial klingen, aber das Gewicht spielt – Achtung, Wortwitz – eine tragende Rolle. Ganz besonders ist das der Fall, wenn man Kopfhörer länger auf der Birne hat, zum Beispiel bei einem Film oder gar beim Bingen mehrere Serienfolgen. Da macht jedes Gramm den Unterschied. Im Falle der QuietComfort 2 ist das so:
- Die Ohrmuscheln drücken nicht auf die Ohren, sodass die Kopfhörer selbst mit Ohrringen nicht stören.
- Trotz Kunstleder auf den Ohrmuscheln habe ich auch nach Stunden nicht geschwitzt.
- Das Gewicht von 230 g zahlt sich aus; die QuietComfort 2 werden nicht zu schwer.
Hinzu kommt, dass sie bei Brillenträgern auf Dauer auch nicht zu drücken scheinen. Das zumindest berichtet Mirco, Brillenträger, der noch einen Artikel zu den Kopfhörern im Vergleich zur ersten Iteration schreiben wird.
Alternativen zu den Bose QuietComfort 2
- Apple AirPods Pro 3: Ich habe es im Artikel bereits erwähnt: Ähnlich brillantes 3D-Audio habe ich bisher nur bei Apples In-Ears gehört – doch die kommen mit einem gewaltigen Nachteil. Das 3D-Audio funktioniert nur mit anderen Apple-Endgeräten. Sprich, Filme genießt ihr damit am besten auf einem iPad.
- Sony WH-1000XM6: Die Kopfhörer haben zwar kein 3D-Audio, aber den besten Klang von Bluetooth-Over-Ears, den ich bisher gehört habe. Dieses Modell ist meine persönliche Referenz und lässt auch die QuietComfort 2 hinter sich zurück.
Ich wurde schon öfter gefragt, ob ich denn eine Empfehlung hätte. Bisher hatte ich nie eine Antwort, weil mich noch kein Kopfhörer im Heimkino wirklich hat überzeugen können. Das hat sich jetzt geändert.



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