Dass Publisher juristisch gegen kommerzielle Anbieter von Aimbots und Wallhacks vorgehen, ist natürlich nichts Überraschendes. Doch wie Activision nun einen bekannten Cheat-Verkäufer für Call of Duty ins Visier genommen hat, soll wohl eine kleine Machtdemonstration sein: Der Publisher schickte einen Zusteller direkt an dessen Privatadresse im US-Bundesstaat Ohio und stellte das Video der Übergabe ins Netz.
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CoD MW4 gespielt: Endlich wieder echtes Call of Duty!
Ein Brief vom Publisher an der Haustür
Das knapp einminütige Video, das über den offiziellen Call-of-Duty-Kanal auf X geteilt wurde, wirkt wie der Mitschnitt einer Bodycam. Zu sehen ist, wie ein Beauftragter an einem Wohnhaus vorfährt, klingelt und einer sichtlich überraschten Person einen dicken Umschlag überreicht.
Auf die verwunderte Nachfrage, worum es sich dabei handle, folgt die trockene Antwort: Die Anwälte von Activision lassen grüßen, das hier sei eine formelle Unterlassungserklärung. Bei Fragen solle man sich bitte an die zuständige Kanzlei wenden.
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Eine Einordnung dazu: Der Mann im Video wird nicht festgenommen, es findet keine Durchsuchung statt, und ein Gericht war an der Sache auch nicht beteiligt. Der Vertreter im Clip spricht zwar von einer »cease-and-desist order«, Activision selbst hat später klargestellt, dass es sich um eine Unterlassungsaufforderung handelt und nicht um einen gerichtlichen Beschluss. Auf Deutsch also: eine Abmahnung mit der Ansage, dass sonst geklagt wird.
Ziel der Aktion war laut Activision der Anbieter »Elocarry«, der über Jahre hinweg Software vertrieben hat, um Anti-Cheat-Maßnahmen wie Call of Dutys Ricochet auszuhebeln. Die Wirkung ließ offenbar nicht lange auf sich warten: In einer Mitteilung auf Discord kündigte der Cheat-Dienst an, den Verkauf und Support für sämtliche Call-of-Duty-Produkte mit sofortiger Wirkung vorerst einzustellen.
Der Besuch im Video ist offenbar als Beispiel gedacht. In weiteren Beiträgen darunter liefert Activision Zahlen nach: über 375 »gestörte« Reseller-Operationen, mehr als 80 zugestellte Unterlassungsaufforderungen, über 30 komplett dichtgemachte Anbieter.
Dazu die Ankündigung, dass weitere Schritte folgen, Klagen ausdrücklich eingeschlossen. Den Thread beendet der Publisher mit einer Zeile in Großbuchstaben, die an die gesamte Szene gerichtet ist: »WIR WERDEN EUCH FINDEN.«
Dass Activision vor Gericht durchaus etwas reißen kann, hat der Fall EngineOwning gezeigt. Der Anbieter wurde 2024 zu einer Zahlung von mehr als 14 Millionen US-Dollar verdonnert. Und schon im März 2025 hatte Team Ricochet behauptet, seit dem Start von Black Ops 6 mehr als 20 Cheat-Entwickler und Dutzende Reseller aus dem Geschäft gedrängt zu haben.
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