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Seite 2: Brexit aus Spielersicht - Warum wir die Briten trotzdem lieben

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Rare

Video starten 13:34 Sea of Thieves - Kommentiertes Gameplay von der E3

Ja, sie sind vorbei, die wirklich ruhmreichen Tage von Rare. Aber die wirklich ruhmreichen Tage des britischen Empire sind auch vorbei, trotzdem gibt's noch eine Königin. Und so bleibt auch das in der Nähe von Leicester beheimatete Rare vielen Spielern als königlicher Entwickler in Erinnerung, vor allem Konsolenspielern. Von den Designern stammen unter anderem Klassiker wie Banjo-Kazooie, Killer Instinct, Conker's Bad Fur Day, Viva Pinata, zahlreiche Donkey-Kong-Spiele und ein indizierter N64-Shooter um den britischsten aller Anzugträger und Wodka-Martini-Schlürfer: James Bond.

Apropos: Uns will bis heute nicht in den Kopf, warum es eigentlich nicht mehr Bond-Spiele gab, die Schleich- und Schießerei in Verbindung mit abwechslungsreichen Gadgets wäre doch ideal für ein Spiel. Dann noch eine Open World und ein Level-Up-System drangeschraubt, fertig wäre der Ubisoft-Welthit!

Egal, zurück zu Rare. Seit die Briten anno 2002 ins Microsoft-Empire eingegliedert wurden, ist ihr Stern gesunken, und Projekte wie Kinect Sports halfen auch nicht gerade dabei, ihn wieder hochzukurbeln. Momentan haben sie allerdings mit Sea of Thieves ein Koop-Piratenspiel für PC und Xbox One in der Mache, das hier in der Redaktion bemerkenswert viele Kollegen begeistert: Mit einem gut eingespielten Team könnte die Rollenverteilung ab Bord des Kaperschiffs enorm viel Spaß machen. Wir würden Rare den Erfolg von Herzen gönnen.

Rennspiele

Video starten 7:48 Dirt Rally - Test-Video zum Rallye-Kracher

Briten und Rennspiele, das war schon immer eine himmlische Kombination. Man nehme nur Geoff Crammond, der uns die wunderbare Grand-Prix-Serie bescherte, zugleich aber so bescheiden war, dass er selbst nur ungern an die Öffentlichkeit trat. Wahrhaft britisches Understatement! Dabei hätte er jeden Grund gehabt, sich selbst auf die Schulter zu klopfen: Schon im ersten Serienteil Formula One Gand Prix stimmte 1991 jedes Streckendetail, bis zu den (wenn auch leeren) Werbebanden, die Fahrsimulation war gleichzeitig beispiellos realistisch und zugänglich.

Und dann wäre da ja auch noch Codemasters, das nicht nur als Publisher Spiele wie Operation Flashpoint vertrieben hat, sondern auch selbst legendäre Rennsimulationen wie Colin McRae Rally und DTM Race Driver entwickelte. Auch wenn Codemasters seine Glanzzeiten ebenfalls hinter sich hat, seine Rennspiele sind bis heute spitze, jüngst etwa Dirt Rally. Das ganz nebenbei gezeigt hat, wie man Early Access richtig macht, nämlich mit hervorragend geplanten und kommunizierten Entwicklungsschritten.

Briten und Rennsport, das ist keine Romanze, es ist eine Liebesbeziehung. Vor allem, wenn es um Rally geht. Und wer schon mal in Großbritannien fernab der Autobahn und verwirrender Linksverkehr-Roundabouts über eine als Landstraße getarnte Buckelpiste gehoppelt ist, der versteht auch, warum.

Rockstar

Video starten 7:07 GTA 5 - Test-Video: Warum die PC-Version von Grand Theft Auto 5 die beste ist

Moment Mal, Rockstar Games sitzt doch in New York und entwickelt Grand Theft Auto, eine der amerikanischsten Spieleserien überhaupt. Nun, stimmt. Die Gründer von Rockstar waren 1996 jedoch allesamt Briten: die Brüder Dan und Sam Houser sowie Jamie King und Gary Foreman. Und das merkt man GTA verdammt noch mal an! Denn wenn den Söhnen und Töchtern Großbritanniens eines angeboren ist, dann ein herrlicher Hang zu (Selbst)Ironie und Zynismus, der vielen Amerikanern völlig abgeht. Doch GTA trieft geradezu davon, mit seiner bissigen Gesellschaftskritik, die den amerikanischen Traum exzessiv zum amerikanischen Alptraum verzerrt.

Wir wollen an dieser Stelle nicht behaupten, dass Amerikaner das nicht könnten. Aber es hilft sicher, Brite zu sein, wenn man einem Land, das man eigentlich liebt (warum sollte man sonst nach New York ziehen?) den Spiegel vorhalten möchte. Obwohl, vorhalten ist vielleicht das falsche Wort: ins Gesicht hauen wäre passender, Subtilität ist den Briten ja nicht unbedingt in die Wiege gelegt (siehe Fußball).

Und dieser bissige Zynismus zieht sich eben durchs gesamte Rockstar-Werk, auch in Red Dead Redemption, auch in Bully. Oh, außerdem hat Rockstar in GTA 4 sogar Ricky Gervais auftreten lassen, einen der anerkanntermaßen witzigsten Menschen nördlich und südlich des Ärmelkanals. Im nächsten GTA dann bitte John Oliver mitspielen lassen. Danke!

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