Capcom gehackt: Erpresser fordern hohes Lösegeld für sensible Daten

Nach Ubisoft wurde nun auch Capcom Opfer einer Cyberattacke. Berichten zufolge versuchen Hacker nun, große Summen Geld zu erpressen.

von Christian Just,
07.11.2020 16:52 Uhr

Capcom sieht sich mit einer hohen Lösegeldforderung konfrontiert. Capcom sieht sich mit einer hohen Lösegeldforderung konfrontiert.

Capcom hatte am 4. November per Pressemitteilung vermeldet, von einem Cyberangriff betroffen zu sein. Demnach hatten Unbekannte Zugriff auf »bestimmte Systeme, darunter E-Mail- und Datenserver« erlangt. Jetzt tauchen Berichte auf, dass offenbar Ransomware verwendet wurde und Erpresser ein hohes Lösegeld verlangen.

Die Website Bleeping Computer berichtet, dass insgesamt 1 TB teils sensibler Daten gestohlen und verschlüsselt wurden und beruft sich dabei auf den Cybersecurity-Experten Pancak3. Dieser bestätigt auf Twitter auch, dass die Ransomware "Ragnar Locker" zum Einsatz kam:

Link zum Twitter-Inhalt

11 Millionen Dollar Lösegeld

Wieviel kriminelle Energie hinter der Cyberattacke auf Capcom steckt, führen geleakte Dokumente vor Augen. Bleeping Computer zeigt Bilder von möglichen Beweisen und ein Erpresserschreiben. Diese Hinweise scheinen zu bestätigen, dass die Angreifer ein finanzielles Motiv haben.

So erfuhr die Website von Pancak3, dass die Erpresser die Zahlung von elf Millionen US-Dollar in Bitcoin fordern. Anschließend soll Capcom einen Key erhalten, um die verschlüsselten Daten zu dechiffrieren.

Nutzerdaten geleakt?

Bei den Daten handelt es sich laut Erpresserschreiben um sehr sensible und teils geheime Daten, wie interne Geschäftsberichte und persönliche Daten von Mitarbeitern und Kunden. Die seien beim Eindringen in japanische, amerikanische und kanadische Serverstrukturen erbeutet worden.

Sollte das stimmen, ist wohl auch Capcom vom Ausmaß des Angriffs überrascht. Der Entwickler und Publisher hatte noch angenommen, dass keine Kundendaten geleakt seien. Ob es sich um Informationen über Endnutzer oder Geschäftskunden handelt, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.

Capcom hat sich offiziell zu den neuesten Entwicklungen verständlicherweise noch nicht geäußert. Zumindest aber ist bekannt, dass die Firma mit der Polizei zusammenarbeitet, um die Situation in den Griff zu bekommen. Wir haben dennoch bei Capcom um eine Stellungnahme gebeten und halten euch auf dem Laufenden.

Zuletzt geraten vermehrt große Publisher ins Visier von Kriminellen. Zuletzt waren Ubisoft und Crytek das Ziel. Bei Ubisoft griffen Unbekannte ironischerweise das Hackerspiel Watch Dogs Legion an. Der Publisher wird ebenfalls um hohe Geldbeträge erpresst:

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